Frankfurt am Main - Die Antwort kam prompt - und sie war eindeutig: Die Deutschen Banken halten nichts von einer Beteiligung an krisengeschüttelten isländischen Finanzhäusern. Ein Einstieg stehe überhaupt nicht zur Debatte, hieß es am Montag aus mehreren deutschen Instituten, die in dem nordischen Land engagiert sind.
Wirtschaftsminister Gylfi Magnusson hatte es laut "Handelsblatt" als sinnvoll bezeichnet, "wenn sich ausländische Institute bei isländischen Banken einkaufen würden". Hierbei handle es sich wohl um einen vorgezogenen April-Scherz, kommentierte ein deutscher Banker. "Wer derzeit in Island Eigenkapital investiert, dürfte arge Probleme mit seinen Eigentümern bekommen."
Den Vorschlägen zufolge sollen deutsche Banken einen Teil ihrer Forderungen in Eigenkapital umwandeln. Für die isländischen Häuser würde sich so die Schuldenlast reduzieren und sie bekämen einen starken Finanzpartner. "Es wäre wünschenswert, wenn die Deutsche Bank sich an uns beteiligt", sagte beispielsweise der Chef der Bank Arion, Finnur Sveinbjörnsson, dem "Handelsblatt". Das Haus ist das Nachfolge-Institut der Kaupthing Bank. Die Deutsche Bank äußerte sich nicht dazu.
Deutsche Institute sind insgesamt mit rund 16 Milliarden Euro in dem klammen Inselstaat engagiert und gehören damit zu den Hauptgläubigern - der größte Teil davon sind allerdings Kundengelder. Ihre Island-Anleihen haben die meisten Häuser bereits weitgehend abgeschrieben.
Isländer wollen Guthaben nicht ersetzen
Am Samstag hatte der Staat in einer Volksabstimmung gegen eine milliardenschwere Rückzahlung britischer und niederländischer Sparguthaben bei der zusammengebrochenen Icesave-Bank gestimmt.
Trotzdem rechnet der isländische Zentralbankchef Mar Gudmundsson, dass es in den kommenden Wochen zu einer Lösung des Problems kommen könnte. Dann wäre der Weg frei für Hilfsgelder des Internationalen Währungsfonds(IWF) und der nordischen Staaten, sagte Gudmundsson. Sobald diese Hilfen zur Verfügung stünden, benötige Island keine weitere Unterstützung mehr.
Der IWF und die nordischen Länder hatten Island rund 4,5 Milliarden Dollar zugesagt. Der größte Teil des Geldes wurde wegen des Streits um das Icesave-Gesetz aber noch nicht ausgezahlt. Auch die Ratingagentur S&P mahnte eine möglichst rasche Einigung an. Andernfalls drohe eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Islands. Trotz der Ablehnung des Icesave-Gesetzes werde die Bonitätsnote BBB-/A-3 und der Status "Creditwatch" aber vorerst beibehalten.
mik/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
Mindestlohn für den Standort Deutschland Peter Nowak 26.11.2010 Wegen der im Mai 2011 in Kraft tretenden Freizügigkeit für Arbeitskräfte aus Osteuropa sind scheinbar in Deutschland nun auf einmal alle für einen Mindestlohn - [...] mehr...
Bernanke setzte sich offenbar über die Mehrheit der regionalen Fed-Präsidenten hinweg, von denen laut Protokoll sehr wenige überhaupt bereit waren, eine neue Runde des "monetären Stimulus" zu befürworten. Kurz nach [...] mehr...
Lyndon LaRouche über Bernankes Gelddruckerei: Die Menschheit ist zu kostbar, um sie für Spekulanten zu opfern! Während Europa sich dem Diktat der Finanzmärkte beugt, sich in Schuldenpanik verstricken läßt und massive Sparpolitik [...] mehr...
Das einzig Sinnvolle wäre, dass Banken ihre Verluste komplett selber tragen. Natürlich ist auch das Geld der Kunden betroffen. Wenn ein Kunde sein Geld einer Zockerbank anvertraut (aus welchen Gründen auch immer), dieses Geld [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Island | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH