Wirtschaft


ThemaDeutsches RentensystemRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.07.2010
 

Vorstoß

Brüderle setzt Rentengarantie auf die Streichliste

Wirtschaftsminister Brüderle: "Zu den normalen Mechanismen bei der Rente zurückkehren"Zur Großansicht
AP

Wirtschaftsminister Brüderle: "Zu den normalen Mechanismen bei der Rente zurückkehren"

Bühne frei für den nächsten Koalitionszank: Wirtschaftsminister Brüderle wettert gegen die Rentengarantie, diese werde nicht dauerhaft funktionieren. In der Union dürfte der Vorstoß des Liberalen für Unmut sorgen - denn Finanzminister Schäuble hat die Schutzklausel zuletzt vehement verteidigt.

Berlin - Rainer Brüderle macht seinem Ruf als Quertreiber der Regierung einmal mehr alle Ehre. Jetzt hat der Wirtschaftsminister angekündigt, die Rentengarantie kippen zu wollen: "Es wird nicht dauerhaft funktionieren, die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung abzukoppeln", sagte der FDP-Minister der "Rheinischen Post". Die Renten müssten zunächst erwirtschaftet werden.

Damit droht der Regierung der nächste Streit: Denn Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die Rentengarantie zuletzt vehement verteidigt. Für ihn sei es eine Frage der Generationengerechtigkeit, dass die Rentner nicht schlechter gestellt werden.

Brüderle argumentiert dagegen, eine garantierte Rente passe nicht ins ordnungspolitische Konzept. Deshalb sei er der Meinung, dass man "von der Rentengarantie wieder abkommen und zu den normalen Mechanismen bei der Rentenanpassung zurückkehren" sollte. Das bedeutet konkret: In der Krise müssen die Renten auch sinken können.

Außerdem wagt der FDP-Mann, der sich zuletzt mehrfach gegen die Union stellte, noch einen Seitenhieb auf den Koalitionspartner: Die Politik schaue "zu sehr auf Stimmungen statt auf Prinzipien", sagte er der Zeitung. "Sie braucht wieder ein bisschen mehr Ausdauer."

Die Rentengarantie wurde 2009 von der Großen Koalition beschlossen. Ziel des sozialdemokratischen Arbeitsministers Olaf Scholz war es damals, die Rentner in der Wirtschaftskrise vor Kürzungen zu bewahren. Das Gesetz entkoppelt die Renten von der Lohnentwicklung, garantiert aber vor allem, dass die Renten nicht sinken. Sie greift in diesem Jahr zum ersten Mal.

Laut Wissenschaftlern des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demografischer Wandel wird die Rentengarantie die Beitragszahler bis 2015 rund zehn Milliarden Euro kosten. Nach den Berechnungen wird der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung in den kommenden Jahren um 0,2 Prozentpunkte höher liegen, als dies ohne die Garantie der Fall wäre.

cte/Reuters/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 239 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.07.2010 von Rainer Daeschler: Neue Rentnerarmut

Nur aus Sarkasmus. Ich bin sicher, dass die jung dynamische Generationen, die nach finanzieller Entlastung verlangt, so verantwortungsvoll ist, dann immer mit einer Tasche voller Euro-Stücke ausgestattet die Innenstädte aufsucht [...] mehr...

29.07.2010 von Rainer Daeschler: Erbe

Das sollten Sie den Banken sagen. ---Zitat--- also darauf, dass die Eltern oder Großeltern gefälligst etwas übrig zu lassen haben. ---Zitatende--- Das wollen ja die Banken verhindern. Nachlass gehört nach deren Meinung in [...] mehr...

29.07.2010 von Rainer Daeschler: Privat und alles wird gut

Der Staat verprasst ja nur unsere Gelder. Private Versicherungsanbieter sind hochkompetent, hochrentabel, arbeiten selbstlos und ihre Versicherungsvertreter, die uns die Police verkaufen, erhalten nur eine klägliche Provision [...] mehr...

29.07.2010 von ingrid wild: Ein schönes Beispiel

ein gnadenlos schönes Beispiel für ein bvk :) Wer das nicht kennt - es bedeutet: Brett vor Kopf und dann fangen wir an und verteilen das Wahlrecht auf die Besserverdienenden und zum Schluss wird nur noch eine kleine Elite [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Deutsches Rentensystem

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Die Säulen des Sozialsystems

Arbeitslosenversicherung

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.

Krankenversicherung

Rentenversicherung

Pflegeversicherung


Wer gewinnt, wer verliert

Corbis; DDP
Tiefe Einschnitte im Sozialetat, Milliardenbeiträge aus der Wirtschaft: Am Sparpaket der Bundesregierung sollen die Finanzen der Republik in den kommenden Jahren gesunden. SPIEGEL ONLINE analysiert, wer unter den Plänen am meisten leidet - und wer vom Rotstift verschont bleibt...





TOP



TOP