Berlin - Die Bundesregierung hat ein neues Insolvenzrecht auf den Weg gebracht, das speziell auf Banken zugeschnitten ist. Damit soll eines der Kernprobleme der Finanzkrise gelöst werden. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch einen Gesetzentwurf, der künftig eine geordnete Abwicklung von schlingernden Instituten ermöglichen soll. Darin ist auch eine Bankenabgabe vorgesehen, mit der die Branche an den Kosten künftiger Schieflagen beteiligt werden soll.
Dadurch sollen die Steuerzahler, die mit Milliardensummen für Pleite-Institute bürgen, wieder aus der Verantwortung kommen. Mit dem Gesetzentwurf zieht die Bundesregierung weitere Konsequenzen aus der chaotischen Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, die im Herbst 2008 das Weltfinanzsystem erschüttert hatte. Auch in Deutschland waren Institute ins Trudeln gekommen, prominentestes Beispiel ist die mittlerweile verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate.
Das neue Gesetz soll bereits 2011 in Kraft treten, die Regierung will es in einem verkürzten Verfahren durch das Parlament bringen.
Die wesentlichen Aspekte des neuen Gesetzes sind folgende:
In der Koalition ist das Gesetz weitgehend unumstritten. Die Regierung braucht allerdings auch die Zustimmung der Länder im Bundesrat, in dem Union und FDP keine Mehrheit haben. Zudem regt sich Widerstand in der Bankenbranche, die vor allem die Abgabe kritisiert. In anderen europäischen Ländern wird an ähnlichen Verfahren gearbeitet, die Regierungen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer haben dieses Vorgehen auf Weltfinanzgipfeln verabredet.
otr/Reuters/dpa
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Ich hatte gehofft, dass nicht etwa 'too big to fail' per Gesetz unterstützt wird, sondern 'too big to be allowed' am Ende der Krisenanalyse steht. mehr...
Alle Beteiligten dieses Gesetzes sind von der Finanz- und Versicherungsindustrie direkt oder indirekt begünstigt. Die absolut u n a b h ä n g i g e n Abgeordneten, mit ihren Nebeneinkünften, die Parteien und ihre Spenden, [...] mehr...
Die Banken werden diese Zusatzabgabe mit der Erhöhung der Kreditzinsen und mit niedrigeren Zinsen auf Sparvermögen kompensieren. Der Dumme ist wieder einmal der Verbraucher!! mehr...
Blödsinn, hier fehlen seit der Krise hunderte Milliarden unserer Steuergelder. So dumm kann doch kein Banker sein, um nicht zu wissen, wo die jetzt sind. mehr...
Eine Milliarde pro Bank hätte schon eher gepasst. Was hier ganz grundsätzlich fehlt, ist ein Strafbestand für vorsätzliche oder fahrlässige Schädigung der Volkswirtschaft. mehr...
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