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02.07.2010
 

Arbeit

Reallöhne verzeichnen stärkstes Plus seit Beginn der Krise

Ermutigende Entwicklung: Die Reallöhne in Deutschland sind im ersten Quartal so stark gestiegen wie seit Ausbruch der Wirtschaftskrise nicht mehr. Das Wachstum verteilte sich allerdings höchst unterschiedlich.

Wiesbaden - Sinkende Arbeitslosenzahlen, auf Jahressicht sogar die Drei-Millionen-Marke in Sicht: Nach langer Durststrecke macht sich die Erholung endlich auch für Arbeiter und Angestellte wieder bemerkbar. Und das auch im Portemonnaie. So verdienten die deutschen Arbeitnehmer zu Jahresbeginn unter dem Strich wieder mehr, wenn auch nur ein bisschen.

Die Reallöhne in Deutschland stiegen im ersten Quartal um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die Geldentwertung fraß die höheren Löhne also nicht auf, da die Lohnsteigerungen höher waren als die Inflationsrate: Die Bruttomonatsverdienste waren im ersten Quartal 2010 den Angaben zufolge 1,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor, während die Verbraucherpreise sich im selben Zeitraum um 0,8 Prozent erhöhten.

Das Reallohnplus für den Zeitraum von Januar bis März war den Statistikern zufolge auch der höchste Anstieg seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise Ende 2008. Im vierten Quartal 2009 waren die Reallöhne noch um 0,4 Prozent gesunken. Ein höheres Plus in den Portemonnaies der Verbraucher gab es zuletzt im zweiten Quartal 2008, als die Reallöhne um 1,0 Prozent stiegen.

Bank- und Versicherungsangestellte verdienen am besten

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich in Deutschland im ersten Quartal 2010 ohne Sonderzahlungen laut Statistik brutto durchschnittlich 3178 Euro im Monat. Die höchsten Durchschnittsverdienste erzielten die Beschäftigten in der Finanz- und Versicherungswirtschaft (4224 Euro) sowie Information und Kommunikation (4212 Euro). Dagegen wurden die niedrigsten durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste im Gastgewerbe (1914 Euro) gezahlt.

In den einzelnen Branchen entwickelten sich die Verdienste recht unterschiedlich. In der Schifffahrt fielen die Bruttomonatslöhne um 5,8 Prozent. Einbußen mussten auch die Beschäftigten in der Energieversorgung (4,2 Prozent), im Baugewerbe (1,1 Prozent) und in der Wasserversorgung (0,5 Prozent) hinnehmen.

"In allen anderen Branchen stiegen die Verdienste", hieß es. In der Informations- und Kommunikationsbranche gab es ein Plus von 3,9 Prozent, im Bereich Erziehung und Unterricht von 3,7 Prozent. Beschäftigte des Grundstücks- und Wohnungswesens bekamen 3,1 Prozent mehr.

mik/AFP/Reuters

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