Stuttgart - Daimler hat eine Niederlage vor der baden-württembergischen Datenschutzaufsicht kassiert: Die Behörde beanstandete die Praxis, von Bewerbern Blutproben zu nehmen. Vor allem die Vermischung von freiwilligen und Pflichtuntersuchungen sei problematisch. Ein Bußgeld muss der Autobauer aber nicht zahlen.
Das Unternehmen wurde aufgefordert, die Untersuchungen zu verändern, teilte die Behörde mit, die zum Innenministerium gehört. Vor allem Blut- und Urinuntersuchungen dürften nur gemacht werden, um Beschäftigte vor gesundheitlichen Gefahren am Arbeitsplatz zu schützen. Die Datenschützer hielten Daimler jedoch zugute, dass sich der Autobauer nicht vorsätzlich Daten erschleichen oder potentielle Mitarbeiter täuschen wollte.
Der Stuttgarter Autohersteller hatte Jobsuchenden während des Bewerbungsverfahren Blut abnehmen lassen. Die Daten wurden elektronisch gespeichert. Nachdem diese Praxis bundesweit für Schlagzeilen und Kritik gesorgt hatte, verzichtete Daimler auf einen Teil der Tests. Danach wurden sie nur noch vorgenommen, wenn dies für den Arbeitsplatz zwingend notwendig war. Bewerber für kaufmännische Stellen waren nicht mehr davon betroffen, Anwärter auf Jobs in der Produktion aber weiterhin.
Daimler: "Eingriff in ärztliche Befugnisse"
Daimler habe die Tests über einen langen Zeitraum hinweg guten Gewissens und in der Überzeugung praktiziert, im Einklang mit dem geltenden Recht zu handeln, teilte die Behörde in ihrem Abschlussbericht mit. Offensichtlich habe aber das Bewusstsein gefehlt, dass bei den medizinischen Untersuchungen auch sensible personenbezogene Daten erhoben wurden.
Daimler reagierte kritisch auf den Bericht der Datenschützer und kündigte rechtliche Schritte an. Die von der Behörde geforderten Nachbesserungen werde der Autobauer im Detail prüfen, erklärte eine Sprecherin. "Wir halten es aber für sehr problematisch, dass die Behörde klar in die ärztlichen Befugnisse eingreift." Daher werde eine gerichtliche Überprüfung nicht ausgeschlossen.
Die Datenschützer forderten als Konsequenz aus der gerügten Praxis bei Daimler einen Bewusstseinswandel bei allen Unternehmen in Deutschland. Der Daimler-Konzern mit weltweit rund 256.400 Beschäftigten habe mit dem teilweisen Stopp der Tests bereits erste Schritte in die richtige Richtung beim Umgang mit Gesundheitsdaten von Bewerbern unternommen. Dem sollten auch andere Firmen folgen.
cte/dpa/apn
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vielleicht sollte man es mal umgekehrt versuchen? Arbeitnehmer bespitzeln ihre Vorgesetzten und schwärzen die an höherer Stelle an. Mal sehen, was daraus würde? mehr...
Das heisst dann: Wenn ich Wissen in der Freizeit erworben habe, dann "vergesse" ich das wenn ich in die Firma komme? mehr...
Wenn eine Firma Bluttest benötigt, um Alkohol oder Drogen während der Arbeit festzustellen, dann ist die gesamte Leitungsriege unfähig. Als Leiter mit direkten Kontakt hat man ganz einfache und konkrete Möglichkeiten, die Koll. [...] mehr...
Oder in sie hineinwirkt. Ich möchte Sie mal hören, wenn Ihr Kind von einem alkoholisierten Brummifahrer plattgemacht wird und sich herausstellt, dass die Firma wußte, dass der Kollege ein paar Siunden vor Dienstantritt [...] mehr...
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