Vaduz - Liechtenstein meldet Erfolge beim Kampf gegen Geldwäsche: Die Zahl der Verdachtsmeldungen sei 2009 um 24 Prozent auf 235 gestiegen, teilte die zuständige Financial Intelligence Unit (FIU) des Fürstentums am Mittwoch in einer Presseerklärung mit. Unter Geldwäsche versteht man Ein- und Auszahlungen illegaler Geldsummen etwa über Firmenkonten, deren kriminelle Herkunft so verschleiert werden kann.
Vor allem Banken meldeten die Verdachtsfälle, einige kamen auch von Treuhandgesellschaften. "Die im vergangenen Jahr sehr markante Zunahme der Verdachtsmitteilungen führen wir auf eine konsequente Gesetzgebung, Sensibilisierung des Finanzplatzes durch seine 'Null-Toleranz'-Politik und nicht zuletzt auf ein sehr effizientes Meldesystem zurück", erklärte dazu Regierungschef Klaus Tschütscher. So seien 63 Prozent aller Verdachtsmitteilungen nach internen Erhebungen der FIU erstattet worden.
Die Umsetzung der jüngsten EU-Geldwäsche-Richtlinie im vergangenen März habe zu einer Ausdehnung des Meldesystems geführt. Die Anpassung an die internationalen Standards müsse aber noch weiter geführt werden, sagte FIU-Leiter René Brülhart. Ziel sei "die Aufrechterhaltung und Gewährleistung der Reputation des liechtensteinischen Finanzplatzes". Auch beim Bundeskriminalamt und in zahlreichen weiteren Ländern gibt es eine FIU zur Bekämpfung von Geldwäsche.
Liechtenstein hat sich nach zahlreichen Steuerskandalen, dessen prominentestes Opfer Ex-Postchef Klaus Zumwinkel war, verpflichtet, seine Finanz- und Steuerpraxis internationalen Regeln anzupassen.
fro/AFP/dpa/apn
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