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04.05.2010
 

Barmer GEK

Deutschlands größte Krankenkasse will Zusatzbeitrag einführen

Krankenkassen-Karten: Immer mehr Kassen führen einen Zusatzbeitrag einZur Großansicht
DPA

Krankenkassen-Karten: Immer mehr Kassen führen einen Zusatzbeitrag ein

Böse Überraschung für 8,5 Millionen gesetzlich Versicherte: Die Barmer GEK will spätestens 2011 einen Zusatzbeitrag einführen. Dabei soll es nicht bleiben. Ginge es nach Deutschlands größter Krankenkasse, würde bald auch der allgemeine Beitragssatz steigen.

Ulm - BKK, DAK und andere haben es vorgemacht - nun zieht auch die größte deutsche gesetzliche Krankenkasse nach: Die Barmer GEK wird spätestens im kommenden Jahr einen Zusatzbeitrag von ihren 8,5 Millionen Versicherten verlangen, vielleicht sogar noch 2010.

"In diesem Jahr hängt es davon ab, ob weitere Kostensenkungsmaßnahmen wirksam werden, beispielsweise im Arzneimittelbereich", sagte die Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Birgit Fischer, der "Südwest Presse". Nun müsse die Lage von Monat zu Monat neu beurteilt werden.

Am Dienstag wiegelte die Barmer GEK allerdings ab: Die Kasse sei "finanziell gut aufgestellt", weshalb Zusatzbeiträge nicht auf der Agenda stünden, erklärte ein Sprecher. Die Krankenkasse schloss aber einen solchen Schritt auch nicht grundsätzlich aus.

Dabei hat die Barmer GEK sogar davon profitiert, bislang auf den monatlichen Zusatzbeitrag verzichtet zu haben: Seit Jahresbeginn habe die Kasse 150.000 neue Versicherte gewonnen, sagte Fischer. Sie selbst führt dies "zu einem großen Teil" darauf zurück, dass die Versicherung bisher keinen Aufschlag verlangt.

Fischer fordert höhere Beitragssätze

Anfang des Jahres hatten bereits mehrere Kassen Preisaufschläge angekündigt - und damit einen heftigen politischen Streit provoziert. Schwarz-Gelb machte gegen die geplanten Zusatzbeiträge mobil. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hielt den Aufschlag zwischenzeitlich gar für rechtswidrig.

Doch allein bei dem Zusatzbeitrag soll es aus Sicht der Krankenversicherer nicht bleiben: Angesichts des drohenden Defizits aller gesetzlichen Kassen von bis zu 15 Milliarden Euro im nächsten Jahr forderte Fischer zusätzlich eine Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes.

Andernfalls sei ein höherer Steuerzuschuss notwendig. Nur so lasse sich vermeiden, dass alle Kassen durchschnittlich 20 bis 23 Euro im Monat zusätzlich verlangen müssten. "Man kann die Probleme nicht nur über die Zusatzbeiträge lösen und damit einseitig den Versicherten aufladen", so die Chefin der Krankenkasse.

yes/dpa-AFX/AFP

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Die neuesten Beiträge:
16.09.2010 von Krassopateras:

Na dann erzählen Sie mal wieviel Sie einzahlen. Vermutlich hatte ich in meiner aktiven Zeit wesentlich mehr eingezahlt. mehr...

16.09.2010 von Neuer Debattierer:

Quatsch,die Ärzte streiken nicht für den Erhalt der Hausverträge, denn die will niemand abschaffen. Die Ärzte streiken dagegen, dass die Honorare in den Hausarztverträgen nicht stärker steigen sollen als die allgemeine [...] mehr...

16.09.2010 von Neuer Debattierer:

Das ist doch gar nicht der entscheidende Punkt. Es geht darum, dass von Ärzteseite ständig suggeriert wird, die Kassenärzte müssten in vielen Regionen mit weniger Honorar auskommen als vor der Reform 2009. Tatsächlich [...] mehr...

16.09.2010 von pigmentosa: komisch

wenn es den Ärzten so schlecht geht, warum studieren dann so viele für diesen Beruf?? Niemand zwingst sie. Wenn nicht die Bevölkerung in Jahrzehnten so erzogen worden wäre, bei jeder Kleinigkeit [...] mehr...

16.09.2010 von Jurist45_: Tränen, nichts als Tränen

Natürlich ist er das nicht, aber was sagen Sie den Krankenschwestern? Geht es denen anders? Erzählen Sie DENEN mal was von 90.000€! Richtig! Deswegen haben Sie auch Verantwortung - den Menschen gegenüber. Genauso wie die [...] mehr...

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Der Zusatzbeitrag

Die knapp 200 Krankenkassen in Deutschland bekommen aus dem inzwischen eingeführten Gesundheitsfonds für jedes Jahr eine feste Summe zugeteilt. Diese wird nach komplizierten Regeln ermittelt - unter anderem danach, wieviel Gesunde oder Kranke die Kasse versichert. Kommt die Kasse mit der zugeteilten Summe nicht aus, muss sie direkt bei ihren Mitgliedern zusätzliches Geld eintreiben, den sogenannten Zusatzbeitrag.

Er darf, wenn er über acht Euro beträgt, höchstens ein Prozent des Einkommens ausmachen. Ein Rentner mit 1100 Euro im Monat muss also maximal elf Euro zahlen. Der Zusatzbeitrag muss den Mitgliedern vier Wochen im Voraus angekündigt werden. Diese haben dann ein sofortiges Sonderkündigungsrecht. Hat die Kasse dagegen aus ihrer Zuteilung aus dem Fonds Geld übrig, darf sie ihren Mitgliedern eine Prämie ausschütten. AP


Die Säulen des Sozialsystems

Arbeitslosenversicherung

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.

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