Wirtschaft



ThemaInsolvenzRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
22.03.2010
 

Griechenland-Hilfe

EU-Nachbarn setzen Deutschland unter Druck

Bundeskanzlerin Merkel: Der Druck aus der EU nimmt zuZur Großansicht
REUTERS

Bundeskanzlerin Merkel: Der Druck aus der EU nimmt zu

Die Nachbarn drängeln, die Bundesregierung blockt ab: Mehrere EU-Staaten haben eine Entscheidung über Hilfen für das bankrotte Griechenland gefordert - und Solidarität von Deutschland. Doch Bundeskanzlerin Merkel hält an ihren fundamentalen Vorbehalten fest.

Brüssel - Der Druck auf die Bundesregierung nimmt zu: Nach der EU-Kommission fordern jetzt auch mehrere EU-Länder Deutschland auf, ihre Blockadehaltung gegen eine Entscheidung über Hilfen für Griechenland aufzugeben. "Entscheidend ist, dass bald und rasch ein Plan vorliegt, wie man wirklich effektiv helfen kann", sagte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger am Montag vor dem EU-Außenministertreffen in Brüssel. Beim EU-Gipfel am Donnerstag sei Zeit dafür.

Italiens Außenminister Franco Frattini forderte, den Streit noch vor dem EU-Gipfel zu beenden. "Wir brauchen einen Kompromiss - es ist ein schwieriger Moment, wir haben die institutionelle und moralische Pflicht, so schnell wie möglich einzugreifen." Italien unterstütze den von der EU-Kommission angekündigten Vorschlag dazu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will beim Gipfel in dieser Woche einen Beschluss der EU-Staaten zu möglichen Hilfsinstrumenten für Griechenland verhindern und pocht darauf, dass Hilfen für das Land kein Thema beim Gipfeltreffen sind: Da Griechenland keine Hilfe angefordert habe, ist nach Ansicht der Bundesregierung keine Eile geboten.

Der griechische Regierungschef Georgios Papandreou habe am Sonntag im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zudem klar gemacht, dass Griechenland keine Finanzhilfe benötige, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Im Notfall sei zudem für Merkel eine finanzielle Mithilfe des Internationalen Währungsfonds "definitiv ein Thema". Werner Hoyer, Staatsminister des Auswärtigen Amtes, sagte, die Bundesregierung habe große Verantwortung sowohl gegenüber Griechenland als auch gegenüber dem Stabilitätspakt. Zudem habe Deutschland eine schwierige Rechtslage zu beachten.

Der Luxemburger Außenminister Jean Asselborn sagte, er habe Verständnis für Deutschlands fundamentale Bedenken. "Ich verstehe aber nicht, dass man die fundamentalen Argumente höher einstuft als die Solidarität in der Europäischen Union." Wenn die Unsicherheit anhalte, werde es Griechenland "sehr, sehr schlecht" gehen.

luk/Reuters/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 2148 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
24.04.2010 von sysop:

Liebe Forums-Teilnehmer, bitte diskutieren Sie die Griechenland-Hilfe in unserem neuen Heft-Forum 'Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?' unter der URL http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=14879 [...] mehr...

23.04.2010 von Tolotos:

Freier Markt und informierte Marktteilnehmer sind zwei völlig unabhängige Größen. Gerade auf einem freien Markt haben auch Scharlatane alle Freiheiten! mehr...

23.04.2010 von Liberalitärer:

Im Staatshaushalt, das stummt. Das ist zu kurz gehüpft, wie die einseitige Fokussierung auf den Staatshaushalt, die Leistungsbilanz war stets negativ. Will heissen, nicht der spanische Staat hat die Schulden, sondern der private [...] mehr...

23.04.2010 von Tall Sucker:

Mag sein - aber die Übertragung rein betriebswirtschaftlicher Grundsätze auf die Makroökonomie hat noch nie funktioniert. Hülfe selbst bie unterstellter Richtigkeit nicht weiter: die Einführung ist geschehen, und es kann [...] mehr...

23.04.2010 von Tall Sucker:

Die alte Leier: der Markt kann nicht versagen; und wenn doch, nur deshalb, weil er von außen (Staat) manipuliert wurde. Leider aber wurde gerade die aktuelle Wirtschaftskrise (wie auch frühere Blasen) nun wirklich nicht durch [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Insolvenz

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Steckbrief: Griechenland

Schuldenquote: 112,6 Prozent des nationalen BIP

Haushaltsdefizit: 12,7 Prozent des nationalen BIP (2009)

BIP-Wachstum: -1,1 Prozent (Prognose 2009)

Anteil am BIP der Euro-Zone: 2,6 Prozent (2008)

Quelle: EU-Kommission


Darf die EU Griechenland helfen?

Griechenlands Schuldenchaos belastet den Euro - und verunsichert die Finanzmärkte. Nun diskutieren andere EU-Staaten über mögliche Hilfen für Athen. Aber welche Maßnahmen sind rechtlich überhaupt zulässig?

Wie schlecht steht es um Athens Haushalt?

Welche Soforthilfe ist möglich?

Gibt es Ausnahmeregeln?

Was kann Griechenland selbst tun?

Wer könnte noch aushelfen?

Bedroht Griechenland die Währungsunion?






TOP



TOP