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02.07.2010
 

Streit um Solar-Förderkürzung

Showdown im Vermittlungsausschuss

Solaranlage in Dresden: Endlos-Streit um FörderkürzungZur Großansicht
DPA

Solaranlage in Dresden: Endlos-Streit um Förderkürzung

Im Vermittlungsausschuss zur geplanten Kürzung der Solarförderung herrscht dicke Luft. Kurz vor der finalen Anhörung im Parlament ringen Länder und Parteien erbittert um einen Kompromiss. Neuster Vorschlag: Für 2011 geplante Kürzungspläne sollen verschoben werden.

Hamburg - Wenige Tage vor der finalen Verhandlung flammt der Streit um die geplante Kürzung der Solarförderung neu auf. Wie SPIEGEL ONLINE aus Verhandlungskreisen erfuhr, werden bei den Gesprächen mehrere Punkte diskutiert.

  • So will das Land Rheinland-Pfalz eine Ausnahme für die geplante Förderkürzung für Dachanlagen zum 1. Juli: eine sogenannte Innovationsklausel. Demnach soll die Förderung bei besonders energieeffizienten Anlagen nur um 10 statt um 16 Prozent gesenkt werden. Die Regierungsparteien, vor allem die Liberalen, halten diesen Vorschlag allerdings für wenig praktikabel und wollen ihn nicht mittragen.
  • Mehr Zustimmung - auch unter den Regierungsparteien - findet ein zweiter Vorschlag. So will die Regierung die Solarförderung ab Anfang 2011 flexibel regeln: Je mehr Anlagen ans Netz gehen, desto stärker sinkt die Einspeisevergütung für Anlagenbetreiber (siehe Kasten links). Im Vermittlungsausschuss wird nun diskutiert, damit nicht schon Anfang 2011 zu starten, sondern später. Ein genaues Datum steht aber noch nicht fest. Auch gibt es juristische Bedenken. Denn die Neuverhandlung dieser Förderklausel steht nicht explizit auf der Agenda des Vermittlungsausschusses.
  • In Hamburg wurde zudem der Vorschlag eines sogenannten Stufenmodells erarbeitet, demzufolge die Förderung zum 1. Juli erst einmal nur um 10 Prozent gesenkt wird - und dann in regelmäßigen Abständen weiter.

Die Politik streitet seit Ende 2009 über die Kürzung der Solarförderung. Anfang Juni hatten die Bundesländer die von Regierung und Parlament ausgehandelte Förderkürzung vorläufig gestoppt. Daraufhin wurde der Vermittlungsausschuss einberufen.

Dieser muss nun am Montag einen finalen Kompromiss verabschieden, über den am 9. Juli der Bundesrat abstimmen muss. Sollte der Bundesrat den Gesetzentwurf dann immer noch blockieren, kann der Bundestag ihn mit absoluter Mehrheit überstimmen.

Die Solarförderung, so sinnvoll sie als Anschubhilfe für die Zukunftsenergie war, stößt inzwischen an ihre Grenzen. Die Branche boomt - und kommt die Verbraucher immer teurer zu stehen. Der Grund: Jeder, der Strom aus Sonnenenergie erzeugt, bekommt dafür Fördergeld. Die Zeche zahlen alle Verbraucher in Deutschland gemeinsam - über Aufschläge auf ihre Stromrechnung. Experten zufolge sind die hohen Fördersätze nicht mehr gerechtfertigt: Allein zwischen 2008 und 2009 ist der Preis für Solarmodule um 30 Prozent gefallen.

Die geplante Förderkürzung bis zum 1. Juli ist bereits jetzt hinfällig, da die Verhandlungen den Zeitrahmen gesprengt haben. In Kreisen der Bundesregierung heißt es aber, die Kürzungen könnten noch rückwirkend greifen.

ssu

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Die neuesten Beiträge:
30.12.2009 von bluaMauritius: Das Erwerben einer DIN-Norm für 59 Euro, Strahlungsleistung Solarzellenmodul?

Hallo Lucky Lordax! Ausser der Überschrift der Norm konnte ich dort nichts finden, auch nicht, wieso dieses Solarpaneel eine Strahlungsleistung hat. Das Modul strahlt doch gar nicht. Meines Erachtens strahlt doch nur die Sonne [...] mehr...

30.12.2009 von Schwabenpower:

Das ist falsch. Staatliche Auftraggeber würden zu rund 25% höheren Kosten führen. Das ist erwiesen. mehr...

30.12.2009 von bluaMauritius: per Dekret und Sippenhaft

Wie ich dem von dir Vorgebrachten entnehme, gibt es hierzulande bzw. von Amerika ausgehend also eine Registerkartei für "aufsässige Erfinder" oder was soll das? Als darin soll stehen, wer gegen Energie protestiert? [...] mehr...

29.12.2009 von kleinjoach: Der Erfinder des Perpetuum mobile heißt: bluaMauritius

Damit wären Sie der Erfinder des Perpetuum mobile! Schade nur, dass das Patentamt aus ideologischen Gründen (oder sollten es Kenntnisse der Thermodynamik sein?) Patente erst gar nicht prüft, wenn Sie die Erfindung eines [...] mehr...

29.12.2009 von grubers:

Nein, keineswegs. Ich halte sogar sehr viel von Physiker. Speziell jene aus dem Bereich der theoretischen Physik haben sehr oft extrem viel Wissen. Aber sind Sie wirklich einer? [...] mehr...

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Was Solarstrom kostet

Welche Kosten anfallen

REUTERS
Im Jahr 2009 gingen in Deutschland Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 3000 Megawatt ans Netz. Dies entspricht 3.000.000 Kilowatt. Pro Kilowatt liegt der durchschnittliche Stromertrag - konservativ gerechnet - bei 900 Kilowattstunden im Jahr. Die Vergütung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz ist für 20 Jahre garantiert. Sie beträgt - je nach Anlagengröße - 32 bis 43 Cent pro Kilowattstunde. Im Durchschnitt sind es rund 36 Cent.

Solarstrom 27 Cent teurer

10,4 Milliarden Euro Vergütungskosten

Explodierender Zubau


Eckpunkte der Solarförderung

Die Koalition hat sich auf ein Paket geeinigt, mit dem die Förderung von Solarstrom gekürzt werden soll - die Eckpunkte im Überblick (Stand: 24 April 2010)

Dachanlagen

Eigenverbrauch

Ackerflächen

Freiflächen

Deckelung ab 2011

Deckelung ab 2012


Was sind Solarschulden?

Der Preis

AP
Wer eine Solaranlage betreibt, darf seinen Strom unabhängig vom tatsächlichen Bedarf jederzeit ins Netz einspeisen. Die Vergütung wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Seit 1. Januar 2010 erhält man für Dachanlagen 29,37 bis 39,14 Cent pro Kilowattstunde, je nachdem, wie groß die Anlage ist.

Seit 1. Juli 2010 erhält man für Dachanlagen 25,55 bis 34,05 Cent pro Kilowattstunde, je nachdem, wie groß die Anlage ist. Ab 1. Oktober werden die Vergütungen auf 24,79 bis 33,03 Cent reduziert.

Zum Vergleich: Der Preis für konventionellen Strom schwankt an der Energiebörse zwischen fünf und acht Cent. Die Differenz, also die Mehrkosten, tragen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.

Die Laufzeit

Die Kosten

Der Schuldenberg





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