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30.07.2010
 

Konjunkturdaten

Schwacher Konsum bremst US-Wirtschaft

US-Präsident Barack Obama: Hohe Arbeitslosigkeit sorgt für schwache UmfragewerteZur Großansicht
dpa

US-Präsident Barack Obama: Hohe Arbeitslosigkeit sorgt für schwache Umfragewerte

Dämpfer für Amerikas Konjunktur: Ein kräftiges Plus bei den Einfuhren hat die US-Wirtschaft im Frühjahr stärker als erwartet belastet. Knauserige Konsumenten bremsen das Wachstum zusätzlich. Ökonomen reagieren enttäuscht.

Washington - Die US-Wirtschaft hat in den vergangenen Monaten an Kraft verloren. Das Bruttoinlandsprodukt legte aufs Jahr hochgerechnet um 2,4 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im ersten Quartal lag der Wert noch bei 3,7 Prozent. Im vierten Quartal 2009, dem bisherigen Höhepunkt der Erholung nach der schweren Rezession, lag das Plus sogar bei 5 Prozent.

Einer der Gründe für das schwächere Wachstum ist der Außenhandel: Die Importe legten dreimal so stark zu wie die Exporte. Damit dämpfte der Außenhandel das Wachstum alleine um rund 2,8 Prozentpunkte - so stark wie seit 1982 nicht mehr.

Ein weiterer Auslöser für den nachlassenden Aufschwung ist der private Konsum der Amerikaner. Wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit entwickelt sich der Wert nur langsam. Im zweiten Quartal stieg der Konsum lediglich um 1,6 Prozent - Anfang des Jahres waren es noch 1,9 Prozent.

Trotz des Dämpfers hat sich die US-Wirtschaft seit vergangenem Sommer spürbar von der schweren Rezession erholt. Bis zum dritten Quartal 2009 war die Konjunktur vier Quartale in Folge geschrumpft. Der Einbruch in Folge der Finanzkrise war die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte.

Der Dax Chart zeigen zeigte sich am Freitag unbeeindruckt: Zunächst hatten die Daten aus den USA dem deutschen Leitindex Verluste beschwert, am Ende schloss er jedoch mit einem minimalen Plus von 0,22 Prozent auf 6147 Punkte.

Schwächen am Jobmarkt

Die aktuelle Schwäche könnte die weitere Erholung verzögern. Das Wachstum reicht schon bislang nicht aus, um die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit von derzeit 9,5 Prozent zu senken. Nach Berechnung der Ökonomen wäre ein Wachstum von fünf Prozent über ein volles Jahr nötig, um die Arbeitslosenquote um einen Prozentpunkt zu senken. US-Präsident Barack Obama kostet die schwierige Lage am Jobmarkt Zustimmung und verschlechtert die Aussichten seiner Demokratischen Partei vor den Kongresswahlen im November.

Noch ein weiterer Wert zeigt die Probleme Obamas: Das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes sank - und ist nun auf einem Wert wie zuletzt im November 2009. Der entsprechende Index fiel im Juli auf 67,8 Punkte von 76,0 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten im Schnitt mit 67,0 Punkten gerechnet. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt.

Beobachter zeigten sich angesichts der neuen Zahlen ernüchtert. "Die Wirtschaft hatte das zweite Quartal mit einer Menge Schwung begonnen, es aber mit sehr wenig beendet", sagte der US-Chefökonom des Wirtschaftsforschungsinstituts IHS Global Insight, Nigel Gault, dem Wirtschaftsdienst Bloomberg. Hoffnung auf Besserung sieht er keine, eher wird es seiner Meinung nach noch schlimmer: "Wir erwarten, dass das Wachstum im dritten Quartal schwächer ausfällt."

Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) nennen die US-Zahlen im zweiten Quartal enttäuschend. Sie verstärkten die Sorgen um den Zustand der US-Wirtschaft. Insbesondere der geringere Konsumzuwachs im zweiten Quartal, aber auch nach Revision im ersten Quartal, sei ungünstig. Der einzig erfreuliche Aspekt sei der gestiegene Zuwachs bei den Bauinvestitionen.

Für den USA-Experten der Commerzbank, Bernd Weidensteiner, sind die Daten dagegen "gar nicht so schlecht". Die privaten Verbraucher würden zwar ihren Konsum einschränken und mehr sparen. Dies sei aber angesichts der hohen Verschuldung der Verbraucher langfristig gesund. Die Gefahr für einen Rückfall der USA in die Rezession sei gering.

Warnung von Bernanke

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte die Wirtschaftsaussichten erst kürzlich als "ungewöhnlich ungewiss" bezeichnet und angedeutet, dass die Fed die Konjunktur auch noch eine ganze Zeit mit billigem Geld stützen müsse. Experten erwarten, dass die Zentralbank den Leitzins nun bis weit ins kommende Jahr hinein bei nahezu null Prozent belässt. Das bedeutet, dass sich die Banken das Geld fast zum Nulltarif borgen können - und die Zinsen damit auch für die Kunden niedrig bleiben. Die sollen mit dem billigen Geld dann investieren und die Wirtschaft ankurbeln.

Die Theorie geht in der Praxis aber nicht auf. Die Unternehmen sparen immer noch, wo sie nur können. Anders ist es nicht zu erklären, dass viele Industriekonzerne zuletzt Gewinnsprünge verkünden konnten, während ihre Geschäfte dahindümpeln. Ein Beispiel ist der Mischkonzern General Electric, dessen Umsatz im zweiten Quartal um vier Prozent fiel. Der Gewinn stieg um 16 Prozent.

Kürzlich hatte die Fed ihre US-Wachstumsprognose nach unten korrigiert. Für 2010 sei nun mit einem Plus zwischen 3 und 3,5 Prozent zu rechnen. Vor drei Monaten hatte die Fed noch einen Zuwachs zwischen 3,2 und 3,7 Prozent vorausgesagt.

cte/dpa-AFX/Reuters/apn

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31.07.2010 von Ernst August: Die USA suchen Schuldige

Man sollte im Zusammenhang mit diesen Zahlen bedenken das sich die US Geldsumme in den letzten knapp 3 Jahren fast verdreifacht hat und das Unsummen in Konjunkturprogramme, Firmen-, und Bankerettungen u.s.w. gesflossen sind. [...] mehr...

31.07.2010 von Realo: Genau umgekehrt....

..wie bei uns. Zitat Artikel : >> Einer der Gründe für das schwächere Wachstum ist der Außenhandel: Die Importe legten dreimal so stark zu wie die Exporte. Damit dämpfte der Außenhandel das Wachstum alleine um rund 2,8 [...] mehr...

31.07.2010 von berns: Überall das gleiche Problem

Nicht die Banken, nicht die Zinsen, es sind die überall viel zu niedrigen Löhne. Deshalb können Konsumenten nicht so viel konsumieren, wie sie eigentlich wollten. Deshalb gibt es Millionen Arbeitslose. Kein Unternehmer stellt [...] mehr...

31.07.2010 von skanti: Sehr

interessanter Beitrag, aber Staatsinterventionen sind weit ausgedehnt und greifen erst nicht selten mit extremer Verzögerung, Primär, - Sekundäreffekt (eine Art Nachfragespirale) usw. Also, kurz und knapp abwarten und Tee [...] mehr...

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