Wirtschaft



ThemaHedgefondsRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
19.05.2010
 

Verbot von Leerverkäufen

Börsen reagieren allergisch auf Sanktionen

Frankfurter Börse: Dax startet schwachZur Großansicht
ddp

Frankfurter Börse: Dax startet schwach

An den internationalen Finanzmärkten herrscht helle Aufregung: Wegen des deutschen Verbots von spekulativen Leerverkäufen büßten weltweit Aktien an Wert ein. Der Euro fiel zeitweise unter 1,22 Dollar, der Dax rutschte unter die 6000-Punkte-Marke.

Frankfurt am Main - Die europäischen Börsen sind am Mittwoch mit Verlusten in den Handel gestartet. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen fiel zeitweise um zwei Prozent auf 2639 Punkte. Der Leitindex Dax Chart zeigen verlor im frühen Handel 2,8 Prozent auf 5991 Punkte.

Der Euro Chart zeigen rutschte zeitweise auf ein Vier-Jahres-Tief von 1,2146 Dollar, erholte sich dann aber leicht und pendelte sich bei 1,22 Dollar ein. Grund für die Verluste sei die international nicht abgestimmte Regulierung mit dem Verbot ungedeckter Leerverkäufe von Finanztiteln und Staatsanleihen in Deutschland. "Die Politiker haben noch nicht verstanden, dass fahrlässige Aussagen auf Kosten der gemeinsamen Währung gehen", erklärte Jeremy Stretch, Währungsanalyst bei der Rabobank.

Die Finanzaufsicht BaFin verbietet seit Mittwochnacht besonders riskante Wetten von Investoren auf fallende Kurse. Dabei haben die Finanzaufseher speziell die ungedeckten Leerverkäufe in Aktien und Staatsanleihen aus Euro-Ländern im Visier. Ab Mittwoch, 0 Uhr, werden ungedeckte Leerverkäufe in Aktien der zehn bedeutendsten deutschen Finanzinstitute untersagt. Das Verbot gilt auch für ungedeckte Leerverkäufe von Staatsanleihen der Euro-Länder. Auch ungedeckte Credit Default Swaps (CDS), also Kreditausfallversicherungen ohne reale Grundlage, seien von dem Zeitpunkt an verboten.

Das Verbot hoch spekulativer Wetten von Investoren auf fallende Aktienkurse gilt nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unbefristet. Die Regelung bleibe solange in Kraft, bis auf europäischer Ebene eine einheitliche Vorgabe erreicht sei, sagte Merkel am Mittwoch in ihrer Regierungserklärung im Bundestag.

Händler sprechen von einer Schockwelle

Schon an der New Yorker Börse war der Euro unter 1,22 Dollar gerutscht, nachdem die BaFin die ungedeckten Leerverkäufe verboten hatte. "Wenn die Anleger keine Bonds und Aktien verkaufen können, dann verkaufen sie eben den Euro", erklärte Deutsche-Bank-Händler Peter Thoma.

"Die Märkte wollten eigentlich entspannende Äußerungen zum Euro hören. Doch stattdessen nun das", sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sprach von einer Schockwelle, die sich durch die Märkte ziehe.

Auch die Commerzbank kritisierte die Verbote und nannte sie nutzlos: "Wir rechnen weder damit, dass sich die Renditedifferenzen der Peripherieländer nachhaltig einengen werden, noch damit, dass der Euro seine Schwächephase beendet", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Am Markt habe sich schnell die Sichtweise durchgesetzt, dass es sich um eine Verzweiflungstat handele und sich die Schuldenkrise in Europa weiter verschlimmern könnte. "Denn: Die jüngste Zuspitzung der Schuldenkrise ist nicht auf Spekulanten, sondern vielmehr auf eine durchaus rationale Zurückhaltung bei Investoren und Banken zurückzuführen."

cte/Reuters/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 3081 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
22.07.2010 von werner thurner:

Wen die USA aufhören im Ausland (bis hin zum Krieg) ihre Interessen durchzuziehen, und sich um ihr eigenes Land und dessen Prosperität kümmern, inklusive der Partnerschaft eines echten Verteigigungsbündnis, welches nicht so [...] mehr...

21.07.2010 von Michael O.:

Und ? Wären Sie dann glücklich und zufrieden ? (Ach ja : "untergehen" tun die USA deshalb trotzdem nicht...zu schade, nicht wahr ?) mehr...

21.07.2010 von Helmut Pirkl:

Aber es hat auch noch eine andere Seite, die eher noch von den Oligarchen der kapitalistischen Systeme gefürchtet werden. Schließlich ist China auf diesem Weg zu einem Wirtschaftsimperium herangereift, das im Export alle anderen [...] mehr...

21.07.2010 von francophil: Barbarei des Marktes

„...China-hype ist doch von der old ökonomy gemacht...“ Aus deren Perspektive war mein Beitrag auch gedacht ("China wird hierzulande leidenschaftlich als ultrakapitalistisches Pharaonenreich......"). Ein [...] mehr...

21.07.2010 von vory: Das nicht Spekulation, sondern Realwirtschaft das Fundament ist!!

Wann biden sich übertriebene Spekulationsblasen?? Wenn sich eine extreme Ungleichheit in der Einkommensentwicklung bildet und die Arbeitserträge vieler sich bei Einzelnen zu stark sammeln. Deren immer grüßer werdende Gier verläßt [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Hedgefonds

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr dazu im SPIEGEL

Collage DER SPIEGEL, Fotos [M]: DPA / Stephan Schraps / Stefan Boness/ IPON

Heft 20/2010:
Aus Schutt und Schuld
Der unglaubliche Wiederaufstieg der Deutschen nach 1945

Inhaltsverzeichnis

Titelthema - diskutieren Sie mit

Hier geht es zum E-Paper

Hier kaufen Sie das Heft

Hier finden Sie Ihre Abo-Angebote und Prämien


Hedgefonds

Geschäftsmodell

Hedgefonds verfolgen hochriskante Strategien, die im Erfolgsfall auch sehr hohe Gewinne versprechen. Sie nutzen alle möglichen Derivate, um Gewinne sowohl in steigenden als auch fallenden Märkten zu erzielen. Ein typisches Modell sind Leerverkäufe, bei denen große Aktienpakete gegen Provision von Fondsgesellschaften oder Banken ausgeliehen und an der Börse verkauft werden. Das drückt in der Regel den Kurs. Zu den dann niedrigeren Bewertungen kaufen die Hedgefonds die Papiere zurück und reichen sie an Bank oder Fondsgesellschaft weiter.

Wesentliches Element ist zudem die weitgehende Finanzierung solcher Geschäfte durch Kredite. Durch den so erzielten Hebel- oder Leverage-Effekt wird der mögliche Gewinn noch weiter erhöht, allerdings auch das finanzielle Risiko für die Anleger beim Scheitern der Spekulation erheblich vergrößert.

Standorte

Anlagevermögen

Schäubles Anti-Zocker-Paket

Bundesfinanzminister Schäuble will bis zum Sommer Finanzspekulationen einschränken - im Einzelnen plant er dazu folgendes:

Leerverkäufe

Anlegerschutz

Strafen bei Falschberatung

Kündigungsfristen

Geschlossene Fonds

Feindliche Übernahmen






TOP



TOP