Hamburg - Die EU-Kommission und die amerikanische Regierung erhöhen den Druck auf Spekulanten: Laut einem Bericht der "Financial Times" bestellt die EU-Kommission Großbanken ein, um ihren Handel mit Versicherungen auf griechische Staatsanleihen genau zu untersuchen. Das US-Justizministerium habe Hedgefonds aufgefordert, Unterlagen aufzubewahren, die mögliche Wetten auf den Verfall des Euros belegen, heißt es in dem Bericht weiter.
Griechenland steht am Rand der Pleite. Hedgefonds und Großbanken stehen im Verdacht, daran eine Mitschuld zu tragen. Übereinstimmenden Zeitungsberichten zufolge schüren Spekulationen mit Kreditversicherungen auf griechische Staatsanleihen, sogenannten Credit Default Swaps, Ängste vor einer Staatspleite im Süden Europas.
Mit Credit Default Swaps (CDS) sichern sich Banken und andere Investoren gegen das Risiko ab, dass Griechenland im Falle einer Pleite seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Tatsächlich destabilisieren die Credit Default Swaps die Lage in dem verschuldeten Staat. Denn allein schon durch den massenhaften Kauf der Papiere schießt ihr Preis in die Höhe. Dies sieht dann so aus, als ob sich die reale Lage in Griechenland verschlimmert hätte - was nicht unbedingt der Fall sein muss. Der Preisanstieg wiederum alarmiert die Käufer griechischer Staatsanleihen; die Regierung in Athen bekommt Probleme, frisches Geld am Kapitalmarkt zu bekommen.
Die Aufschläge der Credit Default Swaps für griechische Staatsanleihen hatten sich im Januar und im Februar zum Teil massiv verteuert - innerhalb kurzer Zeit. Eine Abwärtsspirale setzte ein: Die Möglichkeit, dass der Staat auf seinen Schulden sitzenbleiben könnte, verschärfte die Angst am Markt, die Preise für Kreditversicherungen schossen weiter in die Höhe, noch weniger Anleger kaufen Staatsanleihen. Da Griechenland Mitglied der europäischen Währungsunion ist, destabilisierte die von Spekulanten getriebene Panik letztlich auch den Euro.
"Im schlimmsten Fall droht eine harte Regulierung"
Das Image der Finanzbranche leidet dadurch erneut. "In dem aktuellen Umfeld ist klar, dass jeder, der von dem Unglück eines anderen profitiert, sich öffentliche Kritik einhandelt", sagte Kirby Daley, Stratege beim Brokerhaus Newedge, laut "Financial Times Deutschland". "Im schlimmsten Fall droht eine harte Regulierung." Newedge ist Dienstleister für zahlreiche Hedgefonds.
Dem Zeitungsbericht zufolge will die EU-Kommission der Anti-Euro-Spekulation nun rasch auf den Grund gehen. "Wir werden bald ein entsprechendes Treffen organisieren", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. Als möglicher Termin komme Freitag in Frage. Ziel sei, die Preismechanismen auf dem CDS-Markt und seine Verbindung zum Anleihenhandel kennenzulernen. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte diese Woche ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet.
Der Handel mit Credit Default Swaps ist für die Kontrolleure schwer nachzuvollziehen: Es gibt für ihn keine Börsen- oder Clearing-Pflicht. Die Finanzwächter in Europa und den USA diskutieren Möglichkeiten, die Branche schärfer zu kontrollieren.
Auch in den USA regt sich Widerstand gegen mögliche Panikmache an den internationalen Finanzmärkten. Laut "Financial Times" forderte das US-Justizministerium zahlreiche Hedgefonds auf, alle Unterlagen aufzubewahren, die mögliche Wetten auf eine Abwertung des Euros belegen könnten.
Das Schreiben richtet sich dem Bericht zufolge an mächtige Fonds wie Soros Fund Management, SAC Capital Advisors und Greenlight Capital. Vertreter dieser Fonds hatten Berichten zufolge am 8. Februar in Manhattan an einem Dinner teilgenommen. Thema des Treffens war den Angaben zufolge eine Abwertung des Euros - und die Krise in der europäischen Währungsunion.
Die betroffenen Hedgefonds lehnten einen Kommentar ab. Auch das Justizministerium äußerte sich nicht zu den Berichten.
ssu
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Wenn man zur deutschen Geld-Elite zählt, braucht man keine Wahrnehmungsstörungen haben, da kann man einfach in Saus und Braus dahinleben. mehr...
Das mag sein, dass der Gipfel des Wohlstandes überschritten wurde. Im kalten Krieg gabs auch noch Frontzulage. Allerdings war auch klar, das mit der EU die Armen reicher und die Reichen ärmer werden, weil die Lebensverhältnisse [...] mehr...
Nein eben nicht. Das höchste Niveau hatten wir bevor Schröder und Merkel den deutschen Wohlstand mit Steuersenkungen, Privatisierungen und Sozialabbau verheizten. Jetzt haben wir nur noch das höchste Schuldeniveau und das [...] mehr...
Jammern auf höchstem Niveau. mehr...
Haben nicht eher die Deutschen ihren Untergang beschleunigt - durch Nicht-Streiks? Wir haben es Schröder, Merkel & Co. durchgehen lassen, die Sozialsysteme zu schleifen, in 12 Jahren die Staatsverschuldung um 50% zu [...] mehr...
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