Stuttgart - Es ist ein Rückgang von mehr als zehn Prozent: 1992 gab es noch 2381 Krankenhäuser in Deutschland, 2008 waren es nur noch 2083. Dieser Trend wird sich nach einer am Montag veröffentlichten Studie in den kommenden Jahren sogar noch verstärken.
Denn die Wirtschaftskrise und die sinkenden Steuereinnahmen werden nach Ansicht der Beratungsgesellschaft Ernst & Young zu einer steigenden Zahl von Schließungen, Fusionen und Verkäufen von Kliniken führen. "Überall da, wo die Nottransportdienste vom Rettungswagen bis zum Hubschrauber funktionieren, werden die kleinen, nur bedingt effizienten Krankenhäuser vor Ort zunehmend überflüssig", heißt es in der Studie. Das bedeutet: Je kleiner eine Klinik derzeit ist, desto gefährdeter ist ihre Existenz. Ernst & Young befragte für die Untersuchung 300 Krankenhausmanager und 1500 Verbraucher.
Die Wirtschaftskrise führe dazu, dass die Kommunen vielfach die Defizite der öffentlichen Krankenhäuser nicht mehr ausgleichen könnten und die Länder ihre Investitionen reduzierten, sagte ein Experte von Ernst & Young. Zusätzlich würden Ausfälle bei Krankenkassenbeiträgen durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit die finanzielle Situation weiter verschlechtern.
Zugleich schnellen die Ausgaben der Kliniken in die Höhe: Die Kosten im Krankenhausbereich stiegen laut der Beratungsgesellschaft seit dem Jahr 2000 um mehr als 20 Prozent. Mehr als 80 Prozent der befragten Krankenhausmanager erwarteten zudem einen weiteren Anstieg der Personal- und Sachkosten in den kommenden zwei Jahren.
Kaum eine Klinik will Personal einstellen
Zwischen den Krankenhäusern nimmt gleichzeitig der Wettbewerb zu. 81 Prozent der befragten Krankenhausmanager bezeichnen den Konkurrenzdruck bereits als hoch oder sehr hoch, 77 Prozent erwarten eine weitere Intensivierung des Wettbewerbs. Laut Ernst & Young werden davon vor allem die privaten Anbieter profitieren, die ihren Marktanteil entsprechend weiter ausbauen dürften.
Zudem müssen sich Patienten auf Leistungseinschränkungen einstellen: Programme zur Kostensenkung spielen momentan bei 84 Prozent der Krankenhäuser eine große bis sehr große Rolle. Mehr als jedes dritte Krankenhaus (39 Prozent) will die Zahl der Beschäftigten in Pflege beziehungsweise Verwaltung reduzieren. Jedes fünfte Krankenhaus (21 Prozent) plant sogar, künftig weniger Ärzte zu beschäftigen.
Auf der anderen Seite wollen viele Krankenhäuser aber auch neue Investitionen tätigen und bestimmte Fachbereiche stärken (62 Prozent), Gebäude modernisieren (61 Prozent) oder den Komfort für die Patienten erhöhen (51 Prozent). Zusätzliches Personal wollen aber nur die wenigsten Kliniken einstellen. Laut der Studie ist deshalb unter dem Strich mit einem weiteren Arbeitsplatzabbau bei den Krankenhäusern zu rechnen.
böl/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
Na dann erzählen Sie mal wieviel Sie einzahlen. Vermutlich hatte ich in meiner aktiven Zeit wesentlich mehr eingezahlt. mehr...
Quatsch,die Ärzte streiken nicht für den Erhalt der Hausverträge, denn die will niemand abschaffen. Die Ärzte streiken dagegen, dass die Honorare in den Hausarztverträgen nicht stärker steigen sollen als die allgemeine [...] mehr...
Das ist doch gar nicht der entscheidende Punkt. Es geht darum, dass von Ärzteseite ständig suggeriert wird, die Kassenärzte müssten in vielen Regionen mit weniger Honorar auskommen als vor der Reform 2009. Tatsächlich [...] mehr...
wenn es den Ärzten so schlecht geht, warum studieren dann so viele für diesen Beruf?? Niemand zwingst sie. Wenn nicht die Bevölkerung in Jahrzehnten so erzogen worden wäre, bei jeder Kleinigkeit [...] mehr...
Natürlich ist er das nicht, aber was sagen Sie den Krankenschwestern? Geht es denen anders? Erzählen Sie DENEN mal was von 90.000€! Richtig! Deswegen haben Sie auch Verantwortung - den Menschen gegenüber. Genauso wie die [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Gesundheitssystem | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH