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19.02.2010
 

Atomkonflikt

Deutsche Konzerne unterstützen Export-Stopp nach Iran

Für eine rasche Lösung des Iran-Konflikts nehmen Deutschlands Exporteure wirtschaftliche Einbußen in Kauf: "Wir brauchen massive Sanktionen", sagt der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. "Die Weltgemeinschaft darf sich nicht länger vorführen lassen."

Berlin - Es ist eine überraschende Aussage für eine Interessenvertretung, die dafür sorgen soll, dass deutsche Unternehmen möglichst ungehindert ihre Waren ins Ausland exportieren: Der Außenhandelsverbandes BGA gibt der deutschen Regierung bei ihrer Iran-Politik volle Rückendeckung. Wegen neuer Hinweise auf eine Entwicklung einer Atombombe in Iran unterstützt der Bund umfassende Sanktionen gegen die Islamische Republik.

Angesichts der Entwicklungen in Iran, müssten die deutschen Exporteure "kurzfristige Geschäftsinteressen hinten anstehen lassen", sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, am Freitag. Sogar einen Alleingang des Westens ohne Beteiligung von China und Russland würde sein Verband mittragen. "Wer nicht hören will, muss fühlen", kommentierte Börner die Lage in Iran. "Die Weltgemeinschaft darf sich nicht länger vorführen lassen."

Deutschland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Irans. 2009 wurden Waren im Wert von mehr als 3,3 Milliarden Euro dorthin geliefert - vor allem Maschinen, Anlagen, Chemieprodukte und Fahrzeuge. "Für die deutsche Wirtschaft sind Sanktionen sicher verkraftbar", sagte Börner. "Es mag aber bei einigen Unternehmen zu Härtefällen kommen." Allerdings kämen Handelsboykotte auch nicht aus heiterem Himmel, so dass sich viele Unternehmen darauf eingestellt hätten.

Europas größter Technologiekonzern Siemens hatte bereits angekündigt, keine neuen Aufträge aus Iran mehr anzunehmen. "Schon seit längerem haben wir unsere Geschäftsaktivitäten mit Kunden in Iran reduziert", sagte Firmenchef Peter Löscher im Januar.

Die internationale Atomenergiebehörde IAEA befürchtet, dass Iran bereits an der Entwicklung eines atomaren Raketensprengkopfes arbeitet. Das Land steht seit längerem im Verdacht, unter dem Deckmantel eines friedlichen Energieprogramms heimlich nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück.

ssu/Reuters

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

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Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung






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