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02.08.2010
 

Peter Bofinger

Wirtschaftsweiser fordert satten Lohnanstieg

Waren im Supermarkt: Teurere Waren, aber keine LohnsteigerungZur Großansicht
AP

Waren im Supermarkt: Teurere Waren, aber keine Lohnsteigerung

Die Verbraucherpreise ziehen an - und mit ihnen wächst die Forderung nach mehr Lohn. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert die Arbeitgeber auf, die Gehälter im Schnitt um drei Prozent anzuheben. Nur so könne verhindert werden, dass die Volkswirtschaften der Euro-Zone auseinanderdriften.

Berlin - Jahrelang haben die Arbeitgeber mit Lohnerhöhungen gegeizt - das soll sich jetzt ändern: Peter Bofinger zumindest spricht sich für deutliche Steigerungen der Gehälter aus. Der Wirtschaftsweise fordert eine durchschnittliche Erhöhung der Gehälter um mindestens drei Prozent.

Die Zurückhaltung der vergangenen Jahre habe dazu beigetragen, dass die Volkswirtschaften der Euro-Zone auseinanderdrifteten, sagte der Ökonom der "Rheinischen Post". Der Unterschied müsse durch höhere Lohnabschlüsse in Deutschland und niedrigere Abschlüsse in den weniger wettbewerbsfähigen Ländern Südeuropas ausgeglichen werden, sagte Bofinger.

Die Forderung von mindestens drei Prozent ergebe sich aus dem Produktivitätszuwachs von einem Prozent sowie der von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Inflationsrate von nahe zwei Prozent.

Derzeit liegt die Teuerungsrate allerdings deutlich unter den von Bofinger erwähnten zwei Prozent. Im Juli waren es laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts 1,1 Prozent. Experten sagen für das laufende Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von einem Prozent voraus, nach 0,4 Prozent im Krisenjahr 2009.

Die Arbeitgeber lehnen Forderungen nach kräftigen Lohnerhöhungen aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs ab. "Wir dürfen den derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung auf gar keinen Fall belasten oder gefährden", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt am Sonntag im Deutschlandfunk. Die Beschäftigten profitierten bereits jetzt vom Auslaufen der Kurzarbeit. Zudem habe die moderate Lohnpolitik der Vergangenheit dazu geführt, dass Firmen die Krise relativ gut überstanden hätten.

CSU-Chef Horst Seehofer sagte dagegen, er verstehe die Forderungen der Arbeitnehmer. In der Krise seien die Gewerkschaften ungeheuer verantwortungsvoll gewesen. Gewerkschaften hatten in den vergangenen Tagen für ihre Zurückhaltung in der Krise einen Nachschlag gefordert.

ssu/Reuters

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Die neuesten Beiträge:
04.08.2010 von soläuftdas?: 3% .......das ich nicht lache!

Die lumpigen 3% können die sich sonstwo hinschieben. Ich habe auch meinen Stolz. Lasse mich doch nicht kaufen. Entweder 100%.....oder der Deal läuft nicht. Und dabei kommen die noch billig weg, um das was die uns schon [...] mehr...

03.08.2010 von rabenkrähe: Komische Logik

Ob es wirklich gewollt ist, ist so eine Frage, erstmal liegt es an einem Arbeitsmarkt, der sich mit einem satten Überangebot präsentiert. Komisch nur, daß bei allen Hilfestellungen in der Krise gar nicht auf der Agenda stand, [...] mehr...

03.08.2010 von rhs: ich denke...

... aus Sicht der Politiker heist "entlastet" man nimmt Ihnen noch mehr Geld weg, damit Sie dann nicht so "belastet" sind :-)) mehr...

02.08.2010 von sponlainer: ...

Ich bin völlig Ihrer Meinung. Aber nun zu Ihren Fragen: Warum haben Unternehmen Oberwasser? Weil es politisch so gewollt ist. M.Sommer, DGB-Chef, ist doch das Beste was einer Wirtschaftsliberalen Regierung passieren kann. [...] mehr...

02.08.2010 von WarumDenn: Alles eine Frage der Sichtweise

Ich werde seit Jahren um viel Geld entlastet. Also alle "normalen" AN werden um Milliarden entlastet. Schaut einfach auf die Girokonten, die sind sowas von entlastet :-) mehr...

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Zum Autor

DPA
Peter Bofinger gehört seit März 2004 dem Gremium der "Fünf Wirtschaftsweisen" an. Er hat Volkswirtschaftslehre in Saarbrücken studiert und promovierte dort 1984. Seit 1992 ist er Professor an der Universität Würzburg. In seinem aktuellen Buch "Ist der Markt noch zu retten?" beschäftigt er sich mit den Konsequenzen, die die Welt aus der Finanzkrise ziehen sollte. Mehr zu Peter Bofinger auf der Themenseite...

Die fünf Wirtschaftsweisen

Peter Bofinger (seit März 2004)

Lars Feld (seit März 2011)

Wolfgang Franz (Mai 1994 bis Februar 1999 und seit März 2003, seit März 2009 Vorsitzender des Sachverständigenrats)

Christoph M. Schmidt (seit März 2009)

Beatrice Weder di Mauro (seit Juni 2004)

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