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21.07.2010
 

Horrorszenario

Hausärzte warnen vor Toten durch Gesundheitsreform

Behandlung beim Arzt: Versorgung nach der Reform nicht mehr gewährleistet?Zur Großansicht
DDP

Behandlung beim Arzt: Versorgung nach der Reform nicht mehr gewährleistet?

Die Gesundheitsreform soll die Honorare der Hausärzte begrenzen, nun wehren die sich mit einer drastischen Warnung: Die Neuordnung des Systems werde viele Menschenleben kosten, behauptet ein Verbandschef. Eine ärztliche Versorgung sei nicht mehr gewährleistet.

Berlin - Die deutschen Hausärzte stemmen sich gegen die geplante Gesundheitsreform - und die damit verbundene Begrenzung ihrer Honorare. Mit der Warnung vor einem Horrorszenario wollen sie ihrem Protest nun Nachdruck verleihen. Wenn die Vergütung bei den Hausarztverträgen mit den Kassen eingeschränkt werde, würde "ein Landkreis nach dem anderen zusammenbrechen", weil keine jungen Ärzte mehr nachkämen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbandes, Eberhard Mehl, am Mittwoch in Berlin. "Und diese Entscheidung wird viele Menschenleben kosten."

Die Gesundheitsreform von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sieht vor, die Vergütung bei Hausarztverträgen zu begrenzen. Dagegen wollen die Hausärzte mit einer Kampagne angehen. Für den 15. September ist ein Informationstag geplant, an dem die Hausärzte den Versicherten die möglichen Folgen der Reform erläutern wollen. In der Aktion "Sicher ist sicher" wollen die Hausärzte zeitlich und regional begrenzt simulieren, welche Kosten die ambulante Versorgung ohne sie verursache.

Als letzte Eskalationsstufe sind ab 2011 auch regionale Ärztestreiks geplant. Wo genau diese stattfinden könnten, wollte der Verband nicht sagen, man wolle "den einen oder anderen Überraschungseffekt" für sich behalten.

Honorare seit 2007 deutlich gestiegen

Hausärzteverbandschef Ulrich Weigelt trat dem Eindruck entgegen, seine Mitglieder verdienten zu viel. Es ginge nicht darum, dass diese "gierig" seien, "die Krankenkassen aussaugen und das Geld in die Tasche stecken ohne Ende".

Aktuelle Auswertungen der Krankenkassen zeigen allerdings, dass die deutschen Kassenärzte bisher wenig Grund zur Klage haben. So sind die Vergütungen für die 150.000 Fachärzte und Allgemeinmediziner seit 2007 um 11,3 Prozent gestiegen. In einigen Regionen habe das Plus sogar deutlich höher gelegen. So erhielten Hamburgs Mediziner 25,4 Prozent mehr.

Die Einkommensverbesserungen seien Folge der Honorarreform, die die Große Koalition 2008 auf den Weg gebracht habe, schreibt das "Handelsblatt". Sie dürfte nach Schätzungen dazu führen, dass sich das Durchschnittseinkommen der Mediziner in diesem Jahr auf 164.000 Euro im Jahr erhöht; 2007 habe es noch bei 142.000 Euro gelegen.

jok/apn/dpa-AFX/AFP

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Die neuesten Beiträge:
16.09.2010 von Krassopateras:

Na dann erzählen Sie mal wieviel Sie einzahlen. Vermutlich hatte ich in meiner aktiven Zeit wesentlich mehr eingezahlt. mehr...

16.09.2010 von Neuer Debattierer:

Quatsch,die Ärzte streiken nicht für den Erhalt der Hausverträge, denn die will niemand abschaffen. Die Ärzte streiken dagegen, dass die Honorare in den Hausarztverträgen nicht stärker steigen sollen als die allgemeine [...] mehr...

16.09.2010 von Neuer Debattierer:

Das ist doch gar nicht der entscheidende Punkt. Es geht darum, dass von Ärzteseite ständig suggeriert wird, die Kassenärzte müssten in vielen Regionen mit weniger Honorar auskommen als vor der Reform 2009. Tatsächlich [...] mehr...

16.09.2010 von pigmentosa: komisch

wenn es den Ärzten so schlecht geht, warum studieren dann so viele für diesen Beruf?? Niemand zwingst sie. Wenn nicht die Bevölkerung in Jahrzehnten so erzogen worden wäre, bei jeder Kleinigkeit [...] mehr...

16.09.2010 von Jurist45_: Tränen, nichts als Tränen

Natürlich ist er das nicht, aber was sagen Sie den Krankenschwestern? Geht es denen anders? Erzählen Sie DENEN mal was von 90.000€! Richtig! Deswegen haben Sie auch Verantwortung - den Menschen gegenüber. Genauso wie die [...] mehr...

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