Wirtschaft



ThemaIfo-IndexRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
22.06.2010
 

Konjunktur

Deutsche Wirtschaft trotzt der Schuldenkrise

Stahlwerke (in Salzgitter): Sparpaket "nicht so scharf, dass es die Konjunktur abwürgt"Zur Großansicht
REUTERS

Stahlwerke (in Salzgitter): Sparpaket "nicht so scharf, dass es die Konjunktur abwürgt"

Die Erholung der Wirtschaft setzt sich fort, sogar etwas kräftiger als gedacht. Der monatliche Geschäftsklima-Index des Münchener ifo-Instituts ist im Juni unerwartet gestiegen. Auch das Sparpaket der Merkel-Regierung kann der Konjunktur wenig anhaben, prophezeien Volkswirte.

Berlin - "Die Konjunkturerholung setzt sich fort", kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Ergebnisse. Der Ifo-Geschäftsklima-Index stieg auf 101,8 Punkte nach 101,5 Zählern im Mai, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 7000 Firmen mitteilte. Analysten hingegen hatten im Mittel mit einem Rückgang auf 101,2 Punkte gerechnet. Auch ihre Geschäftslage bewerteten die Betriebe erneut besser: Dieser Teilindex kletterte von 99,4 auf 101,1 Punkte.

Das Sparpaket der Bundesregierung wird nach Einschätzung des Instituts die robuste Konjunkturerholung in Deutschland nicht stoppen. Die Maßnahmen seien wegen der hohen Verschuldung richtig und dienten einer nachhaltigeren Entwicklung, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger zu Reuters. "Es ist auch nicht so scharf, dass es die Konjunktur abwürgt." Die Erholung sei weiterhin intakt.

Ein Dämpfer: Für die kommenden sechs Monate schätzen die Manager die Aussichten nicht mehr so gut ein wie im Mai. Der Index für die Erwartungen sank von 103,7 auf 102,4 Punkte.

Trotz dieses Rücksetzers deutet der Ifo-Index auch nach Einschätzung anderer Ökonomen auf ein solides Wachstum in der deutschen Industrie hin. Die Stimmung in den Unternehmen bleibe gut, hieß es beispielsweise von Volkswirten der DekaBank. Die Ifo-Umfrage deutet auch laut Postbank auf "eine solide Wachstumsentwicklung in der deutschen Industrie hin".

Der Ifo-Index gilt als der wichtigste Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Die meisten Experten sagen der Konjunktur für das laufende Jahr ein Anziehen von rund zwei Prozent voraus. Das stärkste Quartal dürfte das im Juni zu Ende gehende sein. Für die zweite Jahreshälfte rechnen viele Fachleute bereits damit, dass sich das Wachstum wieder etwas abschwächt.

Bei den befragten Volkswirten zeichnet sich allerdings eine unterschiedliche Sichtweise über die möglichen Folgen der Schuldenproblematik ab. Nach Einschätzung der DekaBank habe sich die Schuldenkrise bisher noch nicht direkt auf die Stimmung in den Unternehmen ausgewirkt. Dagegen vertreten Volkswirte der Postbank die Ansicht, dass die hohe Staatsverschuldung die Erwartungen der Unternehmen eingetrübt habe.

mik/Reuters/dpa-AFX

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1872 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
17.12.2010 von hoppeditz2: und jetzt ist Brüderle schuld ...

... an der zu vorsichtigen Schätzung seiner Mitarbeiter. Dabei ist es doch im Sinne kaufmännischer Vorsicht geboten, dass man sich erst mal am unteren Rand der Prognosen bewegt. Schulden haben wir auch so schon genug. Und [...] mehr...

17.12.2010 von ergoprox:

Sie haben, so glaue ich, den Sarkasmus nicht verstanden ;-)) Ansonsten sollten alle Prognostiker und deren minderbemittelte Freunde mal N.Taleb lesen. Je expertiger die Experten sind, desto schlechter die Prognosen. Gilt immer [...] mehr...

17.12.2010 von elbröwer: auf Kosten des Volkes

Experten und Gutachter müssen definitiv nichts können. Wenn eine Prognose nicht stimmt wird sie rückwirkend angepaßt. Ich bin richtig neidisch auf so viel Scharlatanerie. Der Brüderle soll wohl demnächst FDP Vorsitzender werden. [...] mehr...

17.12.2010 von Hubert Rudnick: Witzbold

Da kann man nur zu sagen, sie sind ein Witzbold, oder einer deren Vertreter, die sich erneut auf Kosten derjenigen, die die Werte der Gesellschaft hart erarbeiten bereichern wollen, um anschließend erneut alles in den [...] mehr...

16.12.2010 von rabenkrähe:

...... Es ist eben alles relativ: Im Vorjahr war der Vergleichszeitraum ein sehr guter, also fiel der Rückgang mit runden sechs Prozent dramatisch aus, nun ist der Vorjahreszeitraum ein schlechter, also wirken gute drei [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Ifo-Index

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der Ifo-Index

Das Ifo-Institut bittet monatlich rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen. Die Unternehmen können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen.

Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Umfrageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 bezogen.





TOP



TOP