New York - Für die Familie des Milliardenbetrügers Bernard Madoff geht es ans Eingemachte - der vom Gericht bestellte Treuhänder Irving Picard greift nach dem Vermögen des Clans. Er wirft den Angehörigen in Klagen vor, dass sie mit den Geldern aus den Betrügereien ihre eigenen Firmen unterstützt hätten. Die Millionen will Irving für die Madoff-Opfer zurück haben.
Unter den Unternehmen, aus denen Irving einen zweistelligen Millionenbetrag ziehen will, sind eine Biotechnologiefirma, ein Hedgefonds sowie Öl- und Gasbesitzungen. Der Treuhänder reichte die Klageschriften bereits am Donnerstag beim Insolvenzgericht in Manhattan ein. US-Medien berichteten am Freitag über die neueste Entwicklung in dem Fall, der die Wall Street in Atem hält.
Klagen richten sich vor allem an Ehefrau, Bruder und Söhne
Madoff war vor einem Jahr wegen des größten Betrugs in der Finanzgeschichte verurteilt worden und wurde zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte tausende Anleger über Jahre mit einem mehr als 60 Milliarden Dollar schweren Schneeballsystem "erleichtert". Treuhänder Irving klappert nun das Umfeld Madoffs ab, um zumindest einen Teil des Geldes wieder aufzutreiben.
Neben ehemaligen Mitarbeitern und Geschäftspartner hat Irving auch die Familie schon länger im Visier, von denen viele in Bernard Madoffs Investmentfirma arbeiteten. Die Klagen richten sich in erster Linie gegen seine Frau Ruth, seinen Bruder Peter, seine Söhne Andrew und Mark sowie die Nichte Shana. Bis dato hat der Treuhänder 1,5 Milliarden Dollar für die Opfer zurückgeholt.
luk/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Bernard Madoff | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH