Von Stefan Schultz
Hamburg - Es ist erst gut zwei Monate her, da wurde Tony Hayward euphorisch gefeiert. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise verkündete der BP-Chef am 27. April einen Quartalsgewinn von 5,6 Milliarden Dollar. Der Konzern bejubelte ihn als Meisterreformer, als Macher, der dem ehemaligen Energiekonzern des British Empire eine große, strahlende Zukunft eröffnet. Hayward, der Kleinbürger aus dem Londoner Vorort Slough, war auf dem Höhepunkt seiner Karriere.
Seit dem Tag der Glanzbilanz ist er tief gestürzt. Weil die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" explodierte und im Meer versank, ging es mit seiner Karriere rapide bergab. BPs Bohrunfall verursachte die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte Amerikas, seit mehr als sieben Wochen strömen jeden Tag Millionen Liter Öl ins Meer. Das Unglück erschüttert die Grundfesten des britischen Traditionskonzerns und wird das Ökosystem im Golf über Jahrzehnte belasten.
Niemand personifiziert das Drama so sehr wie Tony Hayward. Er ist jetzt nicht mehr das Reformgenie, er ist Amerikas Sündenbock. Politiker, Medien und die Menschen, denen Lebensgrundlage BPs Ölteppich erstickt, dreschen auf ihn ein. Hayward rangiert plötzlich in der Liga der am meisten gehassten Manager, zusammen mit Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein ("Banken verrichten Gottes Werk") und Toyota-Chef Akio Toyoda, dessen Konzern Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale zurückrufen musste. So groß ist der Hass, dass Haywards Familie inzwischen Morddrohungen erhält.
"Jeder dachte, es würde schneller gehen"
Am Freitag hat Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg Konsequenzen gezogen: Er nahm Hayward aus der Schusslinie und übergab das Krisenmanagement im Golf von Mexiko mit sofortiger Wirkung an den Manager Robert Dudley. Der war schon am 4. Juni zum Langzeit-Krisenmanager ernannt worden, sollte seinen Job aber eigentlich erst antreten, nachdem das "Deepwater Horizon"-Leck gestopft ist.
Nach der Entscheidung rügte Svanberg den BP-Boss. Acht Wochen habe Hayward Zeit gehabt, die Krise in den Griff zu bekommen, sagte er dem TV-Sender "Sky News". "Jeder dachte, es würde schneller gehen."
Und Hayward? Der besuchte am Samstag eine Yachtregatta vor der Isle of Wight in England, an der auch sein extravagantes, 700.000 Dollar teures Segelschiff "Bob" teilnahm. Die von der Ölkatastrophe betroffenen Küstenbewohner in den USA reagierten mit Empörung, das Weiße Haus sprach von einem PR-Fiasko. "Wir können nicht einmal mehr zum Fischen rausfahren, und er geht zu Yachtrennen", sagte Küstenbewohner Bobby Pitre aus Louisiana erbost. "Ich wünschte, wir könnten uns auch einmal einen Tag frei vom Öl nehmen."
Noch hält BP an Hayward als Vorstandschef fest, doch seine Geschichte ist schon jetzt ein Drama in fünf Akten. Die Chancen steigen, dass dieses mit Haywards Entlassung endet.
SPIEGEL ONLINE hat die Etappen des Niedergangs dokumentiert.
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Ja, mal eine Stiftung die was gegen Malaria unternimmt, hats mehr in den ärmeren warmen Ländern: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,674827,00.html Da haben die reichen Länder kein Interesse, außer wie in [...] mehr...
Und wieder einer der nichts, aber auch gar nichts, über die Aktivitäten der Gates-Stiftung weiß und auf einen simplen PR-Stunt in seiner Eigenschaft als Schaf reinfällt. Auch Buffet hat mehr Dreck am Stecken/Geld mit schmutzigen [...] mehr...
Bill Gates hat der Menschheit mindestens tausendmal mehr gegeben als ich oder Sie! Das der persönliche Besitz von so viel Geld unsinnig ist hat Herr Bill Gates und andere Superreiche erkannt und so beschlossen das überflüssige [...] mehr...
Waren Ölkonzerne bisher politisch kontollierbar? NEIN!!! Die Frage ist, wie stark ist der Einfluss der Energiekonzerne auf die Politik! Obama hat doch keine Chance die Konzerne in die Schranken zu weisen. Wenn er BP schadet, [...] mehr...
Da werden sie schwerlich die Sonne verantwortlich machen können. Was uns wohl Lebensqualität kosten wird, ist vermutlich das Ende der fossilen Rohstoffe ohne wirkliche Alternative. Im Endeffekt bleibt uns garnichts anderes [...] mehr...
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