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24.02.2010
 

Haushalt

Deutsches Defizit steigt auf 3,3 Prozent

Reichstag in Berlin: Haushaltslöcher nähren Zweifel an der Stabilität des EuroZur Großansicht
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Reichstag in Berlin: Haushaltslöcher nähren Zweifel an der Stabilität des Euro

Die Wirtschaftskrise hat sich 2009 erheblich stärker auf den deutschen Staatshaushalt ausgewirkt als bislang vermutet. Das Defizit betrug im vergangenen Jahr 79,3 Milliarden Euro - und liegt bei 3,3 Prozent des BIP. Damit verfehlt Deutschland die Maastricht-Grenze.

Wiesbaden - Deutschland ist im Krisenjahr 2009 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als bisher gemeldet. Das Staatsdefizit habe im vergangenen Jahr 79,3 Milliarden Euro betragen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. In der für das europäische Verfahren bei einem übermäßigen Defizit des Staates maßgeblichen Abgrenzung betrage das Finanzierungsdefizit 79,1 Milliarden Euro.

Der Bund stand demnach mit 39,6 Milliarden Euro im Minus, die Länder mit 20,2 Milliarden Euro, die Gemeinden mit 7,5 Milliarden Euro und die Sozialversicherung mit 12,1 Milliarden Euro.

Damit wurde der ursprüngliche Wert von minus 77,2 Milliarden Euro revidiert. Das Defizit betrug damit 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und nicht wie bisher gemeldet 3,2 Prozent.

Damit überschritt Deutschland erstmals seit 2005 wieder die Maastricht-Grenze. Die EU-Regel erlaubt als Obergrenze ein Defizit von 3 Prozent des BIP; sie soll für einen stabilen Euro sorgen.

Ökonomen hatten mit einem negativen Ergebnis gerechnet, da neben den Konjunkturprogrammen auch die Kurzarbeit und die infolge der Wirtschaftskrise sinkenden Steuereinnahmen die öffentlichen Haushalte belasteten. Insgesamt stagnierte das reale Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2009 gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte und damit seine erste Veröffentlichung bestätigte. Dabei wurde der Vorjahreswert um 1,7 Prozent, kalenderbereinigt um 2,4 Prozent, unterschritten. Dies entsprach ebenfalls den vorläufigen Angaben.

Insgesamt konnte allein der Außenhandel noch nennenswert zur Wirtschaftsentwicklung beitragen. Die Konsumausgaben des Staates gingen dagegen um 0,6 Prozent zurück. Die privaten Konsumausgaben reduzierten sich um ein Prozent. Die Investitionen in Ausrüstungen fielen um 1,5 Prozent. Zudem bauten die Unternehmen im letzten Jahresviertel ihre Lagerbestände wieder ab, nachdem es im Quartal zuvor noch eine kräftige Aufstockung der Bestände gegeben hatte.

Angesichts steigender Sozialausgaben sind die Voraussetzungen für 2010 damit ziemlich ungünstig. Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass die staatliche Defizitquote 2010 sogar auf fünf Prozent steigen dürfte. Das Bundesfinanzministerium geht in einer Mitteilung an den Rat der Finanz- und Wirtschaftsminister (Ecofin) für 2010 sogar von einer Defizitquote von 5,5 Prozent aus, will sie aber bis 2013 wieder auf unter drei Prozent drücken.

Viele wirtschaftliche Annahmen, die der Mitteilung zugrunde liegen, gehen allerdings von sehr günstigen Bedingungen aus. So müsste die deutsche Wirtschaftsleistung zwischen 2011 bis 2013 real um je zwei Prozent wachsen wird. Sollte das Wachstum pro Jahr auch nur einen halben Prozentpunkt unter den Erwartungen der Regierung liegen, würde Deutschland 2013 noch ein Defizit von vier Prozent ausweisen und die Vorgaben des Stabilitätspakts verfehlen.

Verglichen mit anderen Euro-Ländern steht Deutschland aber noch gut da. Griechenland wies eine Defizitquote von 12,7 Prozent aus, gefolgt von Irland und Spanien mit mehr als zehn Prozent. Die Sorgen über die Zahlungsfähigkeit Griechenlands haben an den Finanzmärkten das Vertrauen in den Euro erschüttert.

mik/dpa-AFX/apn

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30.07.2010 von Dominik Menakker:

Kaum lässt man euch Verschwörungstheoretiker mal wieder ein paar Tausend Beiträgen alleine, fangt ihr schon wieder an den dümmsten Mist zu posten. Die EZB kann nichts auf- oder abwerten. Habe ich an anderer Stelle schon oft [...] mehr...

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29.07.2010 von rolli:

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Die Maastricht-Kriterien

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Die Teilnahme an der Europäischen Währungsunion ist nach dem Vertrag von Maastricht an fünf Kriterien geknüpft. Sie sollen sicherstellen, dass die Euro-Länder sich wirtschaftlich so angenähert haben, dass sie reif für eine gemeinsame Währung sind:

1. Die Neuverschuldung soll nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

2. Für die Staatsverschuldung gilt ein Richtwert von 60 Prozent des BIP, den die Länder einhalten oder dem sie sich annähern sollen.

3. Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder liegen.

4. Die langfristigen Zinssätze dürfen nicht mehr als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten EU-Länder liegen.

5. Die Währung muß sich mindestens zwei Jahre spannungsfrei und ohne Abwertung im Europäischen Währungssystem bewegt haben.







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