New York - Der Euro befindet sich auf Erholungskurs. Er stieg am Mittwochnachmittag auf deutlich über 1,23 Dollar, nachdem er am Morgen noch auf ein Vier-Jahres-Tief von klar unter 1,22 Dollar gefallen war. Über die Ursache für die Entspannung gibt es unterschiedliche Vermutungen: Händler verwiesen auf Marktgerüchte, wonach Griechenland einen Austritt aus der Europäischen Union erwäge. Ein griechischer Regierungssprecher wies jedoch kategorisch zurück, dass sein Land einen Austritt aus der EU oder der Euro-Zone in Betracht ziehe.
Zuvor hatte der Euro
bereits von Spekulationen über Eingriffe von Notenbanken profitiert. Dazu wollte die Europäische Zentralbank (EZB) allerdings keine Stellungnahme abgeben. Devisenhändler sprachen zudem von einer technischen Erholung der Gemeinschaftswährung nach ihrer steilen Talfahrt. Der Kursanstieg sei durch Interventionen der Schweizer Notenbank SNB verstärkt worden.
Zu Tagesbeginn war der Euro dagegen stark unter Druck gekommen - wegen des von Deutschland im Alleingang beschlossenen Verbots riskanter Börsenwetten. Der Kurs sank nach der Bekanntgabe des Verbots zeitweise auf ein neues Vier-Jahres-Tief gegenüber dem Dollar.
Auch die Finanzmärkte reagierten weltweit verunsichert auf die Nachricht. Die Aufsichtsbehörde Bafin hatte am Dienstagabend - offenbar zur Überraschung der EU-Partner - ungedeckte Leerverkäufe für bestimmte Finanzwerte, Staatsanleihen und Ausfallversicherungen verboten.
Sorgen wegen noch härterer Auflagen drückten daraufhin am Mittwoch weltweit die Aktienmärkte ins Minus. Die wichtigsten Indizes in Frankfurt, London, Paris, Tokio und New York büßten teils deutlich an Wert ein.
"Jedermann ist wegen der Nachrichten aus Europa besorgt"
In New York gaben alle drei Indizes zum Handelsbeginn nach, weil die Investoren an der Wall Street wie die Anleger in Asien und Europa eine stärkere Regulierung befürchten. Auch Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die den Euro in Gefahr sieht, verhagelten die Stimmung. Sie bezeichnete die Euro-Krise vor dem Bundestag als existentiell und forderte umgehende Maßnahmen, um der "Erpressung" durch die Märkte ein Ende zu bereiten. Sie verteidigte den Alleingang beim Leerverkaufsverbot.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor bis zum Mittag (Ortszeit) 1,2 Prozent auf 10.384 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls 1,2 Prozent auf 1108 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq büßte 1,4 Prozent ein und notierte bei 2284 Punkten. Erst gegen Handelsschluss beruhigte sich die Lage.
In Frankfurt ging der Dax
mit einem Minus von knapp 2,7 Prozent auf 5989 Zähler aus dem Handel. Er fiel damit unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten. Der Leitindex der Euro-Zone EuroStoxx 50 ging mit minus 2,9 Prozent bei 2.619 Punkten aus dem Handel, der Stoxx Europe 50 verlor 2,9 Prozent auf 2.387 Punkte. Der Pariser Leitindex Cac 40 sackte um 2,9 Prozent auf 3.512 Punkte ab, in London gab der FTSE 100 um 2,8 Prozent auf 5.158 Punkte nach. Für die Leitindizes in Prag, Budapest und Warschau ging es um 2,07 bis 3,08 Prozent nach unten.
Deutsche Börse prangert Alleingang beim Leerverkaufsverbot an
"Jedermann ist wegen der Nachrichten aus Europa besorgt. Es scheint, als ob Deutschland mit harten Bandagen kämpfen will", fasste Terry Morris von National Penn Investors Trust Company die Stimmung an der Wall Street zusammen. Seit der Bekanntgabe des Euro-Rettungsschirms seien Fragen zur Finanzierung des Pakets offengeblieben, sagte der Chef-Marktanalyst Arthur Hogan von Jefferies & Co. Statt diese Zweifel zu beseitigen, komme aus Europa als erste größere Entscheidung nun das Verbot ungedeckter Leerverkäufe auf Aktien und Anleihen. Dies sehe ein wenig nach Panik und nach einem Alleingang der Deutschen aus.
Auch die Deutsche Börse kritisierte das Leerverkaufsverbot. Der Alleingang schade dem Finanzstandort Deutschland. Ungedeckte Leerverkäufe könnten weiterhin stattfinden, weil sie außerhalb des deutschen Finanzmarkts nicht verboten seien, teilte der Börsenbetreiber, der selbst ein Dax-Konzern ist, am Mittwochabend mit. Das Unternehmen verwies auf die britische Finanzaufsicht FSA, nach deren Einschätzung das Verbot ausschließlich für deutsche Marktteilnehmer oder in Deutschland getätigte Geschäfte gelte - nicht aber für Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands und explizit in Großbritannien. Ein Verbot von Leerverkäufen könne die Marktqualität verschlechtern und die Kosten der Liquidität erhöhen. Wichtig sei ein einheitliches europäisches Vorgehen.
wit/Reuters/dpa-AFX
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... wird etwas gegen diese Finanzhaie unternommen. Leider wieder nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Klar das diese Aasgeier und Hyänen aufheulen wenn man ihnen in ihre trübe Suppe spuckt. Allein - wie krank muss ein Gehirn [...] mehr...
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