Peking - Nach ihrer großzügigen Kreditvergabe im Vorjahr wird bei Chinas Banken inzwischen das Geld knapp. Die vier größten Institute des Landes könnten in den kommenden fünf Jahren umgerechnet rund 70 Milliarden Dollar (480 Milliarden Yuan) benötigen, erklärte der Chef der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), Yang Kaisheng, am Dienstag. Es sei schwierig, diese Summe ausschließlich am Kapitalmarkt aufzubringen.
Der hohe Kapitalbedarf hat Yang zufolge drei Gründe: Zum einen müssen die Banken eine mit 11,5 Prozent sehr hohe Eigenkapitalquote erfüllen. Daneben streben sie eine Steigerung des Nettogewinns von zwölf Prozent an. Und nicht zuletzt verlangt die Regierung, dass die großen Banken 15 Prozent mehr Kredite vergeben.
2009 Kredite in Höhe von 1,4 Billionen Dollar vergeben
Drei der Institute - die ICBC, Bank of China
und Bank of Communications - hatten in den vergangenen Monaten deshalb bereits Kapitalerhöhungen angekündigt. Auch die China Construction Bank
, der zweitgrößte Kreditgeber nach Marktkapitalisierung, hatte erklärt, seine Kapitaldecke womöglich stärken zu wollen beziehungsweise zu müssen.
Da die Banken laut ICBC-Chef Yang aber Schwierigkeiten haben, allein an das nötige Geld zu kommen, erwarten Analysten nun, dass ausgerechnet die Regierung womöglich gezwungen sein könnte, den Banken mit Finanzspritzen zur Seite zu springen. Denn auf den Bilanzen der Geldhäuser lastet vor allem, dass sie die heimische Wirtschaft bereits im Vorjahr mit Krediten in Höhe von rund 1,4 Billionen Dollar
(9,6 Billionen Yuan) versorgt hatten. Die Maßnahme hatte den Aufschwung in China kräftig angekurbelt und die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise in China abgeschwächt.
yes/Reuters
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