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12.07.2010
 

Koalitionszwist

FDP fordert faire Bezahlung für Leiharbeiter

Reinigungskraft bei der Arbeit: Schlechtergestellt als FestangestellteZur Großansicht
AP

Reinigungskraft bei der Arbeit: Schlechtergestellt als Festangestellte

Überraschender Vorstoß der Liberalen: Mehrere FDP-Politiker fordern, dass Leiharbeiter in Betrieben finanziell nicht mehr benachteiligt werden - und kommen damit einer zentralen Forderung der Union entgegen. Beim Thema Mindestlohn bleiben sie jedoch hart.

Berlin - Der Dauerstreit zwischen Union und FDP entschärft sich - zumindest bei der Zeitarbeit. Die FDP ist bereit, Leiharbeiter bei der Bezahlung mit Stammbeschäftigten gleichzustellen. Dies soll nach einer noch festzulegenden Einarbeitungszeit gelten, sagte der Vize-Chef und sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb, am Montag in Berlin. Ziel sei, den Grundsatz des "equal pay" (Grundsatz der gleichen Bezahlung) zu stärken.

Auch der Obmann der FDP-Fraktion im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, Pascal Kober, betonte: "Dass der Zeitarbeiter auch nach einer Einarbeitungsphase noch für die Fertigung der linken Autotür weniger bekommt als der Stammarbeitnehmer für die rechte Autotür, ist unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten nicht vermittelbar."

In der schwarz-gelben Koalition gibt es seit längerem Streit über den Umgang mit der Zeitarbeitsbranche. Während Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für den Wirtschaftszweig Mindestlöhne als Schutz heimischer Arbeitnehmer vor Billigkräften aus dem Ausland anstrebt, lehnt die FDP das nach wie vor ab. Stattdessen wollen die Liberalen das bestehende Recht verbessern.

Gewerkschaften loben den Vorstoß der Liberalen

Eigentlich gilt der Equal-Pay-Grundsatz bereits heute. De facto wird er aber immer wieder unterlaufen - durch eine Tariföffnungsklausel im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Die Klausel hat nach den Worten von FDP-Vizefraktionschef Kolb "zu einer Umkehrung des Regel-Ausnahmeverhältnisses geführt". "Die Gleichbehandlung mit der Stammbelegschaft ist dahinter nahezu vollständig zurückgetreten", sagte er. Die Liberalen wollen nun die Tariföffnungsklausel überarbeiten.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ( DGB) begrüßte das Vorhaben. "Offensichtlich kann auch die FDP die Praxis nicht länger leugnen, dass Leiharbeitskräfte zu Lohndumping missbraucht werden", sagte DGB-Vorstand Annelie Buntenbach der "Frankfurter Rundschau". Lohnunterschiede von bis zu 100 Prozent dürften nicht länger akzeptiert werden.

Buntenbach rief die FDP zugleich auf, ernstzumachen mit dem Ziel "gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Dieses Prinzip müsse auch für Leiharbeiter "möglichst sofort" nach der Einstellung greifen und nicht erst nach einer Frist.

yes/dpa/ddp

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insgesamt 26 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
13.07.2010 von robinium: Equal Pay-Regelung der EU

Haben Sie genauere Informationen dazu? Interessiert mich sehr. Erfreut mich übrigens, falls das Gleiches-Geld-für-gleiche-Arbeit-Prinzip sich endlich durchsetzt. mehr...

13.07.2010 von Das Auge des Betrachters: Gestaltungsmissbrauch

Im Steuerrecht kennt man den Gestaltungsmissbrauch. Dies gilt für Politik und ihre Profiteure offenbar nicht. Die FDP ist eine Lobbygruppe, die sich an die Brust heftet, was auf EU Ebene nicht mehr zu verhindern war. Wer wurde [...] mehr...

13.07.2010 von Satiro: Zeit- und Leiharbeiter in der Politik

Politiker sind in diesem Lande, weil nur auf Zeit gewählt, doch eigentlich auch nur Zeitarbeiter. Weil sie aber dann, wenn einmal gewählt, früher oder später alle zu Berufspolitikern werden, haben sie Systeme / Netzwerke [...] mehr...

13.07.2010 von talvisota: .

Rot/grün hat bei der Umsetzung der EU-Direktive „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ den Zusatz „Es sei denn, ein Tarifvertrag regelt etwas anderes“ hinzugefügt und damit gleich wieder ausgehebelt. Aber das ist ja nichts [...] mehr...

13.07.2010 von Manitou: Tariflohn + Montage-Auslösung

Für die Zeitarbeit wäre aus meiner Sicht folgende Regelung angemessen: Ein Zeitarbeiter ist nach der höchsten, seiner Qualifikation entsprechenden, Tarifgruppe einzustellen. Dazu kommt bei Einsatz außerhalb eines bestimmten [...] mehr...

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