Wirtschaft


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09.04.2010
 

Griechisches Finanzdesaster

Athen weist Gerüchte über drohende Pleite zurück

Europäische Flagge vor Akropolis: Erste Schuldentilgung Ende April fälligZur Großansicht
REUTERS

Europäische Flagge vor Akropolis: Erste Schuldentilgung Ende April fällig

Die Spekulationen über eine drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands nehmen zu - und setzen die Regierung in Athen unter Druck. Die Wirtschaftsministerin bemüht sich nun um Schadensbegrenzung: Das Land werde in jedem Fall seine Schulden bezahlen können.

Athen - Täglich kursieren neue Gerüchte über den miserablen Finanzstatus Griechenlands und eine drohende Staatspleite. Und in immer kürzeren Abständen folgen inzwischen die Dementis von offizieller Seite. "Es gibt keinerlei Aussicht, absolut keinerlei Aussicht darauf, dass Griechenland seine Schulden nicht wird bezahlen können", sagte nun Wirtschaftsministerin Louka Katseli im staatlichen Fernsehen. An den Finanzmärkten würden derzeit alle Möglichkeiten des Landes zur Finanzierung und Refinanzierung seiner Schulden getestet, betonte sie.

Doch Griechenland steht in der Schuldenkrise unter wachsendem Druck, seine europäischen Partner und den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe zu bitten. So forderte die Rating-Agentur Fitch das Euroland am Donnerstag auf, den in Aussicht gestellten EU-Notfallplan (siehe Kasten links) sofort zu nutzen. Zudem kletterte der Risikoaufschlag für griechische Staatsanleihen den dritten Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch. Investoren verlangten zeitweise für zehnjährige griechische Staatsanleihen eine Rendite von rund 7,5 Prozent - gut 4,5 Prozentpunkte mehr als für entsprechende Papiere aus Deutschland.

Diese Entwicklung stellt Griechenland vor enorme Probleme, weil das Land im April und Mai insgesamt Schulden von rund 23 Milliarden Euro tilgen muss. Am Finanzmarkt wächst die Sorge, dass Griechenland die Finanzierung nicht auf die Beine stellen kann.

Beistand von der Europäischen Zentralbank

Zur Skepsis der Märkte trugen in dieser Woche auch Berichte bei, dass griechische Bankkunden ihr Geld von heimischen Banken abziehen, die Institute mehr Staatshilfen benötigen und Griechenland die strengen IWF-Auflagen umgehen will. Zudem gab es Anzeichen für Widerstand gegen den Notfallplan in der Deutschen Bundesbank.

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, versuchte unterdessen erneut, den Spekulationen auf einen Bankrott des Euro-Staates den Boden zu nehmen. "Das ist angesichts der Entscheidungen der griechischen Regierung zur Reduzierung des Haushaltsdefizits und der Erklärung der Regierungschefs der Euro-Zone kein Thema", sagte Trichet der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore".

Die Lage Griechenlands wird die europäischen Regierungen jedoch weiter beschäftigen. Die Finanz-Staatssekretäre der Euro-Zone und Zentralbanker wollen am kommenden Donnerstag bei ihrem Treffen in Brüssel voraussichtlich über Bedingungen für eventuelle Notfallkredite an das Land beraten.

yes/Reuters

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22.05.2010 von syramon:

Dazu muss mann jedoch sagen,das die erwähnten alle wesentlich älter waren als die USA, die sich erst nach einem verheerenden Bürgerkrieg zusammenfanden. Mann sollte erst einmal die ethnischen Konflikte dort ausbrechen lassen [...] mehr...

22.05.2010 von tao chatai:

Zustimmung,Zustimmung..... etwas sollte jedoch korrigiert werden und zwar bestehen die USA mal gerade etwas ueber 200 Jahre oder sieht man den Nord Sued Civil War als Gruendungspunkt erst 140 Jahre,wogegen das Habsburger [...] mehr...

21.05.2010 von atzigen: Zustimmung unter Meinungsterror

Ihrer Sicht der Dinge kann ich nur zustimmen. Möchte jedoch anfügen das in etlichen Ländern das Volk zu einem EU Beitritt befragt wurde.Ich verweise auch auf die Abstimmungen in Dänemark und Frankreich Irland mit der [...] mehr...

21.05.2010 von Rums: Hat der Wahnsinn Methode?

Warum sollten die Deutschen sparen und Disziplin an den Tag legen und Kürzungen und Lebensqualitäts-Abbau hinnehmen müssen, wenn die Süd-Länder EUROPAS ein „Faß ohne Boden“ für unsere „alternativlosen“ riesigen [...] mehr...

21.05.2010 von Spessartplato: Geschichtliche Erfahrung

Ein Völker-oder Staatenbund, der von einigen wenigen Machtpolitikern gegen den Willen der großen Mehrheit der Beteiligten beschlossen wurde, fällt IMMER auseinander-leider müssen das auch immer die Unschuldigen ausbaden. [...] mehr...

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EU-Rettungsplan für Griechenland

Die Hilfe

Kombinierte Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro-Staaten sollen hochverschuldete Länder wie Griechenland vor der Pleite bewahren. Auf diesen Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy einigten sich die Euro-Länder. Laut dem Einigungstext sind "bedeutende Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF)" und bilaterale Kredite der Euro-Staaten vorgesehen.

Das Geld

Die Kosten

Die Sanktionen


Steckbrief: Griechenland

Schuldenquote: 112,6 Prozent des nationalen BIP

Haushaltsdefizit: 12,7 Prozent des nationalen BIP (2009)

BIP-Wachstum: -1,1 Prozent (Prognose 2009)

Anteil am BIP der Euro-Zone: 2,6 Prozent (2008)

Quelle: EU-Kommission






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