Wirtschaft



ThemaEU-KommissionRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.05.2010
 

Euro-Krise

Deutsche fürchten gigantische Staatsverschuldung

Schlussverkauf: Verbraucher sehen wirtschaftliche Erholung gefährdet Zur Großansicht
Getty Images

Schlussverkauf: Verbraucher sehen wirtschaftliche Erholung gefährdet

Die Sorge um die Stabilität des Euro verunsichert die Deutschen: Einer neuen Erhebung zufolge fürchten immer mehr Bürger, dass die Politiker die Staatsschulden nicht mehr bewältigen können. Die Angst vor einer Inflation ist stark gestiegen, die Kauflaune gesunken.

Nürnberg - Öffentliche Schulden galten bislang nicht als Problem, das Bürger unmittelbar betrifft. Die Milliarden, inzwischen gar Billionen, die Deutschland seinen Gläubigern schuldet, waren abstrakt, die Konsequenzen der Defizite kaum spürbar - zumindest nicht kurzfristig.

Doch angesichts der Euro-Krise und der Probleme Griechenlands, seine Schulden zu refinanzieren, hat sich dieses Denken offenbar geändert. Die Sorgen um die hohe Verschuldung einiger Staaten in Europa verunsichern mittlerweile auch die deutschen Verbraucher. Sie sehen die weitere wirtschaftliche Erholung gefährdet und befürchten eine höhere Inflation. Das zeigt der am Mittwoch veröffentlichte Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Noch im April hatte die gute Entwicklung der Wirtschaft nach der Krise für gute Stimmung bei den Verbrauchern gesorgt, die nur von den hohen Energiepreisen getrübt worden war. Nun fürchten die Deutschen laut GfK, die Rettungspakete für Griechenland und der schwächere Euro könnten die deutsche Wirtschaft in ihrer Erholung beeinträchtigen. Der Index sinkt von 3,7 Punkten im Mai auf 3,5 Punkte im Juni.

Weniger Angst vor Arbeitslosigkeit, mehr vor Inflation

Ein ähnliches Bild zeichnet auch eine "Stern"-Umfrage: Laut dem "Sorgenbarometer" des Magazins haben mehr als drei Viertel aller Deutschen (76 Prozent) große oder sehr große Angst davor, dass die Staatsschulden nicht mehr zu bewältigen sind. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als noch im Februar.

Leicht gestiegen auf 59 Prozent ist laut "Stern" auch die Sorge um die Sicherheit der Renten. Genauso viele Befragte fürchten, die Politiker könnten mit den aktuellen Problemen überfordert sein (59 Prozent).

Stark gestiegen sei die Zahl der Befragten, die Preissteigerungen erwarten: 54 Prozent der Bürger sagten demnach, sie hätten Angst vor einer höheren Inflationsrate. Das sind zehn Punkte mehr als im Februar.

Abgenommen habe dagegen die Furcht vor steigender Arbeitslosigkeit: Sie fiel um vier Punkte auf 55 Prozent. Zugleich sorgt sich allerdings die arbeitende Bevölkerung um ihren eigenen Job: Gegen den Gesamttrend fürchten fast ein Viertel (23 Prozent) der Erwerbstätigen, ihre Arbeit zu verlieren.

cte/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 3081 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
22.07.2010 von werner thurner:

Wen die USA aufhören im Ausland (bis hin zum Krieg) ihre Interessen durchzuziehen, und sich um ihr eigenes Land und dessen Prosperität kümmern, inklusive der Partnerschaft eines echten Verteigigungsbündnis, welches nicht so [...] mehr...

21.07.2010 von Michael O.:

Und ? Wären Sie dann glücklich und zufrieden ? (Ach ja : "untergehen" tun die USA deshalb trotzdem nicht...zu schade, nicht wahr ?) mehr...

21.07.2010 von Helmut Pirkl:

Aber es hat auch noch eine andere Seite, die eher noch von den Oligarchen der kapitalistischen Systeme gefürchtet werden. Schließlich ist China auf diesem Weg zu einem Wirtschaftsimperium herangereift, das im Export alle anderen [...] mehr...

21.07.2010 von francophil: Barbarei des Marktes

„...China-hype ist doch von der old ökonomy gemacht...“ Aus deren Perspektive war mein Beitrag auch gedacht ("China wird hierzulande leidenschaftlich als ultrakapitalistisches Pharaonenreich......"). Ein [...] mehr...

21.07.2010 von vory: Das nicht Spekulation, sondern Realwirtschaft das Fundament ist!!

Wann biden sich übertriebene Spekulationsblasen?? Wenn sich eine extreme Ungleichheit in der Einkommensentwicklung bildet und die Arbeitserträge vieler sich bei Einzelnen zu stark sammeln. Deren immer grüßer werdende Gier verläßt [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema EU-Kommission

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP