Berlin - Reingelassen hat Angela Merkel sie nicht. "Wir haben die Kanzlerin um einen Termin gebeten, aber den hat sie uns leider nicht gewährt", sagt Attac-Sprecherin Frauke Distelrath. Aber zumindest die Anklageschrift durften die Aktivisten im Kanzleramt hinterlassen.
Eine Anklage im juristischen Sinne ist es allerdings nicht. Die Aktion der Globalisierungskritiker sei vielmehr eine "zivilgesellschaftliche Anklage" - vor einem Bankentribunal. Das soll Anfang April in der Berliner Volksbühne tagen und dort soll sich dann Merkel (CDU) genauso verantworten wie ihr Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
"Die Finanzkrise zerstört weltweit Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen. Im Tribunal klagen wir die Bundesregierungen seit 1998 an, die die Krise mit vorbereitet und es dann versäumt haben, ihre Ursachen wirklich zu bearbeiten", sagte Jutta Sundermann vom Attac-Koordinierungskreis.
Das Tribunal steht laut Attac in der Tradition des Londoner Russell-Tribunals von 1966. Damals sei eine "intensive Aufarbeitung und Bewertung von Kriegsverbrechen in Vietnam" gelungen. Seitdem hätten es Tribunale immer wieder geschafft, Probleme zu thematisieren - etwa die Politik des Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank.
Am Bankentribunal, das vom 9. bis 11. April in der Berliner Volksbühne tagt, nimmt auch der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach bei. Er begründete seine Teilnahme damit, dass sich die finanzwirtschaftlichen und politischen Eliten "um die notwendigen Konsequenzen aus der Krise" drücken. "Die einen basteln an finanztechnischen Reparaturen, die anderen intervenieren hektisch und schieben die Regulierung vor sich her." Ihn beeindrucke die Idee, gleichzeitig die monetäre, ökologische und soziale Dimension der Finanzkrise aufzuklären, sagte Hengbach.
Einer der Ankläger ist Detlef Hensche, ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft IG Medien. Er sagte, bereits jetzt zeichne sich ab, wer den Ausgleich der Spekulationsverluste zu tragen habe: die Menschen in den Ländern des globalen Südens, die Arbeitnehmer der Industrieländer, Kranke, Arbeitslose und Rentner sowie alle Bürger, die unter öffentlicher Sparpolitik und ausgezehrten öffentlichen Einrichtungen zu leiden haben.
cte
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Viel eher wäre es angebracht zu fordern, dass endlich gegen die Verschwendung öffentlicher Gelder zur Begleichung dieser Spielschulden vorgegangen wird! Sollten nämlich Aufsichtsräte und Aktionäre von den betroffenen Unternehmen [...] mehr...
Also das sträuben sich ja einem die Haare :-) Oder war das alles so ironisch gemeint, dass ich die Ironie dahinter übersehen habe?? Die eigentliche Täter und ihre sie deckenden Hintermänner im Klerus äussern sich fast nicht, [...] mehr...
@spiegeldich, berliner löwe & semper fi: können sie den mal genauer darlegen, warum das Bankentribunal und Attac generell "Blödsinn" sein sollen? Meiner Ansicht nach kann man sicherlich einiges monieren, aber [...] mehr...
[QUOTE=sysop;5205686]Attac erhebt Anklage gegen Angela Merkel und Gerhard Schröder. Der Vorwurf: Ihre Regierungen sind verantwortlich für die Finanzkrise und deren Nichtbewältigung. In einem Bankentribunal will das [...] mehr...
Wie oft wollen Sie eigentliche Ihre ziemlichen unwahren Behauptungen noch verbreiten? mehr...
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