Osnabrück - Noch ist die Bildungschipkarte für Kinder aus Hartz-IV-Familien nicht beschlossen, doch der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat schon konkrete Finanzierungsvorschläge: Die lokale Wirtschaft und andere Sponsoren sollten sich an der Hartz-IV-Reform beteiligen, schlug jetzt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor. Dies könne die Leistungen entscheidend verbessern.
Landsbergs Ideen sind vielfältig: So könne etwa das örtliche Handwerk für 14-Jährige einen "Schnuppertag" im Betrieb oder einen Informationstag über die Ausbildungssituation anbieten. Eine Sparkasse könnte den Eintritt für eine Jugendtheater-Vorstellung übernehmen. Auch könnte die Familiencard jugendlichen Zuwanderern den Zugang zu Integrationskursen erleichtern.
Die Bekanntgabe seiner Ideen hat Landsberg passend gewählt. Denn an diesem Freitag treffen sich Vertreter von Ländern und Kommunen mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), um über das geplante Chipkarten-System zu reden. Dies soll Kindern und Jugendlichen aus Hartz-IV-Familien den Zugang zu Bildungs- und Freizeitaktivitäten erleichtern.
Schon im Februar hatte sich der Städte- und Gemeindebund dafür eingesetzt, statt höherer Regelsätze vorrangig sogenannte Teilhabepakete für Hartz-IV-Kinder vorzusehen. Landsberg begrüßte es, dass von der Leyen diese Idee aufgreife. "Das ist keine Diskriminierung, sondern eine wichtige zusätzliche Lebenschance für die betroffenen Kinder", erklärte er. Die Leistungen würden auf einer Chipkarte gespeichert. Die Eltern könnten dann selbst entscheiden, was, wo und wie eine Leistung in Anspruch genommen werden solle.
Deutsche Kinderhilfe verlangt Chipkarte für alle
Die Deutsche Kinderhilfe hat unterdessen die Ausweitung der Karte auf alle Familien in Deutschland verlangt. Auf diese sollten alle finanziellen Fördermaßnahmen des Staates für Kinder und Familien gebucht werden - einschließlich des monatlichen Kindergeldes, sagte der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann.
So könne sichergestellt werden, dass die den Kindern zugedachte Förderung auch tatsächlich bei ihnen ankommt, sagte Ehrmann. Eine Familienkarte für alle hätte zudem den Charme, das es "keine Stigmatisierung einzelner Gruppen" gebe.
yes/ddp/dpa/AFP
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Pech gehabt, auch hier wettet niemand dagegen ;-) Dabei kassierern die ab wo es geht. Hier gab es im Dorf zu Weihnachten eine Sammelaktion. Das Geld - fast 2.000 - wurde der Gemeinde übergeben. Und ist todsicher im Haushalt [...] mehr...
Man sollte doch mal Frau von der Leyen und alle anderen zum Besuch im Tierpark, im Schwimmbad oder im Theater anregen, aber nicht als Ehrengäste von Leitern und Intendanten, sondern als ganz normal zahlendes Publikum. Da können [...] mehr...
Wer diesen Braten nicht riecht, ist echt auf den Kopf gefallen und sollte zum Arzt gehen. Über diesen Weg versprechen sich die Kämmerer der fast insolventen der Städte und Gemeinden, ihre freiwilligen Ausgaben sowie einige [...] mehr...
mir drängt sich da der dumpfe Verdacht auf, da will jemand Marktforschung im Prekariat betreiben. Auch Millionen von Hartz IV Familien sind ja irgendwie noch Konsumenten, wenn auch auf niedrigem Level. Wenn jetzt schon Sponsoren [...] mehr...
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