Mannheim - Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten ist im August deutlicher zurückgegangen als befürchtet. Die Erwartungen seien um 7,2 Punkte auf 14 Punkte zurückgegangen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim mit. Volkswirte hatten im Vorfeld sogar mit einem leichten Anstieg von 21,2 Punkten im Vormonat auf 21,9 Zähler gerechnet.
Damit liegen die Konjunkturerwartungen bereits den zweiten Monat in Folge unter ihrem langfristigen Durchschnitt von 27,4 Punkten. Im Juli bereits war der Index um 7,5 Punkte auf 21,2 Punkte gesunken.
"Der Rückgang des Indikators deutet nun darauf hin, dass das enorme Wachstum des zweiten Quartals nicht aufrecht erhalten werden kann", sagte der Wirtschaftsweise und ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Aufgrund der deutschen Exportabhängigkeit geht das größte Risiko für die Konjunktur von einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung wichtiger Außenhandelspartner, wie etwa den anderen Euro-Ländern und den USA, aus."
Konjunktur in der Euro-Zone stabiler
In der Euro-Zone stellte sich das Bild etwas anders als in Deutschland dar: So stiegen die Konjunkturerwartungen für den Währungsraum um 5,1 Punkte auf 15,8 Zähler. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage verbessert sich um 13,5 Punkte auf minus 13,0 Punkte.
Die aktuelle Situation der deutschen Wirtschaft bewerteten die Investoren und Analysten dagegen wie in den vergangenen 15 Monaten besser. Dieses Barometer kletterte um 29,7 auf 44,3 Punkte. Experten hatten hier einen Anstieg um 23 Zähler vorausgesagt.
Im Frühjahrsquartal hatte die deutsche Wirtschaft überraschend kräftig zugelegt: Das Wachstum von 2,2 Prozent zum Winter war das stärkste seit rund zwei Jahrzehnten. Ökonomen rechnen nun für das Gesamtjahr 2010 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von drei Prozent und mehr. Als unstrittig unter Experten gilt allerdings, dass sich die Konjunkturdynamik mit Auslaufen der weltweiten Staatshilfen abkühlt. Das dürfte auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft zu spüren bekommen.
mik/Reuters/dpa-AFX
Auf anderen Social Networks posten:
Lieber Münchener,wenn Sie einen Vergleich zwischen Schröder und Merkel anstellen,dann sollten Sie aber nicht nur das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vergleichen! Wie sieht es denn z.B.mit den Arbeitslosenzahlen in der Ära [...] mehr...
Nun, China hat sein 500 Mrd. Konjunkturprogramm leider erst nach der OECD-Prognose aufgelegt. Das zumindest fehlte der OECD. Im übrigen sind Prognosen hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklung über längere Zeiträume ohnehin [...] mehr...
Hier sollte man sich keine Illusionen machen, Politiker sparen nicht, sie geben aus. Da D. keine Direktdemokratie ist, wo der Bürger der Politik Fesseln anlegen kann, z.B. mittels eines Schuldenstopps festgeschrieben in der [...] mehr...
Wenn man die OECD-Prognose für 2010 betrachtet, war die Tigerente doch wirklich Klasse! *OECD erwartet für Deutschland 700.000 mehr Arbeitslose* Der von der Finanzkrise verursachte Konjunktureinbruch wird nach Meinung der [...] mehr...
Na Palmstroem, wieder zu viel Prozac geschluckt und vergessen die rosarote Brille abzunehmen? Wirtschaftswachstum von 3,6 % in 2010 ein Rekordwachstum? Ja, nachdem das BIP in 2009 um – 4,7 % geschrumpft ist, ist das [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Konjunkturprognosen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH