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10.05.2010
 

Euro-Rettungspaket

Showdown im größten Pokerspiel aller Zeiten

Von Bahador Saberi und Christian Teevs

Mit einem gigantischen 750-Milliarden-Paket will die EU den Euro retten, die Zockerei der Spekulanten stoppen. Doch was bedeutet der Notfallplan für die Zukunft der Währungsunion? Experten warnen bereits vor drastischen Nebenwirkungen der Radikalkur.

Hamburg - "Ein massives Bollwerk", "Riesenüberraschung", "eine neue Welt": Ökonomen übertreffen sich am Montag mit Superlativen, wenn sie auf das Rettungspaket der Europäischen Union (EU) angesprochen werden. "Damit hätte ich nicht gerechnet", ist immer wieder zu hören. Selbst erfahrene Wirtschaftswissenschaftler staunen über das 750-Milliarden-Paket, mit dem die EU klammen Ländern künftig aushelfen will.

Der Rettungsschirm sei das "größte All-In der Pokergeschichte", sagt Henrik Enderlein. Der Ökonom von der Berliner Hertie School of Governance nennt die Maßnahmen der EU "das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt". Spekulanten müssten nun wissen, dass sie "gegen ein schier unbegrenztes Arsenal anrennen", wenn sie nach Griechenland auch Portugal, Spanien oder Irland attackieren. Neben den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission beteiligen sich der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) an den Hilfsmaßnahmen - siehe Infobox in der linken Spalte.

Kanzlerin Angela Merkel gab sich am Montag optimistisch, dass der Plan aufgeht: Das Paket diene dem Schutz des Euro, sagte Merkel. Die Maßnahmen seien "einmalig in der Geschichte der Europäischen Union". Aber notwendig, weil Spekulanten den Euro attackiert hätten: "Wir schützen das Geld der Menschen in Deutschland."

Doch klar ist auch: Das Rettungspaket hat Nebenwirkungen. Es ändert die Struktur der Währungsunion und hebt das Prinzip auf, wonach jedes Mitgliedsland für seinen Haushalt allein verantwortlich ist. Es besteht sogar die Gefahr, dass angeschlagene Staaten unbequeme Sparpläne aufgeben - und sich mit billigen Krediten von der EU eindecken. Dann wäre mittelfristig die gesamte Euro-Zone gefährdet.

Wie sehen die Rettungsmaßnahmen konkret aus? Ist das Paket geeignet, die Märkte mittelfristig zu beruhigen? Und welche Folgen hat der historische Beschluss für die Währungsunion? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Die neuesten Beiträge:
12.06.2010 von Seldon: Honi soi qui mal y pense

Am vergangenen Sonntag endete das diesjährige Bilderberg-Treffen. Es waren die Weltenlenker und Finanzfürsten, die zusammen mit anderen einflußreichen Persönlichkeiten im spanischen Städtchen Sitges, gut 40 Kilometer von [...] mehr...

11.06.2010 von syramon:

Ich denk der Michel erträgts wie bisher auch. Wer geblieben ist, ist mit Sicherheit "Aufnahmefähig". sag ich jetzt mal so. Ein leckes Schiff, wie das Deutsche,man man nicht hochsee- tauglich, indem man es neu [...] mehr...

11.06.2010 von zwangsreunose:

auf der Klippe :-) ---Zitat--- In Spanien platzt die Immoblase mit einem Knall, den man rund um den Globus hören kann. ---Zitatende--- Zeit wirds, denn dann wird der deutsche Michel endlich begreifen, dass seine ganzen [...] mehr...

11.06.2010 von alpenjonny: Reicht hinten und vorne nicht

Gruezi! Au Backe, die ganze Welt guckt nach Südafrika und übersieht beinahe, dass das ZWEITE Rettungspaket geschnürt werden muss: Spanien steht vor der Pleite! Der Premier Aznar wiegelt ab,verteilt grosszügig Beruhigungspillen. [...] mehr...

11.06.2010 von t.h.wolff:

Die höchste juristische Instanz der Republik hat Angst - wie die gesamte politische Klasse. Man befürchtet für den Herbst eine Baisse und einen erneuten Crash der globalen Wirtschaft. Trigger gibt es genügend. Den schwarzen Peter [...] mehr...

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