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02.02.2010
 

IAB-Studie

Kurzarbeit soll 1,2 Millionen Jobs gerettet haben

Stahlarbeiter in Duisburg: 1,2 Millionen Jobs gerettet?Zur Großansicht
dpa

Stahlarbeiter in Duisburg: 1,2 Millionen Jobs gerettet?

Deutschlands Jobmarkt steht auf der Kippe: Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung haben Maßnahmen wie die Kurzarbeit im vergangenen Jahr mehr als eine Million Stellen gerettet - doch jetzt sei dieser Puffer weitgehend aufgebraucht.

Nürnberg - Trotz globaler Konjunkturkrise ist der deutsche Jobmarkt erstaunlich stabil. Hauptgrund dafür sind flexible Arbeitszeiten und die Ausweitung der Kurzarbeit. Welch Katastrophe diese Maßnahmen möglicherweise verhindert haben, hat nun das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Studie errechnet.

Rund 1,2 Millionen Jobs wurden demnach 2009 durch Kurzarbeit gerettet. So sei die Wucht der Wirtschaftskrise größtenteils abgefangen worden, erklärte das IAB am Dienstag. Die Arbeitszeit eines Beschäftigten sei 2009 durch Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit im Schnitt um 3,2 Prozent gesunken. "Dieser Rückgang entspricht rechnerisch rund 1,2 Millionen Jobs, die gesichert wurden", erklärten die Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Susanne Wanger.

Insgesamt sank die Zahl der Arbeitsstunden je Beschäftigtem 2009 um 43,5 Stunden auf 1309. Den größten Beitrag dazu leistete die Kurzarbeit, die im Jahresdurchschnitt mehr als eine Million Beschäftigte betraf. Durch sie fielen pro Arbeitnehmer im gesamten Jahr 15,5 Stunden aus. 2008 waren es nur 1,8 Stunden. Einen Rückgang von 9,3 Stunden trug der Abbau von Arbeitszeitkonten bei, die Zahl der bezahlten Überstunden ging im Schnitt um 13 pro Beschäftigtem zurück.

Zudem verortete das IAB eine Verlagerung von Vollzeit- zu Teilzeitjobs. Die Zahl der vollen Stellen ging 2009 laut IAB um 240.000 zurück, während es 220.000 zusätzliche Teilzeitjobs gab. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank um 0,3 auf 30 Stunden. Einen weiteren Rückgang der Arbeitszeit halten die Forscher für unwahrscheinlich: "Die Möglichkeit der Betriebe, über flexible Arbeitszeiten die Unterauslastung ihrer Mitarbeiter auszugleichen, ist inzwischen weitgehend ausgeschöpft."

Bedrohliche Signale für den Arbeitsmarkt

Für den Arbeitsmarkt ist das ein bedrohliches Signal: Konjunkturexperten erwarten, dass die Wirtschaft sich nur sehr langsam erholen wird. Da die Kurzarbeit laut IAB an ihre Grenzen stößt, könnte die Zahl der Erwerbslosen in den kommenden Monaten deutlich ansteigen.

Bis zuletzt war die Arbeitslosenquote verhältnismäßig stabil. Zwar stieg sie im Januar um 0,8 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent, 3,617 Millionen Menschen waren offiziell arbeitslos gemeldet. Saisonbereinigt ist die Zahl der Erwerbslosen jedoch fast gleich geblieben.

Von den 30 Unternehmen des Deutschen Aktienindex (Dax Chart zeigen) nutzen derzeit noch neun Kurzarbeit. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der "Bild"-Zeitung zufolge arbeiten beim Autohersteller Daimler Chart zeigen noch 27.000 Beschäftigte kurz, beim Nutzfahrzeug- und Maschinenhersteller MAN Chart zeigen noch 12.000. Der Stahlkonzern ThyssenKrupp Chart zeigen senkte die Kurzarbeit demnach von rund 10.000 auf 1000 Mitarbeiter, Salzgitter Chart zeigen - ebenfalls Stahlproduzent - um zwei Drittel auf rund 3000. Kurzarbeit gibt es zudem noch bei Siemens Chart zeigen (6000 Beschäftigte), Lufthansa Chart zeigen (2600), der Deutschen Post Chart zeigen(unter 300) und dem Gase-Hersteller Linde (unter 100). BASF Chart zeigen teilte der Zeitung mit, es befänden sich noch "einige wenige" Beschäftigte in Kurzarbeit.

Die große Koalition hatte in der Wirtschaftskrise gleich zweimal beschlossen, die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes zu verlängern. Derzeit erhalten Arbeitnehmer bis zu zwei Jahre einen Ausgleich vom Arbeitsamt, wenn Betriebe Kurzarbeit beantragen. Das Arbeitsamt stockt dann Gehalt oder Lohn der betroffenen Arbeitnehmer auf und gleicht damit einen Teil ihres Einkommensverlustes aus. Das soll den Staat langfristig weniger kosten, als wenn die Arbeitnehmer in der Krise entlassen würden.

ssu/AFP/apn

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14.01.2010 von Crom:

Mensch Bödi, das Sie neben der Planung der Revolution hier noch Zeit zum Schreiben haben. Wie kommt das denn? Wann erheben sich denn nun die "Volksmassen" und wann bricht denn nun endlich alles zusammen. mehr...

13.01.2010 von J_Müller: .

Perfekt. Neben allen subjektiven guten Rat(los)schlägen hier nun das non plus ultra...die objektive Betrachtung. ^^ mehr...

13.01.2010 von Günter Bodendörfer:

Richtig, Rentner Ahnungslos sowieso. mehr...

13.01.2010 von Bernhard Fischer:

Ich habe mich nie als Opfer gefühlt, da ich weder SGB II-Bezieher war und bin!!! Wollen Sie ein wirkliches Opfer kennen lernen???? ".....Die 85-Jährige lebt jetzt von Sozialhilfe. Einen Rentenanspruch hat sie nicht. [...] mehr...

13.01.2010 von Bernhard Fischer:

Übrigens stört mich Ihre neue Namensgebung kein bisschen...jeder hat seineBerufung, meine ist die Information außerhalb des umgelenkten mäinstiiims.... mehr...

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