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17.08.2010
 

Gesundheit

Schwarz-Gelb treibt Gutverdiener in private Krankenversicherung

Versichertenkarte: Regierung will Zusatzgeschäfte der Krankenkassen einschränken Zur Großansicht
DPA

Versichertenkarte: Regierung will Zusatzgeschäfte der Krankenkassen einschränken

Die Regierung will die gesetzlichen Krankenkassen im Kampf um Gutverdiener massiv schwächen. Wahltarife und Auslandsversicherungen sollen ihnen verboten, Zusatzangebote nur noch eingeschränkt erlaubt werden. Die Profiteure der Koalitionspläne: die privaten Versicherungen.

Hamburg - Union und FDP wollen im Zuge der Gesundheitsreform die Zusatzangebote und Wahltarife gesetzlicher Krankenkassen für gutverdienende Mitglieder einschränken. Demnach sollen künftig Wahltarife, die gesetzlich Versicherten zum Beispiel bei Krankenhausaufenthalten Chefarztbehandlungen oder die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer anbieten, nicht mehr erlaubt sein. Auch das Angebot von Auslandskrankenversicherungen soll den Plänen zufolge nur noch privaten Versicherern vorbehalten sein. Gesetzliche Krankenkassen sollen dagegen allein Tarife mit Selbstbehalt und Kostenerstattung anbieten können. Diese Änderungen sollten in den kommenden Wochen in den Gesetzentwurf eingefügt werden, hieß es. Dies erfuhr die "Financial Times Deutschland" ("FTD") aus Koalitionskreisen, wie sie in ihrer Mittwochsausgabe berichtet.

Die Änderung trifft gesetzliche Krankenkassen an einer empfindlichen Stelle. In den vergangenen Jahren hatten sie ihr Angebot an Wahl- und Zusatztarifen deutlich ausgeweitet, um vor allem gut verdienende, freiwillig Versicherte von einem Wechsel zur privaten Konkurrenz abzuhalten. "Dieses Vorhaben ist schlecht für die Versicherten und schränkt ihre Wahlmöglichkeiten ein", sagte eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK). Die TK hat besonders viele gut verdienende Mitglieder.

Wechsel in die Privaten künftig schneller möglich

Der gesundheitspolitische Sprechers der Union, Jens Spahn, bestätigte die Pläne im Hinblick auf die Auslands-, Chefarzt- und Zahnzusatzversicherungen der Krankenkassen. "Das ist aus unserer Sicht nicht Aufgabe der gesetzlichen Krankenkassen", sagte Spahn der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Gesundheitsministerium hat deshalb den Auftrag erhalten, bis zum Kabinettsbeschluss über die Gesundheitsreform in einigen Wochen einen Vorschlag über die klarere Abgrenzung der Wahltarife vorzulegen."

Zuvor hatten die Gesundheitspolitiker von Union und FDP zwei Tage über die geplante Reform beraten. Sie beschlossen, mit der Reform auch die Frist zu verkürzen, die gesetzlich Versicherte warten müssen, bis sie zu einem privaten Krankenversicherer wechseln können. Heute müssen Gutverdiener drei Jahre warten, künftig soll die Frist ein Jahr betragen. Darüber hinaus vereinbarte die Koalition, dass die Kassen künftig einen Säumniszuschlag verlangen können, wenn ihre Mitglieder den Zusatzbeitrag nicht zahlen. Er soll maximal das Dreifache des Zusatzbeitrags betragen, mindestens aber 30 Euro.

fdi/Reuters

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insgesamt 120 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
20.08.2010 von wolfgangl: übersehn...

Daraus ergäben sich aber auch nicht ganz unerhebliche Ansprüche, die die immer weniger werdenden Beitragszahler in ein paar jahren stemmen dürfen. Das wird dabei immer gerne übersehen. Im Endeffekt ein Nullsummenspiel. mehr...

20.08.2010 von finanzter: http://www.finanzter.de/haeufige-fragen-zum-thema-krankenversicherung.html

Ich finde diese Idee ähnelt der Kopfpauschale.. Ich bin zwar selber pkv versichert muss ich zugeben. Aber ich empfinde diesen Schritt dennoch als extrem unangemessen.. Vielen leuten wird der ZUgang zur Pkv ja schon verwehrt, da [...] mehr...

19.08.2010 von cp³: ³

Da ich schon in der privaten Versicherungswirtschaft gearbeitet habe, kann ich ihnen das offene Geheimnis verkünden, dass keine Versicherung auf pluminusnull arbeitet. Im Gegenteil - fette Gewinne. Der Kunde, ob Haftpflicht, [...] mehr...

19.08.2010 von cp³: ³

Keine Ursache. Wie ich aber merke, scheine ich Sie falsch eingeschätzt zu haben, was durchaus auch auf Gegenseitigkeit beruhen kann. Ihren Ansichten bin ich nicht abgeneigt. mehr...

18.08.2010 von koios: Darf ich Sie ent-täuschen?!

Bester semper fi, gerne will ich hier auf Ihre Argumente eingehen! Es soll ja nicht der Eindruck entstehen, es ginge mir allein um´s Manager-Schubsen! Der Vollständigkeit halber und zum besseren Verständnis: Bevor ich mich [...] mehr...

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1977: Die Kürzungen beginnen

Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.

1983: Auch die Rentner müssen zahlen

1989: Der erste Rundumschlag

1993: Die Leistungen werden budgetiert

1997: Zahnersatz bitte selbst zahlen

1999: Rot-Grün wagt den Leistungsausbau

2004: SPD und Union bitten zur Kasse

2005: Paritätische Finanzierung am Ende

2009: Der Gesundheitsfonds kommt


Streitpunkte von Schwarz-Gelb

Sparpaket

dpa
Bis 2014 wollen Union und FDP im Bundeshaushalt 81,6 Milliarden Euro einsparen, vor allem bei Arbeitslosen, Familien und im Öffentlichen Dienst. Auch die Wirtschaft soll zur Kasse gebeten werden. Aus der Union gibt es aber Forderungen, Spitzenverdiener stärker zu belasten, weil das Paket zu unsozial sei.

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