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13.07.2010
 

Homöopathie

Kassen wettern gegen Erstattungsverbot

Homöopathische Präparate: Streit um ErstattungsleistungenZur Großansicht
DPA

Homöopathische Präparate: Streit um Erstattungsleistungen

Empörung bei den gesetzlichen Krankenkassen: Ungerecht sei das von Politikern geforderte Erstattungsverbot für Homöopathie-Kosten. Die Pharmaindustrie wirft den Parteien Gleichgültigkeit gegenüber Patienten vor.

Frankfurt/Main - Der SPD-Politiker Karl Lauterbach (SPD) forderte das Erstattungsverbot für Homöopathie-Kosten zuerst im SPIEGEL, danach zeigte sich auch die Union offen für den Vorschlag - das sorgt bei den Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Empörung: "Es kann nicht sein, dass in der vergangenen Woche die nächste Honorarerhöhung für Ärzte diskutiert wurde und in dieser Woche Leistungskürzungen für die Versicherten", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der "Frankfurter Rundschau". Dass einige Kassen homöopathische Leistungen anbieten und andere nicht, zeuge von funktionierendem Wettbewerb untereinander.

Aufregung auch in der Pharmaindustrie: Barbara Sickmüller, Vize-Chefin des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, nannte es "bezeichnend, dass Erfahrungen betroffener Patienten bei der Debatte, der die Steigbügelhalter einer Rationierungspolitik bereitwillig beispringen, außen vorgelassen werden". Die Kassen böten die Wahlleistungen an, "weil Zehntausende mit der Homöopathie gute Erfahrungen gemacht haben - und dafür zahlen", so Sickmüller in der "Frankfurter Rundschau". Die Streichung könnte aber nie das Defizit der Kassen auffangen. Abseits der Zusatztarife entfielen nur 0,06 Prozent der Gesamtausgaben für Arzneimittel auf homöopathische Präparate. Rund neun Millionen Euro für Homöopathie stünden mehr als 170 Milliarden Gesamtausgaben der Kassen gegenüber.

Auch die SPD im Bundestag lehnt die Forderung ihres Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ab, den GKV die Erstattung für Homöopathie-Kosten zu untersagen. "Herr Lauterbach vertritt damit eine Einzelmeinung", sagte Carola Reimann, SPD-Abgeordnete und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, der Zeitung.

Erhöhung der Beiträge soll Zehntausende Arbeitsplätze kosten

Unterdessen prüft die CDU eine Streichung von Homöopathie als Kassenleistung. CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn sagte der "Berliner Zeitung", seine Fraktion sei offen dafür, gesetzlichen Kassen die Finanzierung von Homöopathie zu streichen. "Wir haben Wahltarife für Homöopathie seinerzeit auf Wunsch von SPD und Grünen eingeführt", sagte Spahn. "Sollte die SPD veränderungsbereit sein, können wir sofort darüber reden."

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse sieht indes Klärungsbedarf. "Im Wettbewerb mit anderen Kassen können solche Zusatzleistungen wichtig sein", sagte Sprecher Jörg Bodanowitz zur "Frankfurter Rundschau" Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken müsse jedoch zuerst die medizinische Frage klären. "Immerhin kann auch die Nicht-Wirksamkeit eines Medikamentes ein gesundheitliches Risiko bedeuten", so Bodanowitz.

Die schwarz-gelbe Koalition will das drohende Milliardenloch der Kassen 2011 durch die Erhöhung des Beitragssatzes von 14,9 auf 15,5 Prozent und Einsparungen stopfen. Die Kassenmitglieder sollen ein künftiges Kosten-Plus über Zusatzbeiträge zahlen. Übersteigt der im Schnitt nötige Zusatzbeitrag zwei Prozent des Einkommens, soll die Differenz mit Steuermitteln ausgeglichen werden.

Die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge wird nach Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) rund 50.000 Arbeitsplätze vernichten, berichtet die "Financial Times Deutschland". Bei einer DIHK-Umfrage unter 26.000 Unternehmen hätten 35 Prozent der Befragten angegeben, die Arbeitskosten seien aus ihrer Sicht das größte Konjunkturrisiko. Höher gewichtet wurden nur steigende Energie- und Rohstoffpreise mit 37 Prozent.

anr/ddp/dpa

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Die neuesten Beiträge:
16.09.2010 von Krassopateras:

Na dann erzählen Sie mal wieviel Sie einzahlen. Vermutlich hatte ich in meiner aktiven Zeit wesentlich mehr eingezahlt. mehr...

16.09.2010 von Neuer Debattierer:

Quatsch,die Ärzte streiken nicht für den Erhalt der Hausverträge, denn die will niemand abschaffen. Die Ärzte streiken dagegen, dass die Honorare in den Hausarztverträgen nicht stärker steigen sollen als die allgemeine [...] mehr...

16.09.2010 von Neuer Debattierer:

Das ist doch gar nicht der entscheidende Punkt. Es geht darum, dass von Ärzteseite ständig suggeriert wird, die Kassenärzte müssten in vielen Regionen mit weniger Honorar auskommen als vor der Reform 2009. Tatsächlich [...] mehr...

16.09.2010 von pigmentosa: komisch

wenn es den Ärzten so schlecht geht, warum studieren dann so viele für diesen Beruf?? Niemand zwingst sie. Wenn nicht die Bevölkerung in Jahrzehnten so erzogen worden wäre, bei jeder Kleinigkeit [...] mehr...

16.09.2010 von Jurist45_: Tränen, nichts als Tränen

Natürlich ist er das nicht, aber was sagen Sie den Krankenschwestern? Geht es denen anders? Erzählen Sie DENEN mal was von 90.000€! Richtig! Deswegen haben Sie auch Verantwortung - den Menschen gegenüber. Genauso wie die [...] mehr...

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Homöopathie

Was ist Homöopathie?

Homöopathie - griechisch für "ähnliches Leiden" - wird von ihren Befürwortern sowohl gegen körperliche als auch gegen seelische Beschwerden angewandt. Homöopathie beruht auf zwei Grundprinzipien: dem Ähnlichkeitsprinzip und der Verdünnung.

Homöopathen benutzen Substanzen, die bei Gesunden die Symptome der zu behandelnden Krankheit hervorrufen würden. Die Herstellung der Medikamente beruht auf dem sogenannten Potenzieren: Die Wirkstoffe werden durch Vermischen mit Alkohol oder Wasser oder durch Verreiben mit Milchzucker stark verdünnt. Anhänger der homöopathischen Idee gehen davon aus, dass das Medikament umso besser wirkt, je stärker es verdünnt ist: Die schädlichen Wirkungen der Arzneisubstanzen würden minimiert und die positiven gesteigert. Es gibt verschiedene Verdünnungsgrade, von einem Tropfen auf das Volumen einer Erbse (D1) bis zu einem Tropfen auf das gesamte Universum (D78). D78 bedeutet, dass ein Mittel 78-mal um den Faktor zehn verdünnt wurde. Erhältlich sind aber auch Potenzen wie D200 oder gar D1000. In vielen homöopathischen Mitteln ist der Wirkstoff deshalb nicht mehr nachzuweisen - im Medikament kommt von ihm kein einziges Molekül mehr vor.

Geschichte

Homöopathie in Deutschland

Wirksamkeit


Streitpunkte von Schwarz-Gelb

Sparpaket

dpa
Bis 2014 wollen Union und FDP im Bundeshaushalt 81,6 Milliarden Euro einsparen, vor allem bei Arbeitslosen, Familien und im Öffentlichen Dienst. Auch die Wirtschaft soll zur Kasse gebeten werden. Aus der Union gibt es aber Forderungen, Spitzenverdiener stärker zu belasten, weil das Paket zu unsozial sei.

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