Wirtschaft


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06.05.2010
 

Einbruch bei den Einnahmen

Deutschland droht jahrelange Steuerflaute

Kanzlerin Merkel, FDP-Chef Westerwelle: Rückschlag für die RegierungZur Großansicht
ddp

Kanzlerin Merkel, FDP-Chef Westerwelle: Rückschlag für die Regierung

Der deutsche Staat steht vor einer Dauereinnahmekrise. Bund, Länder und Kommunen müssen sich bis Ende 2013 auf knapp 39 Milliarden Euro weniger Steuererlöse einstellen - die schwarz-gelben Entlastungspläne rücken in weite Ferne.

Berlin - Das Finanzfiasko der öffentlichen Hand gibt es jetzt schwarz auf weiß: Bund, Länder und Kommunen werden in den kommenden Jahren 38,9 Milliarden Euro weniger in der Kasse haben als bisher angenommen. Das teilte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in Berlin nach Abschluss der Beratungen des Steuerschätzerkreises mit.

Allein für das laufende Jahr gehen die Experten davon aus, dass der Gesamtstaat 1,2 Milliarden Euro weniger Steuern einnimmt als bisher geschätzt. In Zukunft wird das Problem sogar noch größer: So sagen die Schätzer für 2011 weniger Einnahmen in Höhe von 11,7 Milliarden Euro voraus. Im Jahr 2012 wird mit Mindereinnahmen von 12,3 Milliarden Euro gerechnet und für 2013 mit einem Rückgang um 13,7 Milliarden Euro.

Für die schwarz-gelbe Koalition ist die Steuerschätzung ein harter Rückschlag. Die Regierung hatte im Wahlkampf weitere Entlastungen der Bürger (siehe Kasten links) von dem Ergebnis der Schätzer abhängig gemacht. Die aktuellen Zahlen sprechen jetzt gegen eine Umsetzung der Versprechen.

Schäuble stimmt Koalition auf Sparkurs ein

Dafür spricht auch, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Koalition unmittelbar nach der Bekanntgabe der Steuerschätzung auf einen strikten Sparkurs einstimmte. Der Koalitionsvertrag werde nun auf Grundlage der aktuellen Zahlen schrittweise umgesetzt.

Es gebe jetzt eine gute Basis für die Verhandlungen in der Koalition, sagte Schäuble. Die Schuldenbremse müsse eingehalten werden. Bis 2016 darf der Bund nicht mehr als 0,35 Prozent strukturelle Neuverschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt aufweisen. Dazu muss der Bund laut Schäuble jährlich etwa zehn Milliarden Euro einsparen. "Das wird noch eine Menge Arbeit kosten", sagte er.

Erst im Jahr 2013 werde der Gesamtstaat wieder den Stand der Steuereinnahmen von 2008 erreicht haben. "Das beschreibt Ausmaß der Finanz- und Wirtschaftskrise", betonte der Minister. Schäuble mahnte, die Solidität der Staatsfinanzen sei von existenzieller Bedeutung. Nur auf einer solchen Basis sei auch der Euro als stabile Währung zu sichern. Deutschland werde als "Stabilitätsanker" in der EU weiter gebraucht.

Das Ergebnis der Steuerschätzung dient als Grundlage für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte. Dem Schätzerkreis gehören rund 35 Vertreter aus den Finanzministerien von Bund und Ländern, der Bundesbank, von Forschungsinstituten, der Kommunen, des Sachverständigenrats und des Statistischen Bundesamts an.

Die Ergebnisse der Steuerschätzung 2010
Einnahmen 2010
Ursprüngliche Schätzung* Aktuelle Schätzung* Veränderung*
Bund 215,7 216,4 0,6
Länder 201,5 202,5 1,0
Gemeinden 66,5 65,5 -1,0
EU 27,8 25,9 -1,8
Steuereinnahmen insges. 511,5 510,3 -1,2
     
Einnahmen 2011
Ursprüngliche Schätzung Aktuelle Schätzung Veränderung
Bund 222,6 217,3 -5,3
Länder 206,7 202,8 -3,9
Gemeinden 70,5 67,3 -3,2
EU 26,9 27,6 0,7
Steuereinnahmen insges. 526,7 515,0 -11,7
     
Einnahmen 2012
Ursprüngliche Schätzung Aktuelle Schätzung Veränderung
Bund 232,0 225,9 -6,1
Länder 216,5 212,6 -4,0
Gemeinden 75,1 71,6 -3,5
EU 28,4 29,8 1,4
Steuereinnahmen insges. 552,0 539,8 -12,3
     
Einnahmen 2013
Ursprüngliche Schätzung Aktuelle Schätzung Veränderung
Bund 241,3 234,8 -6,5
Länder 225,0 220,7 -4,3
Gemeinden 80,0 75,7 -4,2
EU 28,9 30,1 1,3
Steuereinnahmen insges. 575,1 561,3 -13,7
* Angaben in Milliarden Euro

yes/Reuters/dpa/ddp

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insgesamt 2316 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
11.05.2010 von Hartwig:

Ach , sie können Ihr Einkommen also frei weg verkonsumieren , keine Steuern? Kleiner Tip wo Sie leben? Wo der Binnenmarkt so richtig brummt weil die Steuern so tief sind? Oder muss ich Sie so verstehen , Sie wollen noch mehr [...] mehr...

11.05.2010 von jinky:

Ihre Geschichtskenntnisse und Ihre Fähigkeit zum Leseverständnis bewegen sich auf demselben Niveau. mehr...

10.05.2010 von richie:

Mit Schätzen ist die FDP ja immer gut dabei. Wer schätzt, dass die Staatsverschuldung in 75 Minuten um 6000 Euro zunimmt, hat nun wirklich die vollkommene Abwesenheit jeglichen wirtschaftspolitischen Sachverstandes nachgewiesen. [...] mehr...

10.05.2010 von richie:

Genauso wie jeder Gewinneinbruch. Das ist dann Ihrer Meinung nach eine Steuersenkung? Da will die FDP also hin? mehr...

10.05.2010 von pohlheimer:

Der Spielraum war im Grunde genommen nicht da um Steuern zu senken. Wenn gleich dies aber der richtige Weg ist, um den Binnenmarkt am Leben zu erhalten. Jetzt gibt es eine Vielzahl anderer zugegeben lebensnotwendiger [...] mehr...

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