Von Anne Seith, Frankfurt am Main
Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde ist offensichtlich auf Krawall getrimmt. Anfang der Woche sorgte sie in Berlin für Empörung, als sie in der "Financial Times" wortreich den deutschen Handelsüberschuss kritisierte - die Tatsache also, dass die Bundesrepublik mehr Güter exportiert als importiert. Das schade den europäischen Nachbarn, motzte Lagarde.
Am Mittwoch legte sie nach: Wenn in einer wirtschaftlichen Solidargemeinschaft wie der Euro-Zone Anstrengungen nötig seien, müssten sich "alle" bemühen, so die Ministerin im französischen Radiosender RTL. Staaten mit einem Defizit müssten dies abbauen, aber andere mit "einem Überschuss" dürften nicht "einmotorig" fahren. "Zum Beispiel kann Deutschland vielleicht ein wenig seine Steuern senken, um den heimischen Konsum anzukurbeln", regte die Ministerin an.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte kühl. "Dort, wo wir stark sind, werden wir unsere Stärken nicht aufgeben", erklärte sie im Bundestag. Zwar nimmt auch die Kanzlerin inzwischen den lang verpönten Begriff einer "gemeinsamen Wirtschaftsregierung" für Europa in den Mund. Die müsse sich aber bitteschön an den schnellsten und nicht an den langsamsten Staaten orientieren.
Tatsächlich sind aber genau die langsamen, sprich die weniger wettbewerbsfähigen Staaten, das große Problem der Euro-Zone. Die desaströse Haushaltslage in Griechenland hält in diesen Wochen die gesamte Gemeinschaft in Atem, die Angst um den Euro geht um. Ähnliche Schwierigkeiten in Spanien, Irland, Italien oder Portugal könnten die Lage weiter verschärfen.
Auf der einen Seite Überschüsse, auf der anderen Defizite
Der Euro-Raum stehe vor der Zerreißprobe, warnen Kritiker. Ihre Begründung: Seit Einführung der Gemeinschaftswährung haben sich die Länder immer stärker auseinanderentwickelt, statt zu einem Wirtschaftsraum zusammenzuwachsen. Unter anderem weil Währungsschwankungen Wettbewerbsunterschiede nicht mehr ausgleichen können.
Auf der einen Seite der Gemeinschaft stehen nun Staaten wie Deutschland oder Finnland mit ihren gewaltigen Leistungsbilanzüberschüssen. Auf der anderen Seite stehen Länder wie Griechenland oder Portugal mit gewaltigen Defiziten. Sie konnten mit den Power-Staaten auf Dauer nicht mithalten und lebten, angelockt von billigen Zinsen, jahrelang auf Pump.
Das logische Fazit wäre eine gemeinsame Wirtschaftspolitik für die gesamte EU. Allerdings gibt es heftige Widerstände: Schließlich ist kaum ein Staat bereit, seine Hoheit über Haushalts- und Industriepolitik abzugeben.
Was kann die Gemeinschaft also tun, um Krisen wie in Griechenland künftig zu verhindern? Und was muss geschehen, wenn der Notfall doch eintritt? SPIEGEL ONLINE klärt die wichtigsten Fragen zur Zukunft des Euro:
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Dazu muss mann jedoch sagen,das die erwähnten alle wesentlich älter waren als die USA, die sich erst nach einem verheerenden Bürgerkrieg zusammenfanden. Mann sollte erst einmal die ethnischen Konflikte dort ausbrechen lassen [...] mehr...
Zustimmung,Zustimmung..... etwas sollte jedoch korrigiert werden und zwar bestehen die USA mal gerade etwas ueber 200 Jahre oder sieht man den Nord Sued Civil War als Gruendungspunkt erst 140 Jahre,wogegen das Habsburger [...] mehr...
Ihrer Sicht der Dinge kann ich nur zustimmen. Möchte jedoch anfügen das in etlichen Ländern das Volk zu einem EU Beitritt befragt wurde.Ich verweise auch auf die Abstimmungen in Dänemark und Frankreich Irland mit der [...] mehr...
Warum sollten die Deutschen sparen und Disziplin an den Tag legen und Kürzungen und Lebensqualitäts-Abbau hinnehmen müssen, wenn die Süd-Länder EUROPAS ein „Faß ohne Boden“ für unsere „alternativlosen“ riesigen [...] mehr...
Ein Völker-oder Staatenbund, der von einigen wenigen Machtpolitikern gegen den Willen der großen Mehrheit der Beteiligten beschlossen wurde, fällt IMMER auseinander-leider müssen das auch immer die Unschuldigen ausbaden. [...] mehr...
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