Wiesbaden - Annähernd jeder siebte Bundesbürger in Deutschland ist laut Statistik von Armut bedroht. Rund 12,5 Millionen Menschen oder 15 Prozent der Bevölkerung waren 2007 armutsgefährdet, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit Verweis auf die Erhebung "Leben in Europa" mit Zahlen des Jahres 2007 mitteilte. Damit lag Deutschland nur knapp unter dem EU-Durchschnitt mit einer Armutsgefährdungsquote von 17 Prozent.
Genauso hoch wie der EU-Durchschnitt war der Anteil der armutsgefährdeten Bevölkerung den Statistikern zufolge in den zwölf relativ neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. In der Euro-Zone lag er dagegen mit 16 Prozent leicht unter dem EU-Durchschnitt. Die meisten Armutsgefährdeten wies Lettland auf, dort war jeder Vierte arm oder von Armut bedroht. Danach folgten Rumänien mit einem Anteil von 23 Prozent, Bulgarien mit 21 Prozent sowie Griechenland, Litauen und Spanien mit einer Quote von 20 Prozent.
Den niedrigsten Anteil armutsgefährdeter Bevölkerung wies die Tschechische Republik mit neun Prozent auf. Auch in der Slowakei und in den Niederlanden war die Quote mit jeweils elf Prozent vergleichsweise niedrig. Moderater als in Deutschland fielen ebenso die Quoten in Österreich, Dänemark und Schweden (jeweils zwölf Prozent) aus.
Für die diesjährige Erhebung wurden rund 13.300 private Haushalte in Deutschland befragt. Zur Berechnung der Armutsgefährdungsquote wird das von allen Haushaltsmitgliedern erzielte Einkommen ohne Steuern und Sozialbeiträge auf die Anzahl der Personen nach einem Gewichtungsschlüssel verteilt. Von diesem sogenannten Zentralwert, den die Hälfte der Bevölkerung erreicht, werden wiederum 60 Prozent als Schwelle zur Armut genommen.
mik/apn
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