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08.03.2010
 

Hilflose EU

Ökonomen verwerfen Schäubles Währungsfonds-Idee

Von Anne Seith, Frankfurt am Main

Zentrale der Europäischen Zentralbank: Kein Plan für die geordnete Insolvenz eines Staats Zur Großansicht
dpa

Zentrale der Europäischen Zentralbank: Kein Plan für die geordnete Insolvenz eines Staats

Die EU wirkt in der Griechen-Krise hilflos, jetzt wollen Politiker für ähnliche Situationen vorsorgen - und planen einen Stützungsfonds für klamme Euro-Staaten nach Vorbild des IWF. Doch Wirtschaftsforscher finden ein solches Sicherheitsnetz gefährlich.

Es soll nun alles ganz schnell gehen: Bereits am Dienstag will die EU-Kommission über die Gründung eines Europäischen Währungsfonds (EWF) beraten, wie Industriekommissar Antonio Tajani am Montag in Mailand verriet. Auch der neue EU-Währungskommissar Olli Rehn signalisierte Sympathie für die Idee: "Die Kommission ist bereit, ein europäisches Instrument zur Unterstützung (angeschlagener Mitgliedstaaten) vorzuschlagen", sagte sein Sprecher.

Der Plan: Über einen Europäischen Währungsfonds sollen künftige Liquiditätshilfen für schuldenbeladene Mitgliedstaaten der Euro-Zone geregelt werden. Für einen solchen Fonds hatte sich am Wochenende schon Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ausgesprochen und damit die Diskussion ordentlich angeheizt.

Die Idee klingt bestechend. Der EWF soll ein Finanzdesaster, wie es die Europäische Union derzeit mit Griechenland erlebt, künftig verhindern. Jahrelang hatte das Land weit über seine Verhältnisse gewirtschaftet, sogar Statistiken wurden gefälscht. Getan wurde nichts, zumindest nicht genug. Als dann Spekulanten auf eine griechische Staatspleite wetteten und das Land kurz vor dem Kollaps stand, machte sich Entsetzen breit: Denn Hilfsmechanismen für einen solchen Krisenfall gibt es keine. Eine Blaupause für die geordnete Insolvenz eines EU-Staates gibt es schon gar nicht. So bedrohten die Probleme des überschuldeten Staates den gesamten Euro-Raum.

Ein EWF könnte in künftigen Schuldenkrisen Liquiditätshilfen für Euro-Mitgliedstaaten geben, so die Überlegung in Berlin. Natürlich nach genau festgelegten Kriterien. Das Vorbild wäre der Internationale Währungsfonds (IWF), der diese Aufgabe schon auf globaler Ebene wahrnimmt.

Doch wie gut ist die Idee wirklich? Wie soll ein Europäischer Währungsfonds überhaupt aussehen? Und was passiert, wenn die Idee in den schwerfälligen Mühlen europäischer Entscheidungsfindung am Ende doch noch zerrieben wird? SPIEGEL ONLINE klärt die wichtigsten Fragen.

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insgesamt 108 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
20.03.2010 von Gman: Absoluter Nonsens

aber die gezielte Desinformation geht halt weiter. Wenn es diesen Fonds gibt werden alle finanzpolitischen Dämme innerhalb der Euro-Zone brechen. Welchen Anreiz gibt es dann noch für einen Staat seine Schulden unter Kontrolle [...] mehr...

20.03.2010 von woscho: Deutschland benötigt keinen EWF

*nach Modell Schäuble.* Schmeißt unfähige Mitgliedsländer aus dem €-Verbund, noch besser, nehmt Wackelkandidaten gar nicht erst auf. mehr...

20.03.2010 von kdshp:

Er soll seinen Beamten ein Sprechverbot gegenüber Kanzlerin Merkel verordnet haben. "Unsinn", wiegelt das Ministerium offiziell ab. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,684763,00.html Hallo, was geht [...] mehr...

12.03.2010 von MJM1605: Ewf

Sehr geehrter Silverhair, Viele Dank für ihre so ausführliche Darstellung. Zu A) hat "Arkor" mir schon eine gute Antwort geliefert. mehr...

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Gegründet wurde der Internationale Währungsfonds (IWF) zusammen mit seiner Schwesterinstitution Weltbank im Juli 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods. Der in Washington ansässige Fonds wacht als Sonderorganisation der Vereinten Nationen über die Währungspolitik seiner 186 Mitgliedsländer. Jedes Land muss entsprechend seinem Anteil an der Weltwirtschaft eine Einlage leisten und verfügt über entsprechende Stimmrechte. Die reichsten Länder haben damit den größten Einfluss.


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