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02.08.2010
 

Medikamentenpreise

Regierung bessert Arzneimittel-Sparpaket nach

Arzneimittel: Schäden für die Krankenkassen sollen ausgeglichen werdenZur Großansicht
DPA

Arzneimittel: Schäden für die Krankenkassen sollen ausgeglichen werden

Von wegen Kostenbremse: Die Pharmabranche hat die verordnete Preissenkung mit einem simplen Trick ausgehebelt. Die düpierte Bundesregierung will die Gesetzeslücke nun schließen und den Konzernen das gesparte Geld wieder abknöpfen.

Hamburg - Die Bundesregierung muss ihr Arzneimittel-Sparpaket nachbessern: Gesundheitsstaatssekretär Daniel Bahr (FDP) kündigte an diesem Montag an, das Gesetz zu präzisieren. Zudem werde geprüft, wie durch höhere Abschläge ein möglicherweise entstandener Schaden für die gesetzliche Krankenversicherung ausgeglichen werden könne.

Wie der SPIEGEL berichtete, hatte die Pharmabranche die ab August verordneten Zwangsrabatte teilweise unterlaufen. Die Regierung hatte als Sparmaßnahme im Gesundheitswesen Zwangsrabatte von 16 Prozent für verschreibungspflichtige Medikamente beschlossen. Bereits ab diesem August sollten so jährlich gut 1,15 Milliarden Euro gespart werden.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte zwar zu verhindern versucht, dass Pharmafirmen den Zwangsrabatt durch kurzfristige Preissteigerungen im Vorfeld umgehen - diese würden laut Gesetz den Rabatt entsprechend erhöhen. Zahlreiche Pharmafirmen nutzten aber eine weitere Regelung des Gesetzes aus, Experten sprechen von einer "Preisschaukel".

Firmen geben Trickserei offen zu

Diese Preisschaukel funktioniert so: Wenn Firmen ihre Preise senken, fallen die Zwangsrabatte milder aus. Damit wollte Rösler einen weiteren Anreiz zur Kostensenkung bieten, vergaß aber, Preiserhöhungen im Vorfeld auszuschließen. Daher hoben die Konzerne ihre Preise Mitte Juli dennoch an - nur um sie ab Anfang August wieder auf das Ursprungsniveau zu senken. In den Datenbanken der Apotheker sind bei Hunderten Medikamenten Preissprünge zu beobachten.

Auffällige Preisschwankungen gab es etwa beim Krebspräparat Erbitux, das der Pharmakonzern Merck Serono herstellt. Aber auch bei Produkten von Hexal, Sandoz Pharmaceuticals oder Fresenius Kabi gab es auffällige Preisbewegungen.

"Wir nutzen für einige wenige Produkte die uns gebotenen rechtlichen Möglichkeiten der Preisgestaltung, um die Ertragseinbußen durch den heraufgesetzten Zwangsrabatt etwas abzumildern", bestätigt ein Merck-Sprecher. "Die Erhöhung des Herstellerzwangsrabatts" sei "aus Sicht von Merck Serono unverhältnismäßig hoch und stellt in seiner Dauer von über drei Jahren auch eine wirtschaftliche Belastung dar".

Geht es nach dem Gesundheitsministerium, profitieren die Pharmagiganten letztendlich nicht von der Preisschaukel. Den kurzfristigen Gewinn sollen sie zurückgeben - mittels höherer Rabatte ab Januar 2011.

Es sei denn, die Unternehmen finden weitere Lücken in Röslers Gesetzeswerk.

fdi/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
02.08.2010 von karin.nahm: Röslers neue STOLPER

Wann sieht die "gelbe" Politfigur endlich ein, dass er nicht nur ungeeignet für diesen Job ist,sondern auch gegen die Pharma-Mafia nichts ausrichten kann. Er hat noch immer nicht begriffen, dass er in einer [...] mehr...

02.08.2010 von L.Werner: Rösler und seine Pharma-Freunde

Also, erhalte ich im Nachhinein doch recht. Ich glaubte, Rösler ist ein geschicktes Bürschlein und nicht so dumm, daß er bei seiner Pharmalobby nicht umgefallen sei. Leider kommt es anders. Er ist noch blöder !!!!! mehr...

02.08.2010 von Silverhair: Ertragsituation

Schmunzel - glauben sie noch an den Weihnachtsmann? Das Wirkprinzip dieses Wirtschaftsystems heißt .. Die "Umsätze" dürfen nicht sinken - und jedes Jahr muss das "Wachstum" gewachsene Gewinne abwerfen! [...] mehr...

02.08.2010 von semper fi: -

Das ist spekulativ. Ich würde auch nicht so weit gehen, das in irgendeiner Form antizipieren zu wollen. Meiner Meinung nach ist der Rössler einfach zu naiv für den Berliner Moloch. mehr...

02.08.2010 von Schinkenfisch: wie immer

Der macht sich jetzt noch ein paar Freunde und wechselt dann schön samt dicker Pension in die Pharmaindustrie. mehr...

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