Berlin - Ackermanns Äußerungen seien "überraschend, ungewöhnlich und ärgerlich", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Ackermann hatte am Donnerstag in einer Fernsehsendung bezweifelt, dass Griechenland seine Schulden werde zurückzahlen können: "Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln."
Die Bundesregierung hatte dem Deutsche-Bank-Chef umgehend mit dem Hinweis widersprochen, es gebe keine Zweifel an der Entschlossenheit der griechischen Regierung, das Sparprogramm umzusetzen. An den Finanzmärkten hatten Ackermanns Äußerungen nach Angaben von Händlern Sorgen vor einem Zahlungsausfall geschürt.
Wegen der Schuldenkrise in Europa war der Euro am Freitag unter 1,24 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren. Die Bewertung Ackermann sei nicht hilfreich gewesen, sagte Brüderle. Es habe immer Auswirkungen, wenn eine gewichtige Person wie Ackermann so etwas sage.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier, sagte, die "verantwortungslosen Äußerungen einzelner, aber wichtiger Akteure haben zu einer weiteren Verunsicherung der Märkte beigetragen". Damit meine er sowohl Ackermann als auch den ehemaligen US-Notenbankpräsidenten Paul Volcker, der Mutmaßungen über ein Ende der Europäischen Währungsunion angestellt hatte.
Ökonomen geben Ackermann recht
Unterstützung für Ackermann kam hingegen vom Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater. Er äußerte ebenfalls Zweifel, ob Griechenland seine Schulden tatsächlich zurückzahlen könne.
"Griechenland wird es sehr, sehr schwer haben, die Schulden ordnungsgemäß zu bedienen", sagte Kater dem "Handelsblatt". Um die Schulden zu senken, benötige das Land Primärüberschüsse in der Größenordnung von fünf Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Der Primärüberschuss entspreche dem Haushaltssaldo vor Zinszahlungen.
Allerdings seien die Wachstumsaussichten Griechenlands wegen der geringen Wettbewerbsfähigkeit und des Sparkurses kurzfristig schlecht, sagte der Ökonom. Die Regierung in Athen müsse "alles daran setzen, die Ziele so gut wie möglich zu erreichen, um nicht den Anschluss an Europa zu verlieren".
hil/dpa/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
Deutschland ist doch schon lange von der Krise erfaßt. Die derzeitigen deutschen Politiker müssen aufpassen, dass diese nicht vom Zorn der Menschen erfasst werden. Ich kann auch ohne Euro mit meinen Nachbarn leben, dass war doch [...] mehr...
Rating-Riese prüft Frankreichs Top-Note: (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,792368,00.html) ---Zitat--- "Durch die Bankenkrise ist der Rekapitalisierungsbedarf für die französischen Banken so groß, dass [...] mehr...
Sie solten aus der Geschichte lernen, dann wüssten Sie, wer gemeint ist. Der Versuch über die Staatsanleihen die Zentralbanken und die Länder zu beherrschen ist ja nicht neu. Er wurde bereits erfolgreich im 19. Jh. angewendet [...] mehr...
Da können Sie sich's bei rolli aussuchen, Rothschilds, Bilderberger, Bamberger sind's heute. Vor ein paar Wochen waren es die neoliberalfaschisten und nächste Woche wahrscheinlich Space Aliens. mehr...
sorry für die etwas naive Frage: WER will Europa einkassieren und WER zielt denn bewusst genau auf Deutschland. Ich möchte die Gefahr konkreter kennenkernen. mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Josef Ackermann | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH