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13.05.2010
 

Zweifel an Rückzahlung

Ackermann erwartet Probleme mit Griechen-Kredit

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Auch bei Portugal skeptischZur Großansicht
DPA

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Auch bei Portugal skeptisch

Die Bundesrepublik gibt Griechenland Hilfskredite - aber wird sie die volle Summe je zurückbekommen? Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zeigt sich fatalistisch: Er bezweifle, dass das Land die Kraft dazu hat, sagte er jetzt in einem Interview. Europa habe trotzdem keine andere Wahl.

Berlin - Werden die Steuerzahler ihre Hilfskredite an Griechenland zumindest zum Teil abschreiben müssen? Josef Ackermann glaubt nicht daran, dass die europäischen Regierungen und der Internationale Währungsfonds (IWF) ihr geliehenes Geld jemals ganz zurückbekommen. "Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln", sagt der Deutsche-Bank-Chef in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Dazu bedürfte es "unglaublicher Anstrengungen".

Trotzdem gebe es keine Alternative zu den jetzt beschlossenen Hilfskrediten. Wenn das Land "fallen würde", würde dies mit großer Sicherheit auf andere Euro-Staaten übergreifen und könnte zu "einer Art Kernschmelze" führen, sagte Ackermann. Es müsse alles getan werden, damit eine Umschuldung für Griechenland nicht notwendig werde. Denn dies würde die Märkte verunsichern, die Kreditgeber des Landes in Nöte bringen und dabei in Deutschland gerade jene Banken treffen, "die heute im Wesentlichen schon staatliches Eigentum sind" - ein spitzer Hinweis darauf, dass die Deutsche Bank Chart zeigen in Griechenland kaum involviert ist, sondern vor allem Hypo Real Estate, Commerzbank und einige Landesbanken.

Europa müsse deshalb "den Druck erhöhen, dass Griechenland saniert" werde, sagte Ackermann. "Und wenn es dann am Schluss dieser ganzen Phase doch nicht ganz reicht, dann kann man ja immer noch über Umschuldungen nachdenken."

Merkel: Größte Bewährungsprobe seit dem Kollaps des Kommunismus

Der Chef der größten deutschen Bank äußert sich in dem Interview erstmals ausführlich zu seiner Sicht auf die Euro-Krise - und bewegt sich in seiner Argumentation im wesentlichen auf der Linie mit der Bundesregierung.

Auch Kanzlerin Angela Merkel rief an diesem Donnerstag dazu auf, alles zu tun, um eine Krise des Euro abzuwenden. Die Regierungen hätten den Bürgern die Stabilität der Währung versprochen, und "dieses Versprechen müssen wir einhalten", sagte sie bei der Verleihung des Aachener Karlspreises an den polnischen Premier Donald Tusk. Wenn es nicht gelinge, diese Krise zu meistern, hätte dies "unabsehbare Folgen" für Europa. "Gelingt es aber, dann wird Europa stärker sein als je zuvor."

Merkel sieht in der Bewältigung der Euro-Krise "die größte Bewährungsprobe" für die EU seit dem Zusammenbruch des Kommunismus. "Diese Bewährungsprobe ist existentiell", sagte sie. "Sie muss bestanden werden." Scheitere der Euro, "dann scheitert Europa, dann scheitert die Idee der europäischen Einigung". Nötig sei eine engere Verzahnung der Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Ackermann: "Inflation ist sicher nicht unser Thema"

Ackermann sprach in dem Interview auch über die Bundesrepublik und andere europäische Staaten. "In Deutschland muss man meines Erachtens überhaupt keine Angst haben", sagte er. Renten, Versicherungen und Löhne etwa seien sicher. Der Euro sei noch immer "fundamental stark". Deutschland werde mit seinem starken Export von einem etwas schwächeren Euro sogar profitieren. Auch die Gefahr einer Inflation sehe er nicht: "Wir haben ein ganz bescheidenes Wachstum, wir haben unausgeschöpfte Kapazitäten, da ist Inflation sicher nicht unser Thema."

Große Sparaktionen stünden in den Sorgenstaaten der Euro-Zone mit den großen Defiziten bevor, sagte Ackermann. Am sichersten sieht er dabei die Lage in Italien und Spanien. Er glaube, dass beide Länder mit dem jetzt für den Euro-Raum vereinbarten Rettungsschirm stabilisiert werden könnten und dann "stark genug sind, um die Schulden zu bedienen". Dadurch werde "die Ansteckungsgefahr liquidiert oder reduziert". Bei Portugal dagegen sei "es schon etwas schwieriger".

Portugal beschließt Steuererhöhungen

Portugal hat erst an diesem Donnerstag überraschend ein weiteres Sparpaket beschlossen, mit dem es die Verschuldung des Landes begrenzen und die Finanzmärkte beruhigen will. Die Regierung von Ministerpräsident José Sócrates kündigte in Absprache mit der größten Oppositionspartei Steuererhöhungen an. Die Einkommensteuer soll um einen bis 1,5 Prozent angehoben werden, die Mehrwertsteuer von 20 auf 21 Prozent steigen, Unternehmer sollen eine sogenannte Krisensteuer von 2,5 Prozent auf Gewinne leisten. In der Summe soll das Rekordhaushaltsdefizit von 9,4 Prozent schon in diesem Jahr auf sieben Prozent reduziert werden. Mit dem Beschluss bricht der Regierungschef ein im September 2009 abgegebenes Wahlversprechen.

Die Börsen gaben nach dem Beschluss nach, weil nun eine Abkühlung des Wirtschaftsklimas befürchtet wird. Die Risikoaufschläge portugiesischer Staatsanleihen sanken allerdings auch: von 4,55 Prozent Zinsen für zehnjährige Papiere am Vormittag auf 4,45 Prozent am Nachmittag (deutsche Anleihen: 2,88 Prozent) - eine gute Nachricht für den Euro

Die Europäische Zentralbank mahnte am Donnerstag die Krisenstaaten im Süden Europas nochmals eindringlich, ihre Verbindlichkeiten abzubauen. Sanierung der Staatsfinanzen angesichts der Vertrauenskrise keinen Aufschub, heißt es weiter. "Je länger die Haushaltskorrektur aufgeschoben wird, desto größer werden der erforderliche Anpassungsbedarf sowie das Risiko von Reputations- und Vertrauensverlusten sein", mahnten die Währungshüter.

ase/apn/AFP

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insgesamt 182 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.05.2010 von Hannovergenuss: Ja...

Ja, das glaube ich denn in der Realität ist es doch so das die DB mit 30 Mrd. Eigenkapital bei einer Bilanzsumme von 2000 Mrd. lediglich 7,5 Mrd. Gewinn VOR Steuern erwirtschaften will... Außerdem müssen sie bei einer [...] mehr...

15.05.2010 von c++: öffentliche Banken

Das muss man Ackermann lassen, er ist in seinem Job gut. Als in der eigenen Scheune das Stroh anfing zu brennen, hat er es schnell in die Scheune der IKB bringen lassen und dann die Feuerwehr gerufen. Die staatlichen Banken [...] mehr...

15.05.2010 von c++: Investmentbanking

Glauben Sie ernsthaft, damit würden die Milliarden verdient, die das Investmentbanking abwirft? Die holen sich Milliarden zu Minizinsen bei der Zentralbank, legen diese Milliarden in mehr oder weniger risikoreichen Papieren [...] mehr...

15.05.2010 von Hannovergenuss: Naja...

Vielleicht sollten Sie sich ein bisschen damit beschäftigen was Investmentbanking überhaubt bedeutet: Investmentbanken im weiteren Sinne betreiben so genannte Investmentgeschäfte. Diese Geschäftstätigkeit liegt im [...] mehr...

15.05.2010 von Transmitter: Andere Zeiten!

So war das früher, Tobermory. Und tatsächlich ist das auch heute noch das "klassische Bankgeschäft" von Volks- und Raiffeisenbanken, Spar- und Darlehenskassen usw. Was den Ruf der Banker - und letztlich die [...] mehr...

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Milliardenstütze für den Euro

Die EU hat sich auf ein beispielloses Rettungspaket geeinigt: Ein bis zu 750 Milliarden Euro schwerer Fonds für Euro-Wackelkandidaten soll Spekulanten abschrecken und die Währung schützen - die Konditionen im Überblick.

Milliarden-Auffangnetz

Finanz-Zweckgesellschaft

Zinssatz

Konsolidierung

Finanzmarktregulierung


Rettungspaket für Griechenland

Volumen

AFP
Griechenland erhält bis 2012 Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Im ersten Jahr werden alle Euro-Länder bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro bereitstellen.

Die Kosten für die Euro-Länder

Zinshöhe

Sparauflagen

Bedingungen und Risiken

Risiken für den deutschen Steuerzahler

Wo das Geld für Griechenland herkommt
Internationaler Währungsfonds 30 Milliarden Euro
Deutschland 22,3 Milliarden Euro
Frankreich 16,8 Milliarden Euro
Italien 14,7 Milliarden Euro
Spanien* 9,8 Milliarden Euro
Niederlande 4,7 Milliarden Euro
Belgien 2,9 Milliarden Euro
Österreich 2,3 Milliarden Euro
Portugal 2,1 Milliarden Euro
Finnland* 1,5 Milliarden Euro
Irland 1,3 Milliarden Euro
Slowakei* 0,8 Milliarden Euro
Slowenien* 0,4 Milliarden Euro
Luxemburg 0,2 Milliarden Euro
Zypern 0,2 Milliarden Euro
Malta 0,1 Milliarden Euro
* In diesen Staaten steht die Zustimmung des Zustimmung des Parlaments noch aus.

Schulden in Europa

Gesamtverschuldung in Euro-Land

dpa
Mit der gigantischen Summe von mehr als sieben Billionen Euro sind die Euro-Länder verschuldet. Mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben die Staaten jetzt einen riesigen Rettungsschirm von bis zu 750 Milliarden Euro für Länder gespannt, die mit dem Schuldenberg nicht mehr fertig werden und in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

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