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30.07.2010
 

Länderübersicht

So viel Rente gibt es in West und Ost

Ältere Damen an einem See in Bayern: Unter 500 Euro im MonatZur Großansicht
DDP

Ältere Damen an einem See in Bayern: Unter 500 Euro im Monat

Wie viel bekommt ein Rentner durchschnittlich in Bayern und wie viel in Sachsen-Anhalt? Eine Übersicht der Deutschen Rentenversicherung zeigt: Die Unterschiede sind gewaltig - zwischen Ost und West sowie zwischen Männern und Frauen.

Hamburg - Die reichsten Rentner leben im Saarland, die ärmsten Rentnerinnen ebenfalls. Das geht aus einer aktuellen Übersicht der Deutschen Rentenversicherung hervor. Demnach bezog ein Saarländer im Ruhestand im Jahr 2008 eine durchschnittliche Rente in Höhe von 1119 Euro. Eine Rentnerin aus dem Saarland kam in demselben Zeitraum mit 390 Euro wesentlich schlechter weg.

Doch nicht nur im Saarland sind die Unterschiede so groß, auch in allen anderen Bundesländern beziehen Frauen eine im Schnitt sehr viel niedrigere Rente. Während gut die Hälfte der Frauen im Westen Ende 2008 eine Rente unterhalb von 450 Euro bezog, lag dieser Anteil bei den Männern mit etwa 18 Prozent wesentlich niedriger. Umgekehrt erreichte nur ein Zehntel der Frauen eine Rentenhöhe von mehr als 900 Euro, während der Großteil der Männer (58,6 Prozent) oberhalb dieser Grenze lag.

Die Höhe der Ruhestandgelder aus der gesetzlichen Versicherung hängt zentral von der früheren Stellung im Erwerbsleben ab. Wer lange versicherungspflichtig gearbeitet und viel verdient hat, erzielt eine höhere Rente als Arbeitnehmer, die nur wenige Beschäftigungsjahre aufweisen oder wenig verdient haben.

Die meisten Frauen haben zu DDR-Zeiten voll gearbeitet

So driften die Ruhestandsgelder auch zwischen Ost und West stark auseinander. In den neuen Bundesländern liegen die Rentenhöhen der Frauen zwar auch mehrheitlich unter denen der Männer, der Unterschied ist aber nicht ganz so groß, weil die meisten Frauen zu DDR-Zeiten voll gearbeitet haben. Renten unterhalb von 450 Euro beziehen 13,1 Prozent der Frauen und 2,5 Prozent der Männer.

Sehr hohe Renten von monatlich 1500 Euro und mehr erreicht in Deutschland nur eine kleine Gruppe von Männern, wobei ihr Anteil in den alten Bundesländern mit rund zehn Prozent doppelt so hoch ist wie in den neuen Bundesländern (5,3 Prozent).

So viel Rente gibt es im Schnitt (in Euro)
Bundesland Männer Frauen
Baden-Württemberg 1055,39 516,05
Bayern 983,41 496,12
Berlin 1039,27 684,06
Brandenburg 1035,67 677,38
Bremen 1044,16 507,53
Hamburg 1069,70 596,02
Hessen 1051,61 493,95
Mecklenburg-Vorpommern 1000,65 652,84
Niedersachsen 1024,05 459,31
Nordrhein-Westfalen 1118,28 457,83
Rheinland-Pfalz 1013,52 429,57
Saarland 1119,18 390,32
Sachsen 1059,04 682,58
Sachsen-Anhalt 1031,79 649,76
Schleswig-Holstein 1017,89 482,99
Thüringen 1030,28 669,74
Bundesdurchschnitt 1049,27 528,23
Quelle: Deutsche Rentenversicherung. Angaben für gesetzl. Altersrenten, Stand: 31.12.2008

yes/ddp

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Rentengarantie

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Die Rentengarantie wurde 2009 von der Großen Koalition beschlossen. Die Schutzklausel sieht vor, dass Rentenkürzungen in wirtschaftlich schwachen Zeiten ausgeschlossen sind. Mit der gesetzlichen Garantie wird sichergestellt, dass die Renten in Deutschland auch dann stabil bleiben, wenn die Löhne sinken sollten. Rentner werden somit vor sinkenden Altersbezügen geschützt.

Die damalige Bundesregierung hatte für 2010 und die Folgejahre keine Lohnsenkungen erwartet. Die Rentengarantie war daher eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Gesetz war eine Reaktion auf eine Debatte über mögliche Rentenkürzungen im Jahr 2010.


Die Berechnung der Rentensteigerung

Lohn der Arbeitnehmer

Das Prinzip der dynamischen Rente besagt, dass die Rentner vom steigenden Wohlstand der Arbeitnehmer proftieren sollen. Deshalb steigen die Bezüge der älteren Generation grundsätzlich um den gleichen Prozentsatz, mit dem sich auch der Durchschnittslohn je Arbeitnehmer im Vorjahr erhöht. Vereinfacht gesagt: Verdient ein durchschnittlicher Arbeitnehmer dank Lohnererhöhungen zwei Prozent mehr, erhöht sich auch die Rente entsprechend. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren zwei Faktoren eingeführt, die den Rentenanstieg bremsen.

Riester-Faktor

Nachhaltigkeitsfaktor

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Die Säulen des Sozialsystems

Arbeitslosenversicherung

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.

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