Wirtschaft



ThemaAtomkraftwerkeRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.07.2010
 

Teure Müllbeseitigung

Atom-Altlasten kosten über zehn Milliarden Euro

Atomkraftwerk Biblis: Bis 2009 kostete Müllbeseitigung 5,2 Milliarden EuroZur Großansicht
ddp

Atomkraftwerk Biblis: Bis 2009 kostete Müllbeseitigung 5,2 Milliarden Euro

Der Abbau alter Atomanlagen verschlingt Unsummen: Das Forschungsministerium hat die Kosten nun auf 10,6 Milliarden Euro beziffert - die SPD hält das nur für eine Untergrenze, die wahren Belastungen seien viel höher.

Berlin - Die Beseitigung alter Atomreaktoren und Forschungsanlagen kommt den Staat teuer zu stehen: Das Forschungsministerium schätzt die Höhe der Ausgaben bis 2035 auf etwa 5,4 Milliarden Euro. Zusammen mit den bereits angefallenen Kosten summieren sich die Gesamtausgaben damit auf rund 10,6 Milliarden Euro.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor, aus der die "Financial Times Deutschland" am Montag zitiert. Darin räumt das Forschungsministerium ein, dass bei praktisch allen Rückbauprojekten mit höheren Kosten zu rechnen sei. Allein die langen Planungszeiträume seien ein Problem für die Kalkulation, heißt es in dem Schreiben.

Das geplante Endlager in Gorleben etwa soll beispielsweise bis ins Jahr 2080 für Mülllieferungen geöffnet bleiben. Allerdings ist noch völlig unklar, ob es in Gorleben jemals eine Endlagerung von Atommüll geben wird. Entsprechend groß ist die Unsicherheit.

SPD-Haushaltspolitiker Klaus Hagemann nannte die Kosten von 10,6 Milliarden Euro daher "leider nur eine Untergrenze des Jahres 2010". Er sagte der Zeitung, angesichts zahlreicher Sanierungsprojekte wie der Asse und dem Endlager Morsleben drohe "ein atomares Fass ohne Boden".

Die Regierung rechnet allein für die Stilllegung und Sanierung des umstrittenen Endlagers Asse II mit Gesamtkosten von mehr als zwei Milliarden Euro. Allerdings seien die Kosten "derzeit nicht belastbar abzuschätzen". Eine komplette Rückholung des Atommülls aus dem maroden Salzbergwerk werde nach einer ersten Untersuchung etwa 3,7 Milliarden Euro kosten.

Beim Rückbau der DDR-Kernkraftwerke in Greifswald und Rheinsberg werden demnach Mehrkosten von einer Milliarde Euro gegenüber der ursprünglichen Planung erwartet. Auch die Sanierung alter Forschungsanlagen in Karlsruhe wird nach jetzigem Stand 85 Millionen Euro teurer als geplant.

cte/apn/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 5657 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
14.09.2010 von ostap: mal mit Lesen versuchen

Vielleicht mal an der Zeit, meinen Beitrag zu lesen und nicht reflexartig loszuschreien. In meinem Beitrag war nicht die Rede von der Studie der alten Herren über die Schönheit der Atomtechnologie. mehr...

14.09.2010 von platten: Sie funktionieren nur nicht

Kernfusionsreaktoren haben einen entscheidenen Nachteil. Sie funktionieren (noch) nicht. Wann und ob sie jemals Energie liefern können ist unbekannt. Natürlich sollte man die Kernfusion weiter erforschen. Aber man soll nicht [...] mehr...

14.09.2010 von platten: Sie funktionieren nur nicht

Kernfusionsreaktoren haben einen entscheidenen Nachteil. Sie funktionieren (noch) nicht. Wann und ob sie jemals Energie liefern können ist unbekannt. Natürlich sollte man die Kernfusion weiter erforschen. Aber man soll nicht [...] mehr...

14.09.2010 von peterm8s: Fusion, keine Info in der DPG Studie??

Aber ostap, vielleicht mal an der Zeit die Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft - sparen Sie sich den pathetischen Anpinkelversuch, das einzige das dabei nass wird ist Ihr Hosenbein - auch zu lesen. Da hat es auch [...] mehr...

14.09.2010 von platten: im normalen Rahmen

Er liegt dabei im normalen Rahmen. Auch andere Anlagen lohnen sich erst nach mehr als 10 Jahren. Das Hauptproblem dürfte der Verkäufer gewesen sein, der die Werte des ITW als machbar bezeichnet hat. Der Jahresertrag ist [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Atomkraftwerke

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Koalitionsvertrag zur Atomenergie

Brückentechnologie

"Die Kernenergie ist eine Brückentechnologie, bis sie durch erneuerbare Energien verlässlich ersetzt werden kann. Andernfalls werden wir unsere Klimaziele erträgliche Energiepreise und weniger Abhängigkeit vom Ausland nicht erreichen. Dazu sind wir bereit, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke unter Einhaltung der strengen deutschen und internationalen Sicherheitsstandards zu verlängern. Das Neubauverbot im Atomgesetz bleibt bestehen."

Laufzeitverlängerung

Gewinnabschöpfung

Endlagerung


Atom-Comeback

Was die Energieriesen am Atom-Comeback verdienen könnten.

Extra-Einnahmen der Stromkonzerne

Extra-Profite, Laufzeit 40 Jahre

Extra-Profite, Laufzeit 60 Jahre

Extra-Profit der Konzerne bei einer Laufzeit von 40 Jahren

Extra-Profit der Konzerne bei einer Laufzeit von 60 Jahren





TOP



TOP