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09.02.2010
 

Gesundheitsreport

Wirtschaftskrise raubt den Deutschen den Schlaf

Schlaflabor in Freiburg: Unruhige NachtruheZur Großansicht
DPA

Schlaflabor in Freiburg: Unruhige Nachtruhe

Stress führt zu Schlafentzug - und die Weltwirtschaftskrise stresst die Deutschen offenbar gehörig: Laut dem Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK beklagt inzwischen jeder zweite Erwerbstätige von Zeit zu Zeit eine gestörte Nachtruhe.

Berlin - Rund vier Millionen Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter schweren Schlafstörungen, jeder zweite Erwerbstätige leidet gelegentlich darunter, heißt es im Gesundheitsreport 2010 der Krankenkasse DAK, der am Dienstagnachmittag in Berlin vorgestellt wird.

Die Hauptursachen sind Stress und Belastungen, die knapp 40 Prozent der Befragten beklagen. 25 Prozent sagen zudem, sie würden vor Sorgen grübeln. Durch die Wirtschaftskrise haben Stress und Belastungen nochmals zugenommen, Stress und Belastungen sind laut DAK in der Krise deutlich gestiegen - nicht zuletzt, da die Angst vor dem Jobverlust steigt.

"In einer deutschlandweiten Studie wurde kürzlich gezeigt, dass insbesondere existentielle Sorgen am Arbeitsplatz die Häufigkeit von Insomnien erhöht", heißt es zur Begründung. "Drohender Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit stellen einen hohen Risikofaktor dar." Hinzu komme, dass berufliche Konfliktsituationen mit Vorgesetzen und Kollegen vor allem in wirtschaftlich schwachen Zeiten vermehrt zu beobachten seien.

Die Betroffenen schlafen nach eigenen Angaben mehr als dreimal die Woche schlecht und quälen sich fast jeden Tag übermüdet durch den Tag. Insgesamt sind rund die Hälfte der Erwerbstätigen von Schlafproblemen betroffen, davon 21 Prozent häufiger und 28 Prozent manchmal. Im Auftrag der DAK wurden 3000 Erwerbstätige zwischen 35 und 65 Jahren befragt. Für die Studie wurden zudem die Daten von 2,5 Millionen DAK-Mitgliedern ausgewertet.


Der Krankenstand stieg im vergangenen Jahr leicht auf 3,4 Prozent. Im Vorjahr waren im Schnitt noch 3,3 Prozent der DAK-Beschäftigten pro Tag wegen Krankheit arbeitsunfähig. Damit ist der Wert, der angibt, wie viel Prozent der Beschäftigten an einem Kalendertag durchschnittlich arbeitsunfähig erkrankt waren, das dritte Jahr in Folge gestiegen. Dennoch bleibt er auf einem im Zehn-Jahres-Vergleich noch relativ niedrigen Niveau. In den Jahren 2000 bis 2003 betrug der Krankenstand noch 3,5 Prozent.

2009 bestanden Unterschiede zwischen den Bundesländern: In den westlichen Bundesländern einschließlich Berlin beträgt der Krankenstand durchschnittlich 3,3 Prozent, in den östlichen Bundesländern 4,2 Prozent. In den westlichen Bundesländern streut der Krankenstand zwischen dem niedrigsten Wert in Höhe von 2,8 Prozent in Baden-Württemberg und dem höchsten in Berlin mit 3,9 Prozent. Brandenburg steht 2009 mit einem Krankenstand von 4,3 Prozent an der Spitze des Krankenstandsgeschehens der Bundesländer.

Mehr als ein Fünftel aller Krankheitstage gehen auf Muskel-Skelett-Probleme zurück. Erkrankungen des Atmungssystems lagen mit 19 Prozent hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Krankenstand an zweiter Stelle. Auf Verletzungen konnten 13,6 Prozent des Krankenstandes zurückgeführt werden (siehe Fotostrecke).

ssu

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