Berlin - "Die Konjunkturerholung setzt sich fort", kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Ergebnisse. Der Ifo-Geschäftsklima-Index stieg auf 101,8 Punkte nach 101,5 Zählern im Mai, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 7000 Firmen mitteilte. Analysten hingegen hatten im Mittel mit einem Rückgang auf 101,2 Punkte gerechnet. Auch ihre Geschäftslage bewerteten die Betriebe erneut besser: Dieser Teilindex kletterte von 99,4 auf 101,1 Punkte.
Das Sparpaket der Bundesregierung wird nach Einschätzung des Instituts die robuste Konjunkturerholung in Deutschland nicht stoppen. Die Maßnahmen seien wegen der hohen Verschuldung richtig und dienten einer nachhaltigeren Entwicklung, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger zu Reuters. "Es ist auch nicht so scharf, dass es die Konjunktur abwürgt." Die Erholung sei weiterhin intakt.
Ein Dämpfer: Für die kommenden sechs Monate schätzen die Manager die Aussichten nicht mehr so gut ein wie im Mai. Der Index für die Erwartungen sank von 103,7 auf 102,4 Punkte.
Trotz dieses Rücksetzers deutet der Ifo-Index auch nach Einschätzung anderer Ökonomen auf ein solides Wachstum in der deutschen Industrie hin. Die Stimmung in den Unternehmen bleibe gut, hieß es beispielsweise von Volkswirten der DekaBank. Die Ifo-Umfrage deutet auch laut Postbank auf "eine solide Wachstumsentwicklung in der deutschen Industrie hin".
Der Ifo-Index gilt als der wichtigste Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Die meisten Experten sagen der Konjunktur für das laufende Jahr ein Anziehen von rund zwei Prozent voraus. Das stärkste Quartal dürfte das im Juni zu Ende gehende sein. Für die zweite Jahreshälfte rechnen viele Fachleute bereits damit, dass sich das Wachstum wieder etwas abschwächt.
Bei den befragten Volkswirten zeichnet sich allerdings eine unterschiedliche Sichtweise über die möglichen Folgen der Schuldenproblematik ab. Nach Einschätzung der DekaBank habe sich die Schuldenkrise bisher noch nicht direkt auf die Stimmung in den Unternehmen ausgewirkt. Dagegen vertreten Volkswirte der Postbank die Ansicht, dass die hohe Staatsverschuldung die Erwartungen der Unternehmen eingetrübt habe.
mik/Reuters/dpa-AFX
Auf anderen Social Networks posten:
... an der zu vorsichtigen Schätzung seiner Mitarbeiter. Dabei ist es doch im Sinne kaufmännischer Vorsicht geboten, dass man sich erst mal am unteren Rand der Prognosen bewegt. Schulden haben wir auch so schon genug. Und [...] mehr...
Sie haben, so glaue ich, den Sarkasmus nicht verstanden ;-)) Ansonsten sollten alle Prognostiker und deren minderbemittelte Freunde mal N.Taleb lesen. Je expertiger die Experten sind, desto schlechter die Prognosen. Gilt immer [...] mehr...
Experten und Gutachter müssen definitiv nichts können. Wenn eine Prognose nicht stimmt wird sie rückwirkend angepaßt. Ich bin richtig neidisch auf so viel Scharlatanerie. Der Brüderle soll wohl demnächst FDP Vorsitzender werden. [...] mehr...
Da kann man nur zu sagen, sie sind ein Witzbold, oder einer deren Vertreter, die sich erneut auf Kosten derjenigen, die die Werte der Gesellschaft hart erarbeiten bereichern wollen, um anschließend erneut alles in den [...] mehr...
...... Es ist eben alles relativ: Im Vorjahr war der Vergleichszeitraum ein sehr guter, also fiel der Rückgang mit runden sechs Prozent dramatisch aus, nun ist der Vorjahreszeitraum ein schlechter, also wirken gute drei [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Ifo-Index | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH