Berlin - Der Trend ist beständig: Seit dem Jahr 2005 geben die gesetzlichen Krankenkassen jedes Jahr im Schnitt 1,35 Milliarden Euro mehr für Arzneimittel aus. Im vergangenen Jahr kamen so Kosten von 30,7 Milliarden Euro zusammen. Um die Kassen zu entlasten, hat die Bundesregierung den Pharmakonzerne höhere Zwangsrabatte verordnet - und will so im kommenden Jahr bis zu 1,15 Milliarden Euro einsparen.
Doch nach SPIEGEL-Informationen unterlaufen zahlreiche Pharmakonzerne das eben erst verabschiedete Arzneimittel-Sparpaket. Sie nutzen dazu eine Gesetzeslücke, Experten sprechen von einer "Preisschaukel". Sie dient dazu, die zusätzlichen Zwangsrabatte abzumildern, die FDP-Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler der Pharmabranche ab dem 1. August 2010 verordnet hat.
Der Trick funktioniert so: Die Pharmakonzerne haben Mitte Juli ihre Preise kurzfristig erhöht, nur um sie zwei Wochen später wieder abzusenken. Diese jüngsten Preissenkungen können sie sich laut Paragraf 130a Sozialgesetzbuch V auf den 16-prozentigen Zwangsrabatt anrechnen lassen. In den Datenbanken der Apotheker sind bei Hunderten Medikamenten Preissprünge zu beobachten.
Ministerium will Gesetzeslücke schließen
Auch das Ministerium ist bereits auf die Lücke gestoßen und überlegt nun, die Passage nachzubessern: "Sollten wir feststellen, dass eine relevante Zahl von Unternehmen die Preisschaukel missbräuchlich nutzt, müssen wir das Gesetz noch einmal ändern", sagt Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium.
Auffällige Preisschwankungen gab es etwa beim Krebspräparat Erbitux, das der Pharmakonzern Merck Serono herstellt. Aber auch bei Produkten von Hexal, Sandoz Pharmaceuticals oder Fresenius Kabi gab es auffällige Preisbewegungen.
"Wir nutzen für einige wenige Produkte die uns gebotenen rechtlichen Möglichkeiten der Preisgestaltung, um die Ertragseinbußen durch den heraufgesetzten Zwangsrabatt etwas abzumildern", bestätigt ein Merck-Sprecher. "Die Erhöhung des Herstellerzwangsrabatts" sei "aus Sicht von Merck Serono unverhältnismäßig hoch und stellt in seiner Dauer von über drei Jahren auch eine wirtschaftliche Belastung dar".
Die Preise für Medikamente werden ab August bis Ende 2013 auf dem Niveau vom 1. August 2009 eingefroren. Außerdem wird der sogenannte Herstellerabschlag von sechs auf 16 Prozent erhöht. Betroffen davon sind Arzneimittel, für die keine Festpreise gelten. Für Krankenversicherte ändert sich im Prinzip nichts, weil sie weiter ihre Zuzahlung leisten müssen. Ziel ist aber, die Kosten für die Krankenkassen sinken zu lassen und dadurch die Kassenbeiträge stabil zu halten.
chs/afp/reuters
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Na dann erzählen Sie mal wieviel Sie einzahlen. Vermutlich hatte ich in meiner aktiven Zeit wesentlich mehr eingezahlt. mehr...
Quatsch,die Ärzte streiken nicht für den Erhalt der Hausverträge, denn die will niemand abschaffen. Die Ärzte streiken dagegen, dass die Honorare in den Hausarztverträgen nicht stärker steigen sollen als die allgemeine [...] mehr...
Das ist doch gar nicht der entscheidende Punkt. Es geht darum, dass von Ärzteseite ständig suggeriert wird, die Kassenärzte müssten in vielen Regionen mit weniger Honorar auskommen als vor der Reform 2009. Tatsächlich [...] mehr...
wenn es den Ärzten so schlecht geht, warum studieren dann so viele für diesen Beruf?? Niemand zwingst sie. Wenn nicht die Bevölkerung in Jahrzehnten so erzogen worden wäre, bei jeder Kleinigkeit [...] mehr...
Natürlich ist er das nicht, aber was sagen Sie den Krankenschwestern? Geht es denen anders? Erzählen Sie DENEN mal was von 90.000€! Richtig! Deswegen haben Sie auch Verantwortung - den Menschen gegenüber. Genauso wie die [...] mehr...
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