Washington - Nach einem weiteren herben Milliardenverlust zu Jahresbeginn bittet der US-Baufinanzierer Freddie Mac neuerlich um Steuergelder. Der Staat soll dem schwer angeschlagenen Unternehmen noch einmal 10,6 Milliarden Dollar zustecken. Zwar gebe es Anzeichen einer Stabilisierung auf dem US-Häusermarkt, sagte Firmenchef Charles Haldeman am Mittwoch in McLean (US-Bundesstaat Virginia). Doch liege die Zahl der Zwangsvollstreckungen auf einem historischen Höchststand.
Freddie Mac verlor im ersten Quartal unter dem Strich rund acht Milliarden Dollar. Vor einem Jahr war die Situation sogar noch dramatischer gewesen. Hier hatte Freddie Mac einen Verlust von 10,4 Milliarden Dollar eingefahren. Wie bei anderen Banken auch, geht die Zahl der faulen Kredite aber seit einigen Monaten zurück. Die Bank ist bislang schon mit rund 50 Milliarden Dollar an Steuergeldern unterstützt worden.
Freddie-Mac-Chef Charles Haldeman erklärte, es gebe einige Anzeichen für eine Stabilisierung auf dem Immobilienmarkt, dazu gehörten die Hauspreise und Verkäufe in einigen wichtigen Gebieten. Der Markt bleibe aber anfällig angesichts der historisch hohen Zahl an Zwangsvollstreckungen und der hohen Arbeitslosigkeit. Wegen geplatzter Hypothekenkredite musste Freddie Mac im ersten Quartal 5,4 Milliarden Dollar abschreiben nach sieben Milliarden Dollar in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres.
Staatshilfen in unbegrenzter Höhe
Freddie Mac und die ebenfalls angeschlagene Hypothekenbank Fannie Mae sind seit ihrem Beinahe-Zusammenbruch im September 2008 praktisch in Staatsbesitz. Die Regierung hat ihnen im Dezember vergangenen Jahres Staatshilfen in unbegrenzter Höhe bis zum Jahr 2012 zugesagt. Mit der neuen Forderung von Freddie Mac beläuft sich die staatliche Unterstützung für beide Organisationen inzwischen auf 136,5 Milliarden Dollar.
Der Staatsanteil am Hypothekengeschäft in den USA ist in den ersten drei Monaten auf fast 97 Prozent gestiegen, wie das Fachblatt "Inside Mortgage Finance" erklärte. Neben Freddie Mac und Fannie Mae sind dafür im Wesentlichen staatliche Einrichtungen wie die Federal Housing Administration und die Veterans Administration verantwortlich.
mik/dpa-AFX/apn
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