Wirtschaft



ThemaStreiksRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
04.02.2010
 

Ver.di-Streik

50.000 Angestellte legen die Arbeit nieder

Haltestelle in Essen: Behinderungen im öffentlichen NahverkehrZur Großansicht
dpa

Haltestelle in Essen: Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr

Die Angestellten im Öffentlichen Dienst haben ihre Streiks deutlich ausgeweitet: Bundesweit legten gut 52.000 Personen die Arbeit nieder und verursachten Behinderungen im Nah- und Flugverkehr. Freitag will Ver.di die Ausstände noch verschärfen - vor allem in Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Saarland.

Berlin - Die Gewerkschaft Ver.di lässt Deutschland ihre Macht spüren: Die Angestellten im Öffentlichen Dienst haben die Republik am Donnerstag mit Warnstreiks überzogen: Bundesweit legten etwa 52.000 Angestellte die Arbeit nieder, betroffen waren vor allem der Nahverkehr und erstmals auch der Flugbetrieb, wie Ver.di in Berlin mitteilte. Die Schwerpunkte des Streiks lagen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn traten nach Gewerkschaftsangaben Bundesangestellte bei Abfertigung und Sicherheit am Morgen zeitweilig in den Ausstand. Dadurch kam es am Morgen und Vormittag zu vorübergehenden Verspätungen. In Düsseldorf starteten nach Verdi-Angaben 25 Flüge um mehr als eine halbe Stunde nach Plan.

In Baden-Württemberg blieben im morgendlichen Berufsverkehr Busse und Bahnen in ihren Depots. Kindertagesstätten, die Müllabfuhr sowie öffentliche Verwaltungen blieben geschlossen. In mehreren Krankenhäusern wurde nach Ver.di-Angaben nur noch ein Notdienst aufrecht erhalten.

Verdi-Bundeschef Frank Bsirske forderte die Städte im "Mannheimer Morgen" dazu auf, sich gegen die Steuerpläne der Bundesregierung zu stellen, die die kommunalen Kassen belasteten. Angesichts der desaströsen Finanzlage der Kommunen forderten die Arbeitgeber dort jetzt zwar eine Lohnpause, bereiteten aber für die kommenden Jahre schon Lohnkürzungen vor.

Am Freitag will Ver.di die Ausstände noch einmal verschärfen. Tausende Angestellte in Hessen, dem Saarland, Sachsen sowie Sachsen-Anhalt sind zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen:

  • In Hessen sind knapp 118.000 Bedienstete des Deutschen Wetterdienstes, des Statistischen Bundesamts sowie kommunaler Verwaltungen aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.
  • Im Rhein-Main-Gebiet müssen sich Pendler auf Behinderungen im Nahverkehr einstellen.
  • Im Saarland sind kommunale Verwaltungen, die Müllabfuhr sowie die kommunalen Energiewerke betroffen.
  • In Sachsen sowie Sachsen-Anhalt sollen kommunale Verwaltungen und Betriebe bestreikt werden - und auch die Bundeswehr.

Die Gewerkschaften wollen mit den Ausständen ihre Forderungen nach mehr Lohn untermauern. Sie verlangen rund fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt. Am 10. Februar sollen die Gespräche in dritter Tarifrunde in Potsdam fortgesetzt werden.

Bsirske gerät inzwischen in den eigenen Reihen unter Druck. Nach Recherchen des NDR will Ver.di ausgerechnet den eigenen Angestellten nur einen Lohnzuschlag von 1,5 Prozent sowie rückwirkend eine Einmalzahlung von 150 Euro gewähren. Das Angebot liegt damit deutlich unter der Fünf-Prozent-Forderung, die die Gewerkschaft im Öffentlichen Dienst erhebt.

Ver.di-Vorstandsmitglied Isolde Kunkel-Weber verteidigte am Mittwochabend im NDR-Fernsehmagazin "Menschen und Schlagzeilen" das Angebot. Die vom Gesamtbetriebsrat geforderten fünf Prozent würden würden die Personalkosten um rund 8,5 Millionen Euro pro Jahr erhöhen. Das entspräche etwa 120 Vollzeitstellen für Gewerkschaftssekretäre, die nicht mehr besetzt werden könnten.

ssu/AFP/dpa/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1191 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.02.2010 von schattenwolf08: Vielen Dank

Kurti, für diesen Anstand. Diese absichtlichen Unwahrheiten, die Sie verbreitet haben, brauchen wir wirklich nicht. mehr...

27.02.2010 von schattenwolf08: Ist zu hoffen

wir brauchen schließlich unseren Power-, Vorzeig-Beamten Kurti, der der ganzen Welt zeigt, daß man auch mit keinem Arbeitseinsatz (ist ja kaum möglich, weil zu jeder tageszeit gemailt wird) jederzeit finanziel besser steht als [...] mehr...

27.02.2010 von arbusto:

Kurt, was ist schief gelaufen? Fast möchte man meinen die Tarifpartner hätten noch nie etwas vom großen Flassbeck gehört. ---Zitat--- Na ja ob der stolze Abschluss auch auf die Beamten übertragen wird, sei dahingestellt. [...] mehr...

27.02.2010 von kurt klemm: Möglich ist alles

Na dann sollten Ihre Bekannten froh und glücklich sein, wenn die Bürokratie ihre einzige Sorge ist. Bei meinen Selbstständigen Freunden und Bekannten ist es das Ausbleiben der Kunden und der magere Umsatz. Ihre Bemerkung zum [...] mehr...

27.02.2010 von schattenwolf08: Übrigens

komme ich aus einer Familie von mittelständischen Unternehmern, die untereinander natürlich auch viele kennen. Keiner, aber auch keiner beschwert sich nicht über die Bürokratie, sogar Politiker schelten sie andauernd, haben [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Streiks

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Informationen zur Lage


Vote

Ver.di-Warnstreik

Ver.di kämpft um Lohnerhöhungen im Öffentlichen Dienst - welche Steigerung halten Sie für angemessen?

  • 1 Prozent
  • 2 Prozent
  • 3 Prozent
  • 4 Prozent
  • 5 Prozent
  • Gar keine





TOP



TOP