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12.04.2010
 

Nothilfeplan für Athen

Steuerzahlerbund verdammt Merkels Griechen-Soli

Kanzlerin Merkel: Berlin gewährt Athen im Notfall Kredite in Höhe von 8,4 Milliarden EuroZur Großansicht
Getty Images

Kanzlerin Merkel: Berlin gewährt Athen im Notfall Kredite in Höhe von 8,4 Milliarden Euro

Jetzt steht die Summe fest: Mehr als acht Milliarden Euro müsste Deutschland an Griechenland überweisen, falls Athen seine Schuldenzinsen nicht mehr bezahlen kann. Der Bund der Steuerzahler ist entsetzt - die Bundesregierung belohne damit die Chaos-Politik des Krisenstaats.

Berlin - Im Fall von Notfallkrediten für Griechenland beteiligt sich Deutschland mit bis zu 8,4 Milliarden Euro. Das sagte der Sprecher des Finanzministeriums Michael Offer. Die Summe gelte für den Fall, dass sich auch alle anderen Länder beteiligen. Ein Regierungssprecher ergänzte, bislang sei der Zeitpunkt für Nothilfen laut griechischer Regierung aber noch nicht erreicht.

Der Bund der Steuerzahler übt wegen der Milliardenpläne zugunsten Griechenlands massive Kritik an der Regierung von Angela Merkel. "Die Bundesregierung ist eingeknickt. Jetzt droht den deutschen Steuerzahlern, dass sie den Großteil der Griechenland-Hilfen tragen müssen", sagte Verbandspräsident Karl Heinz Däke "Handelsblatt Online". Auf diese Weise werde die fahrlässige Wirtschafts- und Finanzpolitik Griechenlands auch noch belohnt. Das sei nicht hinnehmbar, sagte er.

Am Wochenende hatten die Euroländer ihre grundsätzliche Hilfszusage technisch konkretisiert - und auf eine Summe von 30 Milliarden Euro beziffert. Die Summe könnte bis Ende des Jahres zum Einsatz kommen, wenn dem Mittelmeerland eine Staatspleite drohen sollte. Für einen Kredit mit drei Jahren Laufzeit müsste Griechenland einen Zins von rund fünf Prozent bezahlen - knapp zwei Prozentpunkte weniger, als Anleger an den Finanzmärkten zuletzt verlangten.

Die Konditionen im Detail

Volumen

Im Rahmen eines Dreijahresprogrammes werden alle Euro-Länder im ersten Jahr bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro bereitstellen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) würde zusätzliche Mittel bereitstellen und von dem gesamten Programm etwa ein Drittel übernehmen, also weitere 15 Milliarden Euro.

Zinshöhe

Hilfsanfrage

Auflagen

Däke warf der Regierung in Athen vor, den Staatssektor aufgebläht, sozialpolitische Geschenke verteilt und die Wettbewerbsfähigkeit des Privatsektors unterminiert zu haben. "Statt endlich dagegen vorzugehen, winken Athen jetzt Milliarden aus anderen EU-Staaten", sagte er. Der griechische Reformwille der vergangenen Wochen werde nun wohl erlahmen.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums wies die Kritik an den Hilfszusagen zurück. Es gebe keinen Automatismus für die Kredite, zudem sei auch noch "keine Aktivierung erfolgt". Der Sprecher wies auf die Reaktionen der Finanzmärkte hin. Sie zeigten, dass der EU-Beschluss die Märkte beruhigt habe. Der Zinssatz sei keine Subvention und habe "Marktnähe".

Juncker: Brauchen Hilfsmechanismus für künftige Krisen

Auf Deutschland entfielen im Fall der "ultima ratio", in dem keine Marktfinanzierung mehr möglich sei, im Höchstfall 28 Prozent der maximal zugesagten 30 Milliarden im ersten Jahr, also "ungefähr 8,4 Milliarden Euro". Die Mittel würden gegebenenfalls als Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit Bundesgarantie und nicht aus dem Bundeshaushalt gegeben.

Angesichts der Lage Griechenlands hat sich Jean-Claude Juncker, der Chef der Euro-Gruppe, für die Schaffung einer dauerhaften Hilfseinrichtung für überschuldete Euroländer ausgesprochen. Juncker sagte dem Deutschlandradio: "Wir brauchen über den griechischen Fall hinaus einen Lösungsmechanismus für derartige Fälle." Daran werde bereits gearbeitet. Merkel habe zu Recht darauf hingewiesen, dass angesichts der Probleme Griechenlands über Änderungen in den EU-Verträgen nachgedacht werden müsse, "um nicht wieder in eine ähnliche Lage hineinzugeraten wie die, in der wir uns zurzeit befinden".

Juncker machte deutlich, der Notfallplan der EU-Staaten für Griechenland werde unmittelbar anlaufen, sobald das südosteuropäische EU-Mitglied einen Antrag stelle. Trete der Hilfsmechanismus in Kraft, könne sich Griechenland nicht nur zu einem günstigen Zinssatz Kredite bei den anderen EU-Mitgliedstaaten besorgen. Die gesamte Euro-Zone profitiere von dem Plan, weil er die Währungsgemeinschaft vor einer Schwächung schütze, sagte Juncker. Steuerzahler - auch aus Deutschland - müssten sich wegen der Hilfen für Griechenland keine Sorgen machen. Es handle sich um Kredite, die mit Zinsen zurückgezahlt würden.

cte/Reuters/AFP/ddp

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03.05.2010 von Alka Wumm: Dankeschön!

Ich will mich dann an dieser Stelle dann mal bedanken, auf die deutsche Dummheit ist Verlass. mehr...

16.04.2010 von saul7: ++

Seit Jahrzehnten erhebt der Steuerzahlerbund zu Recht seine Stimme, wenn es um die Verschwendung von Steuergeldern geht. Doch nie hat sich die Politik auch nur einen Dr... darum gekümmert. Was ist eigentlich die Aufgabe dieses [...] mehr...

16.04.2010 von Tall Sucker: Es bleibt alternativlos

Kann aber nicht erzwungen werden. Zur Sinnhaftigkeit habe ich mich geäußert. Welche? Und selbst wenn: was soll geschehen, wenn die sich als falsch erweisen und die Bundesrepublik a) gleich ein neues Bankenrettungsprogramm [...] mehr...

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Ich. Die Deutschen sind ja doof genug im Fall des Falles die Zahlungen zu übernehmen, kann also garnichts passieren. 6,5% Michel garantiert. mehr...

16.04.2010 von elikey01: Meinungen

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Steckbrief: Griechenland

Schuldenquote: 112,6 Prozent des nationalen BIP

Haushaltsdefizit: 12,7 Prozent des nationalen BIP (2009)

BIP-Wachstum: -1,1 Prozent (Prognose 2009)

Anteil am BIP der Euro-Zone: 2,6 Prozent (2008)

Quelle: EU-Kommission






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