Wirtschaft


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15.03.2010
 

Langzeitarbeitslose

"Ich würde alles tun, um wieder zu arbeiten"

Von Alexander Landsberg

Wie kann es sein, dass man jahrelang einen Job sucht - und keinen findet? Deutschland diskutiert über Hartz IV. Auf SPIEGEL ONLINE erzählen Langzeitarbeitslose, Sozialhelfer und Ökonomen vom Kampf um ein selbstbestimmtes Leben. Und sagen, was sie von der aktuellen Debatte halten.

Hamburg - Die Bleistiftlinie führt elegant über das karierte Papier. Detlev B. hat sich Mühe gegeben - er sollte eine Skizze machen für ein Werkstück, und er hat sie so gut hinbekommen, dass Boris Dudziak voll des Lobs ist. Wie von einem technischen Zeichner sieht sie aus.

"Das hätte ich niemals für möglich gehalten", sagt Dudziak. Der Mann mit Vollbart und weißem Baumwollhemd ist Leiter einer Holzwerkstatt. Es ist nicht irgendeine Werkstatt, sondern ein sogenanntes "Aktivcenter", in dem Langzeitarbeitslose trainiert werden. Langzeitarbeitslose wie Detlev B. Menschen, die weiter vom Arbeitsmarkt entfernt sind als alle anderen.

"Die Menschen haben großes Potential", sagt Dudziak. "Aber in dieser Gesellschaft leider wenig Chancen." Einige seiner Leute können nicht richtig Deutsch. Oft können sie nicht mal das Einmaleins. Haben keinen Schul- oder Berufsabschluss. Stecken in Schulden. Oder sie sind seit Jahren isoliert.

Rund 960.000 Menschen in Deutschland gelten als langzeitarbeitslos. In Gesetzesdeutsch heißt das: Sie haben innerhalb eines Jahres keine sozialversicherungspflichtige Arbeit gefunden. Mehr als 800.000 von ihnen beziehen Hartz IV. Sie machen den größten Teil aller Hartz-IV-Empfänger aus, neben Alleinerziehenden und sogenannten Aufstockern, deren Niedriglöhne vom Staat auf Hartz-IV-Niveau angehoben werden.

Doch welche Schicksale stecken hinter diesen Zahlen? Und warum finden so viele Langzeitarbeitslose keine Arbeit?

Deutschland diskutiert über Hartz-IV-Empfänger, über ihre Bezüge und ihre angeblich geringe Arbeitsmoral - spätestens seit Guido Westerwelles (FDP) Sozialstaatskritik. Hannelore Kraft, SPD-Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, hat gefordert: Wer jahrelang keinen Job auf dem regulären Arbeitsmarkt bekommen hat, soll in einem öffentlich geförderten Bereich Tätigkeiten wie Straßensäuberung und Büchervorlesen übernehmen. "Wir müssen endlich ehrlich sein: Rund ein Viertel unserer Langzeitarbeitslosen wird nie mehr einen regulären Job finden."

Ist das wirklich so? Haben Hundertausende Menschen auf dem Arbeitsmarkt einfach keine Chance mehr? Und muss sich die Politik damit abgeben?

SPIEGEL ONLINE hat nachgefragt - bei Betroffenen, Sozialarbeitern und Ökonomen. Wie sie die Debatte empfinden, welche Lösungen sie vorschlagen:


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Die neuesten Beiträge:
23.03.2010 von merapi22: Alles, nur keine DRD2!

Gute Frage, also 100% höhere Löhne und kein Harz4 wenn wir vor 10 Jahren das BGE eingeführt hätten. Wie wäre das bezahlbar, oder Gegenfrage welchen inneren Wert hat Geld eigentlich? Möglichkeit 1, sagen wir Japan hat endlich [...] mehr...

23.03.2010 von qvoice:

Geld entsteht nicht von selbst sondern durch Arbeit. Ich nehme an Sie wollen Bürgergeld mit dem sie etwas kaufen können? mehr...

23.03.2010 von Jolly65: Nachtrag

Hartz IV macht nur einen kleinen Teil der Sozialausgaben aus (etwa 10 %). Daß die "Brot und Wasser"-Fraktion sich aber fast immer darauf stürzt, wenn es um eine Verringerung der Staatsausgaben geht, spricht doch Bände, [...] mehr...

23.03.2010 von Jolly65: ...

Genau das steckt dahinter: es ist eine selbstaufwertende Pose, der andere wird klein gemacht (faul, dekadent, schwach, lebensuntüchtig, unreif usw,), während man sich in die Pose eigener Größe wirft (rational, stark, streng, [...] mehr...

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