Hamburg - Die kommunale Schuldenkrise zwingt Städte und Gemeinden zu drastischen Maßnahmen: 60 Prozent der Gemeinden wollen kommunale Leistungen reduzieren, 84 Prozent Gebühren und Steuern erhöhen. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young unter 300 deutschen Kommunen.
Die Wirtschaftskrise hat die Gemeinden mit voller Wucht erreicht. Ihre Einnahmen werden 2010 deutlich zurückgehen, für 2011 ist - wenn überhaupt - nur eine leichte Erholung absehbar. Gleichzeitig steigen, trotz erheblicher Sparanstrengungen, die Ausgaben. Jede dritte Kommune kann schon jetzt keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, die Verschuldung der Städte und Gemeinden steigt.
Das bekommen jetzt auch die Bürger zu spüren:
Zusätzliche Einnahmen erhoffen sich die Kommunen von Gebühren- und Steuererhöhungen:
Schlaglöcher und bröckelnde Schulen
So schlimm steht es um einige Kommunen, dass manche sich noch nicht mal mehr dringend nötige Investitionen leisten können. 68 Prozent geben an, dass sie Unterhaltsmaßnahmen für Straßen und Gebäude strecken müssen. 61 Prozent reduzieren Neuinvestitionen in Straßenbau und Stadtentwicklung. Schlaglöcher werden nur provisorisch gestopft, Schulbauten verfallen - und das Problem wird sich an vielen Orten noch verschärfen. 46 Prozent der Kommunen wollen 2010 weniger investieren - trotz zusätzlicher Mittel, die sie aus dem Konjunkturpaket II erhalten.
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"Deutschlands Städte und Gemeinden sind so hoch verschuldet wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland", sagt Hans-Peter Busson, Partner bei Ernst & Young. "Die Finanzsituation ist katastrophal."
Eine Besserung sei an vielen Orten nicht in Sicht: Strukturelle Probleme, eine rückläufige Bevölkerungszahl, eine hohe Erwerbslosigkeit und eine geringe wirtschaftliche Substanz stehen vor allem in Ostdeutschland an vielen Orten einer finanziellen Gesundung entgegen.
"Die Folge wird eine weiter steigende Verschuldung der Kommunen sein", sagt Busson. "Viele deutsche Städte sind im Grunde bankrott. Sie werden die Schuldenkrise nicht aus eigener Kraft lösen können." Die Sozialausgaben dürften weiter steigen, die Einsparmöglichkeiten sind oft schon ausgereizt.
Sparmaßnahmen werden nicht reichen
Eine nachhaltige Reform der Kommunalfinanzen sei deshalb dringend geboten. "Die Kommunen haben inzwischen einen Großteil ihrer Autonomie verloren, ihre Handlungsoptionen sind extrem begrenzt", sagt Busson. "Sie müssen wieder stärker selbst über ihre Ein- und Ausgaben entscheiden können."
Auch die Kommunen selbst seien in der Pflicht: Sie müssten Bürokratie abbauen, Arbeitsprozesse optimieren und überflüssige Leistungen radikal streichen. In vielen Bereichen müssten mehrere Kommunen außerdem kooperieren, fordert Busson. Potential sieht er unter anderem bei der IT-Infrastruktur, beim Immobilienmanagement und bei internen Dienstleistungen wie der Rechnungsprüfung.
Selbst die Zusammenlegung kleiner Kommunen "darf kein Tabu sein", sagt Busson. Noch schreckten viele Gemeinden vor tiefen Einschnitten zurück. Das müsse sich jetzt rasch ändern.
ssu
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Weil unsere Kanzlerdarstellerin eben Damen wie Friede Springer und Liz Mohn ihre "Freundinnen" nennen darf. Und nun raten Sie mal, welchen von den beiden Damen allein DER SPIEGEL zu 25% gehört. Also auf die Presse [...] mehr...
es geht nicht so sehr um's ob als um das wie, und um dessen Ausgewogenheit. ---Zitat--- Hierzu ist anzumerken, dass die Bezieher von Sozialleistungen absolut wie relativ die größte Wählergruppe in Deutschland sind. [...] mehr...
Das ist nicht korrekt. Im Übrigen ist der Sozialetat der mit weitem Abstand größte Posten im Bundeshaushalt. Ausgerechnet dort nicht zu sparen dürfte kaum möglich sein, will der Staat seine Schulden langfristig in den Griff [...] mehr...
Sie lesen ungenau. Angst vor einem nicht mehr existenten Sozialstaat trifft es eher. ---Zitat--- Selbstverständlich muss gespart werden, warum aber Soziales davon ausgeschlossen bleiben soll, erschließt sich mir nicht! [...] mehr...
Eine Stadt, derer Hallenbäder durch Besucherzahlen nicht ausgelastet sind und unrentabel arbeiten, muss diese Zahl reduzieren. Eine bestimmte Zahl Hallenbad auf 100.000 Einwohner sollte Grundversorgung sein. Strassenbeleuchtung [...] mehr...
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