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05.06.2010
 

Streit um Kopfpauschale

Merkel fährt Seehofer in die Parade

CSU-Chef Seehofer, Kanzlerin Merkel: Ärger wegen der KopfpauschaleZur Großansicht
ddp

CSU-Chef Seehofer, Kanzlerin Merkel: Ärger wegen der Kopfpauschale

Die Korrektur kommt von ganz oben. Im SPIEGEL-Interview hat CSU-Chef Seehofer erklärt, er habe sich mit Angela Merkel und Guido Westerwelle auf Grundsätze verständigt, nach denen die Einführung einer Kopfpauschale unfinanzierbar sei. Doch die Kanzlerin widerspricht.

Hamburg - Der Streit um die Kopfpauschale erreicht die Parteispitzen der Union: CSU-Chef Horst Seehofer hat mit einer Formulierung in einem SPIEGEL-Interview CDU-Chefin Angela Merkel auf den Plan gerufen.

Seehofer sagte in dem Interview, er habe sich mit der Kanzlerin und mit FDP-Chef Guido Westerwelle auf zentrale gesundheitspolitische Grundsätze geeinigt. Diese ließen sich in drei Sätzen formulieren:

  1. "Es wird keine Steuermittel für den Solidarausgleich geben.
  2. Ein Solidarausgleich aus Beitragsmitteln ist unfinanzierbar.
  3. Und bevor wir die Beiträge erhöhen, müssen alle Mittel zur Ausgabenbegrenzung ausgeschöpft sein."

Diese Grundsätze lassen nach Seehofers Auffassung nur eine Schlussfolgerung zu: Eine Kopfpauschale "mit Sozialausgleich aus Steuermitteln (...) ist nicht zu verwirklichen".

Am Samstagnachmittag ließ Regierungssprecher Ulrich Wilhelm nun mitteilen, die Absprachen ließen eine solch konkrete Schlussfolgerung nicht zu. Klar sei zum jetzigen Zeitpunkt nur, "dass über die Ausgestaltung eines zukünftigen Sozialausgleichs noch keine Entscheidung getroffen ist".

Bislang sei lediglich verabredet worden, die Beitragsautonomie der Krankenkassen zu stärken. Und ein Instrument dazu "ist die Weiterentwicklung der bisherigen einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträge, die dem Gebot der sozialen Gerechtigkeit Rechnung tragen müssen".

Kritik am gesundheitspolitischen Hickhack

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte eine einkommensunabhängige Kopfpauschale von durchschnittlich 30 Euro monatlich je Kassenmitglied vorgeschlagen, gegen die die CSU weiterhin Widerstand leistet. Rösler soll nun nach einer Vereinbarung in der Koalition bis zur parlamentarischen Sommerpause Mitte Juli ein überarbeitetes Konzept zur Reform der Krankenkassenfinanzierung vorlegen.

Seit Wochen zoffen sich die Regierungsparteien darüber, wie man das Gesundheitssystem reformieren kann. Der laute Streit wird zusehends kritisiert.

"Hier gilt leider: Die Harmonie zwischen CDU, CSU und FDP ist noch steigerungsfähig", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) der "Bild am Sonntag".

Mehrere FDP-Politiker warfen der CSU wegen des Streits um die Gesundheitsreform gar eine Verletzung des Koalitionsvertrags vor. "Ich zweifle allmählich am Willen der CSU zur Vertragstreue", sagte der FDP-Abgeordnete und Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, Wolfgang Gerhardt, der "Welt". Die stellvertretende FDP- Bundesvorsitzende Cornelia Pieper forderte, mit der "plumpen Blockade" der CSU müsse endlich Schluss sein. "Die Gesundheitsreform ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben."

ssu/dpa/Reuters

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Die neuesten Beiträge:
25.01.2011 von DiKi: Wie kann die Politik sparen,ohne die Konjunktur abzuwürgen?

Lieber Münchener,wenn Sie einen Vergleich zwischen Schröder und Merkel anstellen,dann sollten Sie aber nicht nur das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vergleichen! Wie sieht es denn z.B.mit den Arbeitslosenzahlen in der Ära [...] mehr...

14.01.2011 von Knippi2006:

Nun, China hat sein 500 Mrd. Konjunkturprogramm leider erst nach der OECD-Prognose aufgelegt. Das zumindest fehlte der OECD. Im übrigen sind Prognosen hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklung über längere Zeiträume ohnehin [...] mehr...

14.01.2011 von syramon:

Hier sollte man sich keine Illusionen machen, Politiker sparen nicht, sie geben aus. Da D. keine Direktdemokratie ist, wo der Bürger der Politik Fesseln anlegen kann, z.B. mittels eines Schuldenstopps festgeschrieben in der [...] mehr...

14.01.2011 von Palmstroem: Merkels Wirtschaftswunder

Wenn man die OECD-Prognose für 2010 betrachtet, war die Tigerente doch wirklich Klasse! *OECD erwartet für Deutschland 700.000 mehr Arbeitslose* Der von der Finanzkrise verursachte Konjunktureinbruch wird nach Meinung der [...] mehr...

14.01.2011 von Knippi2006:

Na Palmstroem, wieder zu viel Prozac geschluckt und vergessen die rosarote Brille abzunehmen? Wirtschaftswachstum von 3,6 % in 2010 ein Rekordwachstum? Ja, nachdem das BIP in 2009 um – 4,7 % geschrumpft ist, ist das [...] mehr...

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