Straßburg/Brüssel - Monate hatten die Chefs der 27 EU-Staaten gebraucht, um sich Ende 2009 überhaupt auf eine europaweite Finanzaufsicht zu einigen - jetzt hängt der Kompromiss in der parlamentarischen Abstimmung fest: Eine entscheidende Verhandlungsrunde zwischen Vertretern der Mitgliedsländer, dem EU-Parlament und der Kommission musste am späten Montagabend in Straßburg ohne Einigung unterbrochen werden. Eine rasche Finanzreform gerät damit ins Stocken.
Denn ursprünglich war geplant, dass das Parlamentsplenum am Mittwoch in erster Lesung über den Kompromiss abstimmt. Diesen hätten die europäischen Finanzminister bei ihrem Ratstreffen am 13. Juli endgültig verabschieden können.
Es geht um die Schaffung von drei neuen EU-Aufsichtsbehörden für Banken, Börsen und Versicherungen. Mit der neuen Aufsicht will Europa neue Finanzkrisen verhindern. Die drei Aufsichtsbehörden sollen neben einen bei der Europäischen Zentralbank angesiedelten Europäischen Rat für Systemrisiken treten, der als eine Art Frühwarnsystem fungieren soll.
An diesem Dienstag muss die Parlamentsfraktion entscheiden
Doch umstritten ist, wie viel Macht die EU-Agenturen gegenüber den nationalen Regierungen und Aufsehern bekommen sollen. Großbritannien und Deutschland sind nach Angaben von Teilnehmern gegen starke Durchgriffsrechte auf die nationale Ebene.
Parlament und Kommission wünschen sich jedoch mehr Macht für die europäischen Institutionen. "Das Europaparlament möchte eine echte europäische Lösung als Antwort auf die Krise und lädt den Rat ein, sich weiter in diese Richtung zu bewegen", sagte der SPD-Abgeordnete Udo Bullmann.
Jetzt sollen die Parlamentsfraktionen an diesem Dienstag entscheiden, ob das Parlament am Mittwoch über seine Version eines Reformpakets abstimmt oder bis zum Herbst wartet. Auf alle Fälle könnte die neue belgische Ratspräsidentschaft die Verhandlungen über die Sommerpause fortführen. Als letzter Termin für ein Votum im Parlament gilt der Oktober; andernfalls könnten die Behörden nicht wie geplant am 1. Januar die Arbeit aufnehmen. Dann drohen sich auch andere Finanzreformen wie die geplante Kontrolle von Derivaten zu verzögern.
yes/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
... bedarf es Vernunft und Überlegung nicht Sucht und Gier ... mehr...
Die Aufgabe der Bundesbank von 1949 ist die Ausgabe von Geld. Klar. Nur Geldnoten sind Zahlungsmittel. Buchgeld ist Sache der Banken. Das Problem im Zusammenhang mit der Bargeldverwaltung ist die Tatsache, dass der Bürger [...] mehr...
Zur Erinnerung: China hat derzeit ein staatliches Bankensystem. Geld gibt es für Firmen nur, um zu investieren-bankinterne Zockereien sind verboten, gab es aber trotzdem-sie endeten mit Genickschuß. Chinesische Banken [...] mehr...
die wiederum provisionen in unmöglichen höhen dafür nehmen und bei fehlberatung genau wie die bank mit den schultern zucken und das wars. ein lob auf die honorarberater! mehr...
Welche Regulierungswut der Regierungen? Natürlich haben die Banker aus der Krise gelernt, das ihr verantwortungsloses Handeln weder bei Bankern noch bei Politikern gerichtliche bzw. echte strafrechtliche Konsequenzen - [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Europäische Union | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH